Donnerstag, 17. Mai 2012
 
 
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [0.00/0]
Video

Börsengang Wechseln oder bleiben? Facebook vs. Google+

Elke Wittch /dpa, vom 18.02.2012 15:55 Uhr
Die Logos der sozialen Netzwerke Google+ und Facebook. Foto: Julian Stratenschulte Foto: dpa
Die Logos der sozialen Netzwerke Google+ und Facebook. Foto: Julian Stratenschulte Foto: dpa
Siehe auch

Eine Hoffnung: Wenn Facebook an die Börse geht, könnten auch Nutzer und Datenschützer profitieren. Nach Angaben des Vermögensverwalters Maik Haufe von der Quirin Bank ist das Unternehmen „in der Vergangenheit natürlich bei weitem nicht so transparent gewesen, wie es in der Zukunft sein wird“. Mit einer Notierung in den USA kämen auf Facebook viele Veröffentlichungs-Pflichten zu. Nicht zuletzt könne Facebook aber auch ein Ziel von Spekulanten werden.
Andererseits: Seit Facebook angekündigt hat, alle Profile in eine Art Tagebuch zu ändern, in dem jeder stöbern kann, fragen sich viele Nutzer, ob sie sich aus dem sozialen Netzwerk abmelden und bei der Konkurrenz Google+ anmelden sollen. Doch auch Google ist in die Kritik geraten: Das Unternehmen bündelt alle seine Dienste, weshalb es noch mehr Kontrolle über die Vorlieben seiner Kunden hat. Gibt es überhaupt noch Unterschiede zwischen den sozialen Netzwerken? Eine Übersicht.

Wie melde ich mich an? 

Facebook: 
Vor- und Nachname, Geschlecht, Geburtstag und E-Mail-Adresse reichen - und schon gelingt die Anmeldung. Wer seinen richtigen Namen nicht nennen möchte, kann auch ein Pseudonym verwenden. Es folgt zwar noch die Aufforderung, persönliche Angaben wie Wohnort, Arbeitgeber, Telefonnummer zu machen - diese sind aber freiwillig. Wer diese nicht ausfüllen möchte, kann die offiziell aussehenden Fragen einfach ignorieren. Das Angebot, das eigene Postfach durchsuchen zu lassen, um die Freundessuche zu vereinfachen, sollte ebenfalls abgelehnt werden.

Google+:
Auch hier beginnt alles mit dem Namen, dem Geburtsdatum, der Mailadresse und der Telefonnummer. Dass diese Angaben teils freiwillig sind, steht nirgens. Denn gerade die Handynummer benutzt Google, um nach dem Zufallsprinzip neue User auszuwählen, deren Accounts per Anruf oder SMS verifiziert werden. Danach werden persönliche Daten abgefragt, man kann ein Foto hochladen und Konten bei anderen Anbietern durchsuchen lassen - muss es aber nicht. Das anschließende Ermahnen von Google kann ignoriert werden.

Sind meine Daten geschützt? 


Facebook: 
Inzwischen haben sich die Einstellungen zum Datenschutz stark verbessert - dennoch sind sie immer noch nicht auf den ersten Blick zu finden. Werden Neuerungen eingeführt, werden die Einstellungen außerdem so geändert, dass sie automatisch den höchsten Grad an Öffentlichkeit erreichen. Allerdings nicht lange: In der Regel kursieren dann rasch Anleitungen, wie die Nutzer ihren Account vor den neugierigen Blicken Außenstehender schützen können.

Google+: 

Am ärgerlichsten an Google+ ist, dass das Unternehmen Google eben die größte Agentur zur Platzierung von Internetwerbung ist. Also verknüpft das soziale Netzwerk neuerdings sämtliche Informationen über einen Nutzer, die bei den einzelnen Diensten des Unternehmens gesammelt werden. Auch die einseitige Verknüpfung von Kontakten bei dieser Plattform ist problematisch: Nutzer werden beispielsweise nicht gefragt, ob sie in den Kreis eines anderen Nutzers eingeordnet werden wollen.

Wo lauern die Gefahren? 


Facebook: 
Auch wenn aufgeregte Postings das Gegenteil vermuten lassen: Bei Facebook zu sein ist nicht gefährlich. Jedenfalls dann nicht, wenn Nutzer es unterlassen, auf obskure Links zu klicken oder sich mit Fremden zu befreunden. Vorsicht vor Anfragen unbekannter Profile mit perfekten Model-Fotos: Das sind eigens eingerichtete Fakeaccounts von Spammern zum Einsammeln von E-Mail-Adressen.

Google+: 
Schon zwei Tage nach dem Start wurden erste Workshops zum Thema "Erfolgreich Geldverdienen mit G+" angeboten. Dabei wurde den Geschäftemachern leider eingeredet, dass sie unbedingt so viele Kontakte wie möglich haben müssten. Dementsprechend bekommen die Nutzer unerträglich viele Anfragen. Wer Werbeposting und Lobhudeleien auf eigene Produkte und Angebote nicht mag, sollte solche Accounts umgehend aus den Kreisen entfernen.

Wie melde ich mich ab? 

Facebook: 
Ein Klick, und der Account ist gelöscht? So einfach ist die Sache mit dem Abmelden nicht. Facebook unterscheidet zwischen deaktivierten und gelöschten Accounts, was vielen Usern jedoch nicht klar ist. Ein deaktiviertes Profil (die Funktion verbirgt sich unter dem Punkt Sicherheitseinstellungen) ist zwar nicht mehr sichtbar, alle Daten wie Freunde und Postings existieren aber weiter - und können bei Bedarf auch wieder reaktiviert werden. Anleitungen für die dauerhafte Löschung findet man im Hilfe-Center.

Google+: Wer von Google+ genug hat, bekommt ein Problem: In den neuen Geschäftsbedingungen ist festgeschrieben, dass alle Dienste von Google (inklusive Gmail, Picasa, YouTube und die Suchmaschine) nunmehr zusammengehören. Bei der Abmeldung von Google+ sollte man deswegen ganz genau darauf achten, dass man sich nur vom Social-Network-Profil verabschiedet und nicht etwa von allen Angeboten, die genutzt werden. Ansonsten sind beispielsweise Mails, Adressen, gespeicherte Bilder unwiderruflich gelöscht.

Umfrage: Würden Sie Aktien von Facebook kaufen? Stimmen Sie ab >>>

Kommentare (3)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Anzeigen
FEB
05
00:23 Uhr, geschrieben von MS
Nicht der Wahrheit entsprechend
Ich nutze selbst sehr oft Google+ und es gibt verschiedene Dinge, die ich in diesem Artikel einfach falsch finde. Ich habe innerhalb von 2 Monaten gerade einmal 1ne Anfrage einer Person bekommen die ich nicht kannte. Von zuspamen durch Firmen oder Privatpersonen kann wirklich nicht die Rede sein. Google verkauft keine Daten sondern nutzt sie für die eigene Werbeplattform, welche übrigens nicht in G+ integriert ist, jedenfalls habe ich dort noch nie Werbung gesehen. Facebook verkauft die Daten und hat alle Rechte auf die Posts und Bilder. Googles neue Datenschutzrichtlinien sind vielleicht nicht die besten, gerade weil sie jetzt zusammengelegt sind. Aber wenn man sie sich mal selbst durchliest und nicht auf die Angstmache der Medien hört, so merkt man das sie wirklich fair ist.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
3
Kommentar bewerten
FEB
04
11:27 Uhr, geschrieben von Mike
Schwacher Bericht
Der Vergleich zwischen FB + G+ wurde sehr einseitig und nicht ganz offen verfasst. Für mich hat sich Facebook für immer erledigt, nachdem ich 4 Wochen G+ getestet hatte und mir G+ viel angenehmer erscheint, habe ich mein Facebook Konto gelöscht und bin froh darüber, endlich!
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
3
Kommentar bewerten
FEB
03
18:40 Uhr, geschrieben von smegrworx
Schade .... Chance verpasst
Auf den wichtigsten Unterschied beim Thema Datenschutz geht dieser Artikel nicht ein. Bei Facebook trete ich alle Rechte an meinen Informationen/Inhalten/Bildern an Facebook ab. So dreist ist nicht mal Google.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
4
Kommentar bewerten
Ein Bierbauch, der sich abschnallen lässt
Video Archaische Männlichkeitsriten und ein iPhone-Bottle-Opener. Was der Mann von heute wirklich braucht.
2030 brauchen wir neuen Planeten
WWF präsentiert ernüchternde Umweltbilanz: Menschheit lebt weit über ihre Verhältnisse.
Videos
Interaktiv
  • Umfrage
Ausschreitungen

Nach dem Skandalspiel von Düsseldorf: Die Spiele zwischen KSC und VfB Stuttgart II werden in Mercedes-Benz-Arena verlegt - aus Sicherheitsgründen. Und auch die Gewerkschaft der Polizei fordert nun harte Sanktionen bei Fan-Ausschreitungen. Brauchen wir härtere Strafen und höhere Sicherheitsmaßnahmen im Fußball?

 
Ja, das hat nichts mit Sport zu tun und muss auf jeden Fall bestraft werden.
Nein, das war nur eine Ausnahme.
Mir ist das ganze Theater um Fußball egal.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Neueste Artikel
Meist gelesen
Epaper
Von Administrator
  • Facebook Lokalredaktion
  • Facebook Sportredaktion
  • Twitter
Rundschlag
Die Windwende bei der CDU
Die CDU hat eine neue, zukunftsweisende Energiequelle für sich entdeckt: Die Windkraft.
Väter im Aufbruch
Weshalb lässt das Wort „Vatertag“ sofort an Alkohol denken? Woher rührt das Klischee?
Bundesliga-Tippspiel
Tippen Sie mit!
Tippen und gewinnen Sie bei unserem Bundesliga-Tippspiel. Hier können Sie mitspielen >>
TV Bittenfeld
Kein neuer Vertrag für Arni Sigtryggsson
Der Isländer muss Bittenfeld am Saisonende verlassen. Neue Aufgabe beim Ligakonkurrenten.
Der TV Bittenfeld hält nur zehn Minuten mit
Nach erfolgreichem Auftritt vor einer Woche hat der TV beim Vorletzten überraschend deutlich verloren.
Nachrichtenticker
03:10   Wolfgang Schäuble erhält Karlspreis
02:55   Aufsichtsrat informiert über Konsequenzen aus Flughafen-Debakel
02:14   Auftakt der Proteste gegen Banken - Zeltlager in Frankfurt geräumt
02:10   Europäische Innenminister treffen sich in München
01:19   USA mahnen Europa vor G8-Gipfel: Mehr gegen die Krise tun
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren