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BeschneidungEntscheidung über religiöse Beschneidung

Ramona Adolf, vom 12.12.2012 00:00 Uhr
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Am Mittwoch (12.12.) entscheidet der Bundestag über die religiöse Beschneidung von muslimischen und jüdischen Jungen. Dabei stehen zwei Gesetzesvorschläge zur Wahl. Nach dem Regierungsentwurf ist ein Eingriff weiterhin erlaubt, wenn er „nach den Regeln der ärztlichen Kunst“ durchgeführt und dadurch das Kindeswohl nicht gefährdet wird. In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürften dann zudem auch Personen, die von einer Religionsgesellschaft dafür vorgesehen sind, Beschneidungen durchführen.

66 Abgeordnete von SPD, Linken und Grünen sehen dadurch das Kindeswohl in Gefahr. Ihr Alternativentwurf erlaubt die Beschneidung generell erst ab dem 14. Lebensjahr, zudem soll nur ein Arzt beschneiden dürfen. Damit wäre allerdings die Beschneidung nach jüdischer Tradition ausgeschlossen, da diese am achten Tag nach der Geburt stattfinden muss.

Rückblick: Ein Urteil mit Folgen


Die hitzige Debatte über die Beschneidung hatte im Mai diesen Jahres mit einem Entscheid des Kölner Landgerichts begonnen. Religiös motivierte Beschneidung sei eine Straftat, so urteilte das Gericht und hat damit eine Welle der Empörung im Land ausgelöst. Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland kritisierte, die Debatte um die Beschneidung sei „nirgendwo auf der Welt mit einer solchen Schärfe, Kälte und zuweilen brutalen Intoleranz“ geführt worden.

Jüdisches und muslimisches Leben soll weiterhin möglich sein

In den darauffolgenden Wochen beschäftigte sich der Bundestag mit dem Thema und kam zu dem Entschluss, dass jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland weiterhin möglich sein müsse. Überdies brauche man eine eindeutige Rechtslage, um die Verunsicherung der Ärzte darüber, ob sie künftig strafrechtliche Konsequenzen erwarten müssten, wenn sie Beschneidungen vornähmen, zu beseitigen.

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