Donnerstag, 17. Mai 2012
 
 
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren

Autozulieferer Allgaier weitet Zuliefergeschäft aus

Petra Otte, vom 26.01.2012 11:00 Uhr
Helmar Assfalg, Vorsitzender der Allgaier-Geschäftsführung Foto: dapd
Helmar Assfalg, Vorsitzender der Allgaier-Geschäftsführung Foto: dapd

Uhingen - Vor einem Jahr erhielten rund 100 Beschäftigte des Uhinger Autozulieferers Allgaier die Kündigung. Zwar zog die Konjunktur in der Autobranche Anfang 2011 wieder deutlich an. Um langfristig überlebensfähig zu sein, müsse der Stammsitz aber Personal abbauen, erklärte Firmenchef Helmar Aßfalg damals. Binnen der vergangenen zwölf Monate ging die Beschäftigung in Uhingen von 1200 auf nunmehr 1111 Mitarbeiter zurück, heute sieht Aßfalg die Firmengruppe wieder gut im Wettbewerb aufgestellt. Mit 303,5 Millionen Euro schrieb Allgaier den höchsten Umsatz der Firmengeschichte, auf den Stammsitz entfielen knapp 220 Millionen Euro. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr 21 Prozent Wachstum, das weltweite Umsatzplus betrug 19 Prozent.

Ergebnisse veröffentlicht Allgaier nicht, laut Aßfalg schreiben alle Geschäftsfelder schwarze Zahlen. Zuletzt hat die Firmengruppe 80 Prozent mit Teilen für namhafte Autohersteller wie Porsche, BMW , VW, aber auch den chinesischen Pkw-Bauer FAW umgesetzt. 20 Prozent macht das Unternehmen mit Siebmaschinen und Trocknungsanlagen für die Industrie. Der Löwenanteil des Wachstums 2011 stammt laut Aßfalg aus dem Autogeschäft, das aktuelle Auftragspolster beziffert der Firmenchef auf „zwei Jahre“.

Porsche-Kotflügel aus Aluminium

Anfang 2012 hat sich die Gruppe deswegen weiter spezialisiert und bestimmte Aufgaben zu zwei neuen Geschäftsfeldern zusammengefasst: Einbaufertige Tanksysteme für die deutschen Premium-Autobauer entstehen künftig in einer neuen Halle in Uhingen. Neben dem entsprechenden Geschäftsfeld Fuel Technologies hat Allgaier eine Sparte namens Car Body gegründet. Letztere fertigt komplexe Karosserieteile, zum Beispiel einen Porsche-Kotflügel aus Aluminium.

Immer häufiger stecken Allgaier-Teile auch in Fahrzeugen im Ausland, vier Modelle des chinesischen Herstellers FAW tragen ein Dach aus Uhingen. In Mexiko beliefert Allgaier Volkswagen mit Teilen für den Jetta und den Beetle. Aktuell erwirtschaften rund 220 Allgaier-Beschäftigte in Mexiko 20 Millionen Euro Umsatz. Bis 2015 will Aßfalg den Umsatz dort verdoppeln, 2011 hat Allgaier nach seinen Worten ein weiteres Werk „direkt vor dem VW-Werk in Puebla erworben“.

Weltweit arbeiten knapp 1760 Menschen bei Allgaier

Die Investition ist zugleich Zukunftsstrategie: „Wir müssen dort produzieren, wo unsere Kunden produzieren“, sagte Aßfalg, „das Know-how bleibt aber in Uhingen.“ Trotz des jüngsten Personalabbaus suche die Gruppe vor Ort qualifiziertes Personal, die Belegschaftsgröße soll aber in etwa stabil bleiben. Spitzen in der Produktion deckt Allgaier mit Arbeitszeitkonten oder Leiharbeitern ab. Aktuell liege deren Quote bei unter fünf Prozent der Beschäftigten, sagte Aßfalg. Zehn Prozent darf die Leiharbeiterquote in Uhingen maximal betragen. Im Ausland plant Allgaier dagegen mit zusätzlichem Personal: „Wir verstärken unsere Vertriebsaktivitäten und die Produktion im Ausland, insbesondere in Asien und Amerika“, sagte der Firmenchef. Derzeit beschäftigt die Gruppe weltweit knapp 1760 Menschen.

Im aktuellen Geschäftsjahr wolle der Zulieferer „wachsen und die Ertragskraft weiter stärken“, kündigte Aßfalg an, der Umsatz soll auf 340 Millionen Euro steigen. Auch der Stammsitz werde gestärkt: Für mehrere Millionen baut Allgaier in Uhingen eine weitere Halle. Dort soll die bisher in Göppingen angesiedelte Produktion von Trocknungsanlagen mit 55 Mitarbeitern einziehen.

Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
Energiedebatte entzweit Kammern und Minister
Ressort-Chef Franz Untersteller kritisiert BWIHK und KIT wegen Analyse zu Energiepreisen.
Industrie fürchtet hohen Strompreis
Beim Umstieg auf Solar- und Windkraft gehen Meinungen auseinander – Industrie fürchtet höhere Strompreise
Videos
Interaktiv
  • Umfrage
Ausschreitungen

Nach dem Skandalspiel von Düsseldorf: Die Spiele zwischen KSC und VfB Stuttgart II werden in Mercedes-Benz-Arena verlegt - aus Sicherheitsgründen. Und auch die Gewerkschaft der Polizei fordert nun harte Sanktionen bei Fan-Ausschreitungen. Brauchen wir härtere Strafen und höhere Sicherheitsmaßnahmen im Fußball?

 
Ja, das hat nichts mit Sport zu tun und muss auf jeden Fall bestraft werden.
Nein, das war nur eine Ausnahme.
Mir ist das ganze Theater um Fußball egal.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Neueste Artikel
Meist gelesen
Epaper
Von Administrator
  • Facebook Lokalredaktion
  • Facebook Sportredaktion
  • Twitter
Rundschlag
Die Windwende bei der CDU
Die CDU hat eine neue, zukunftsweisende Energiequelle für sich entdeckt: Die Windkraft.
Väter im Aufbruch
Weshalb lässt das Wort „Vatertag“ sofort an Alkohol denken? Woher rührt das Klischee?
Bundesliga-Tippspiel
Tippen Sie mit!
Tippen und gewinnen Sie bei unserem Bundesliga-Tippspiel. Hier können Sie mitspielen >>
TV Bittenfeld
Kein neuer Vertrag für Arni Sigtryggsson
Der Isländer muss Bittenfeld am Saisonende verlassen. Neue Aufgabe beim Ligakonkurrenten.
Der TV Bittenfeld hält nur zehn Minuten mit
Nach erfolgreichem Auftritt vor einer Woche hat der TV beim Vorletzten überraschend deutlich verloren.
Nachrichtenticker
03:10   Wolfgang Schäuble erhält Karlspreis
02:55   Aufsichtsrat informiert über Konsequenzen aus Flughafen-Debakel
02:14   Auftakt der Proteste gegen Banken - Zeltlager in Frankfurt geräumt
02:10   Europäische Innenminister treffen sich in München
01:19   USA mahnen Europa vor G8-Gipfel: Mehr gegen die Krise tun
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren