Winnenden: Preis für Serie "Hallo, altes Haus"

Am Ende des Textes finden Sie alle Artikel der prämierten Serie

Winnenden. Jubelrufe schallten durch die Redaktion: Für die Serie "Hallo, altes Haus" bekommt das Team der Winnender Zeitung einen Preis. Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz verleiht ihn am 14. November und begründet auf seiner Internetseite schon jetzt die Entscheidung.


Dieser Satz hat Wucht und macht uns stolz: "Der Deutsche Preis für Denkmalschutz ist die höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet in der Bundesrepublik Deutschland." Das Präsidium des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz hat dieses Jahr neun Persönlichkeiten und unser Redaktionsteam ausgewählt, weil sie "sich in besonderem Maße um die Erhaltung des baulichen und archäologischen Erbes verdient gemacht haben".

Die Begründung des Komitees für unseren Preis in der Sparte "Schreibende Presse" lautet: für die "bürgernahe, kompetente und anschauliche Serie ,Hallo, altes Haus", mit der das Redaktionsteam der Winnender Zeitung "in sehr lebendig geschriebenen, facettenreichen Artikeln das Interesse an lokalen Baudenkmälern" weckt "und das Bewusstsein für ihre Bedeutung" schärft. "Der beispielhaften Initiative sind viele Nachahmer zu wünschen." In den Bereichen Hörfunk, Fernsehen und schreibende Presse sind insgesamt 49 Arbeiten eingereicht worden. In jeder Kategorie erhält ein Gewinner 2500 Euro Preisgeld.

Die Jüngste im Team war Ideengeberin und Triebfeder

Die Idee für die Serie stammt von der jüngsten Kollegin im Team, der 34-jährigen Nadine Zühr. Ihr Hobby ist Geschichte, "vielleicht, weil ich in einem Neubau aufgewachsen bin", sagt sie augenzwinkernd. Zwar verwarf sie den Gedanken an ein Geschichte-Studium, doch besucht sie regelmäßig Schlösser, liest das "Monumente"-Heft der Stiftung Denkmalschutz und freut sich, wenn es wieder einmal gelingt, alter Bausubstanz eine neue Zukunft zu geben, wenn junge Leute einziehen und ein ehrwürdiges Stadtbild seinen Charakter behalten kann.




Dann stand im Gemeinderat Leutenbach, den Nadine Zühr seit Jahren journalistisch begleitet, auf einmal der Abriss zweier denkmalgeschützter Gasthäuser auf der Tagesordnung. Und das unter dem Stichwort "Ortskernsanierung". Die Investoren legten dar, die alte Bausubstanz sei nicht vermarktbar. Ein in Baden-Württemberg häufig gehörtes Argument, denn Bauland ist sehr teuer, und Neubauten lassen sich vom Grundriss und vom Energiesparen her besser an die modernen Bedürfnisse anpassen. Doch obwohl Nadine Zühr studierte Betriebswirtin ist: Knarrendes Fachwerk, staubige Dachböden und modrige Gewölbekeller findet sie allemal spannender als nur glatte Betonwände. Und sie hat großes Interesse an den Geschichten der früheren und aktuellen Bewohner der alten Mauern. Damit begeisterte unsere Kollegin auch den Rest des Redaktionsteams. Wir wollten über die Häuser ein bisschen Ortsgeschichte erzählen und dabei die Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Bei der Recherche öffneten etliche ihre privaten Räume, erzählten die Geschichte(n) des Hauses, seiner Sanierung, und was es so besonders macht, darin zu leben. Ergänzend holte sich Nadine Zühr Rat bei Ehrenamtlichen des Historischen Vereins Leutenbach, vor allem von Familie Herrschlein, des Heimatvereins Schwaikheim und der Winnender Archivarin Dr. Sabine Reustle. Außerdem begleitete sie einen Bauforscher bei der Arbeit und interviewte den Landesdenkmalpfleger und den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Denkmalschutz.

Alle Teile der Serie zum Nachlesen:

 
 
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