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Uhingen - Vor einem Jahr erhielten rund 100 Beschäftigte des Uhinger Autozulieferers Allgaier die Kündigung. Zwar zog die Konjunktur in der Autobranche Anfang 2011 wieder deutlich an. Um langfristig überlebensfähig zu sein, müsse der Stammsitz aber Personal abbauen, erklärte Firmenchef Helmar Aßfalg damals. Binnen der vergangenen zwölf Monate ging die Beschäftigung in Uhingen von 1200 auf nunmehr 1111 Mitarbeiter zurück, heute sieht Aßfalg die Firmengruppe wieder gut im Wettbewerb aufgestellt. Mit 303,5 Millionen Euro schrieb Allgaier den höchsten Umsatz der Firmengeschichte, auf den Stammsitz entfielen knapp 220 Millionen Euro. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr 21 Prozent Wachstum, das weltweite Umsatzplus betrug 19 Prozent.
Ergebnisse veröffentlicht Allgaier nicht, laut Aßfalg schreiben alle Geschäftsfelder schwarze Zahlen. Zuletzt hat die Firmengruppe 80 Prozent mit Teilen für namhafte Autohersteller wie Porsche, BMW , VW, aber auch den chinesischen Pkw-Bauer FAW umgesetzt. 20 Prozent macht das Unternehmen mit Siebmaschinen und Trocknungsanlagen für die Industrie. Der Löwenanteil des Wachstums 2011 stammt laut Aßfalg aus dem Autogeschäft, das aktuelle Auftragspolster beziffert der Firmenchef auf „zwei Jahre“.
Porsche-Kotflügel aus Aluminium
Anfang 2012 hat sich die Gruppe deswegen weiter spezialisiert und bestimmte Aufgaben zu zwei neuen Geschäftsfeldern zusammengefasst: Einbaufertige Tanksysteme für die deutschen Premium-Autobauer entstehen künftig in einer neuen Halle in Uhingen. Neben dem entsprechenden Geschäftsfeld Fuel Technologies hat Allgaier eine Sparte namens Car Body gegründet. Letztere fertigt komplexe Karosserieteile, zum Beispiel einen Porsche-Kotflügel aus Aluminium.
Immer häufiger stecken Allgaier-Teile auch in Fahrzeugen im Ausland, vier Modelle des chinesischen Herstellers FAW tragen ein Dach aus Uhingen. In Mexiko beliefert Allgaier Volkswagen mit Teilen für den Jetta und den Beetle. Aktuell erwirtschaften rund 220 Allgaier-Beschäftigte in Mexiko 20 Millionen Euro Umsatz. Bis 2015 will Aßfalg den Umsatz dort verdoppeln, 2011 hat Allgaier nach seinen Worten ein weiteres Werk „direkt vor dem VW-Werk in Puebla erworben“.
Weltweit arbeiten knapp 1760 Menschen bei Allgaier
Die Investition ist zugleich Zukunftsstrategie: „Wir müssen dort produzieren, wo unsere Kunden produzieren“, sagte Aßfalg, „das Know-how bleibt aber in Uhingen.“ Trotz des jüngsten Personalabbaus suche die Gruppe vor Ort qualifiziertes Personal, die Belegschaftsgröße soll aber in etwa stabil bleiben. Spitzen in der Produktion deckt Allgaier mit Arbeitszeitkonten oder Leiharbeitern ab. Aktuell liege deren Quote bei unter fünf Prozent der Beschäftigten, sagte Aßfalg. Zehn Prozent darf die Leiharbeiterquote in Uhingen maximal betragen. Im Ausland plant Allgaier dagegen mit zusätzlichem Personal: „Wir verstärken unsere Vertriebsaktivitäten und die Produktion im Ausland, insbesondere in Asien und Amerika“, sagte der Firmenchef. Derzeit beschäftigt die Gruppe weltweit knapp 1760 Menschen.
Im aktuellen Geschäftsjahr wolle der Zulieferer „wachsen und die Ertragskraft weiter stärken“, kündigte Aßfalg an, der Umsatz soll auf 340 Millionen Euro steigen. Auch der Stammsitz werde gestärkt: Für mehrere Millionen baut Allgaier in Uhingen eine weitere Halle. Dort soll die bisher in Göppingen angesiedelte Produktion von Trocknungsanlagen mit 55 Mitarbeitern einziehen.
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