Artikel drucken Artikel kommentieren

Bilanz des VfBHundt: VfB Stuttgart macht Millionenverlust

Gunter Barner, vom 21.12.2012 21:00 Uhr
VfB-Aufsichtsratschef Dieter Hundt Foto: Pressefoto Baumann
VfB-Aufsichtsratschef Dieter HundtFoto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Sportlich stimmen die Ergebnisse beim VfB Stuttgart, finanziell nicht. In der Bilanz des Fußball-Bundesligisten klafft eine Lücke von rund zehn Millionen Euro. Bleibt da noch Geld für notwendige Transfers?


Guten Tag, Herr Hundt. Als Autofahrer wissen Sie: Auch ein Stuttgarter Weg kann in der Sackgasse enden.
(Legt die Stirn in Falten) Natürlich kann jeder Weg auch in einer Sackgasse enden. Aber ich bin überzeugt, dass wir mit dem VfB auf einer Durchgangsstraße sind.

Der VfB Stuttgart muss durch ein finanzielles Tal, die Konkurrenz dagegen rüstet weiter auf. Als Unternehmer müssten Sie warnen: Stagnation bedeutet Rückschritt.
Wir stagnieren nicht. Im Gegenteil: Wir haben die Mannschaft weiter verstärkt – denken Sie nur an Vedad Ibisevic. Außerdem haben wir unseren eigenen Nachwuchs wieder stärker in den Fokus gerückt. Die ersten Erfolge sind schon sichtbar. Raphael Holzhauser macht uns Freude, Antonio Rüdiger zeigt gute Ansätze . . .

. . . Die Kapitalausstattung des Clubs bleibt dennoch bescheiden.
Das stimmt nicht. Wir haben in diesem Jahr ein Problem mit dem wirtschaftlichen Ergebnis – zum Großteil bedingt durch hohe Abschreibungen. Da holen uns die Sünden der Vergangenheit ein.

Wegen einer verfehlten Transferpolitik in den Jahren nach der Meisterschaft 2007?
Diese Kritik muss sich das VfB-Management einschließlich Aufsichtsrat gefallen lassen. Es waren einige Personalien dabei, die uns bis heute belasten. Aber jammern hilft nichts, wir müssen 2012 mit dieser Situation leben.

Das Minus im Jahresergebnis dürfte bei zehn Millionen Euro liegen.
Die endgültigen Zahlen liegen natürlich noch nicht vor, aber die Größenordnung ist nicht völlig falsch. Das ist hochgradig unbefriedigend, und für mich persönlich ist das nach einem Abstieg der zweitschlimmste GAU. Trotz allem gibt es aber keinen Grund zur Sorge. Der VfB ist liquide, und wir werden im nächsten Jahr auf den bewährten Weg zurückkehren. Da entspannt sich die Lage deutlich.

Sind dann auch mal wieder größere Transfers im Bereich des Möglichen?
Ja, aber wir werden sehr, sehr sorgfältig vorgehen. Wir dürfen alte Fehler nicht wiederholen. Einen Fall Ewerthon oder ähnliche darf es beim VfB nie mehr geben.

Sehen Sie Möglichkeiten, die Einnahmequellen des Vereins zu optimieren?
Kurzfristig nur über weiteren sportlichen Erfolg.

Wenn ein starker Partner auf Sie zukommt, der bereit ist, im großen Stil in den Club zu investieren – ist das für Sie eine vorstellbare Vision?
(Atmet tief durch) Das hängt ganz davon ab, was das für ein Partner ist und welche Interessen er verfolgt. Wir müssten das genau prüfen, aber klar ist: Wir wollen Herr im eigenen Haus bleiben.

Und wenn er in eine Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft des VfB investieren würde?
Wie gesagt: Es hängt davon ab, welche Ziele ein Investor verfolgt. Wir würden auf gar keinen Fall akzeptieren, dass er – wie in manch anderen Vereinen – mehr oder weniger das Sagen hat. Das wäre im Übrigen ein völlig neues Geschäftsmodell, über das ­­dann die Mitgliederversammlung entscheiden müsste.

Sorgt Sie die finanzielle Ausstattung im Hinblick auf die Zukunft?
Nein, mittel- und langfristig mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Natürlich sind uns Clubs wie der FC Bayern, der VfL Wolfsburg oder auch Borussia Dortmund voraus. Und wir haben ein schlechtes Jahr. Aber das geht vorüber. Nein, wir werden auch in Zukunft ordentlich mitmischen. Mittelfristig halte ich auch die Teilnahme an der Champions League wieder für möglich. Vielleicht klappt es ja schon in dieser Saison (schmunzelt).
Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
Analyse: Spätes Tor, altes Problem
Bilder Die Gladbacher blieben in der Vorwärtsbewegung unstrukturiert, aber sie versuchten ihr Glück immer wieder – nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein. Oder besser: die VfB-Abwehr, die wieder durch ein spätes Gegentor Punkte ließ.
Ich werde schon öfters erkannt
VfB-Jungstar Timo Werner spricht im großen StN-Exklusiv-Interview über den Kampf gegen den Abstieg, sein Abitur und seine Popularität bei den Fans.

Amoklauf Winnenden
Alle Berichte der Winnender Zeitung zum Amoklauf seit März 2009
Die gesamte Berichterstattung der Winnender Zeitung seit 2009 finden Sie hier.
 
 
Videos
Interaktiv
  • Umfrage
SSL

Seit Jahren bestand eine große Sicherheitslücke bei vermeintlich sicheren SSL Servern. Sehr einfach konnten Hacker an Nutzerdaten gelangen. Wie schützen Sie sich?

 
Ich habe sofort meine Passwörter geändert.
Ich ändere meine Passwörter nicht.
Ich habe mich nicht damit auseinandergesetzt.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Neueste Artikel
  • Twitter
  • Facebook ZVW
  • Facebook Sportredaktion
Rundschlag
Sieben Fragen
Der Rundschlag stellt sieben bislang unbeantwortete Fragen. Doch Antworten wären notwendig.
Krähen und Nestbeschmutzer
Über journalistischen Schwachsinn und Kollegen, die nicht über die nächste Schlagzeile hinausdenken.
Bundesliga-Tippspiel
Tippen Sie mit!
Tippen und gewinnen Sie bei unserem Bundesliga-Tippspiel. Hier können Sie mitspielen >>
TV Bittenfeld
TVB verlängert mit sechs weiteren Spielern
Sieben Spiele vor Saisonende ist Zweitligist TVB bei Personalplanung großen Schritt weiter.
Das Team mit der besonderen Note
Für Bittenfelder Trainer Schweikardt hat Rostock das beste Umschaltspiel aller Mannschaften.