
Auf einen Klick
Eine Hoffnung: Wenn Facebook an die Börse geht, könnten auch Nutzer und Datenschützer profitieren. Nach Angaben des Vermögensverwalters Maik Haufe von der Quirin Bank ist das Unternehmen „in der Vergangenheit natürlich bei weitem nicht so transparent gewesen, wie es in der Zukunft sein wird“. Mit einer Notierung in den USA kämen auf Facebook viele Veröffentlichungs-Pflichten zu. Nicht zuletzt könne Facebook aber auch ein Ziel von Spekulanten werden.
Andererseits: Seit Facebook angekündigt hat, alle Profile in eine Art Tagebuch zu ändern, in dem jeder stöbern kann, fragen sich viele Nutzer, ob sie sich aus dem sozialen Netzwerk abmelden und bei der Konkurrenz Google+ anmelden sollen. Doch auch Google ist in die Kritik geraten: Das Unternehmen bündelt alle seine Dienste, weshalb es noch mehr Kontrolle über die Vorlieben seiner Kunden hat. Gibt es überhaupt noch Unterschiede zwischen den sozialen Netzwerken? Eine Übersicht.
Wie melde ich mich an?
Facebook:
Vor- und Nachname, Geschlecht, Geburtstag und E-Mail-Adresse reichen - und schon gelingt die Anmeldung. Wer seinen richtigen Namen nicht nennen möchte, kann auch ein Pseudonym verwenden. Es folgt zwar noch die Aufforderung, persönliche Angaben wie Wohnort, Arbeitgeber, Telefonnummer zu machen - diese sind aber freiwillig. Wer diese nicht ausfüllen möchte, kann die offiziell aussehenden Fragen einfach ignorieren. Das Angebot, das eigene Postfach durchsuchen zu lassen, um die Freundessuche zu vereinfachen, sollte ebenfalls abgelehnt werden.
Google+:
Auch hier beginnt alles mit dem Namen, dem Geburtsdatum, der Mailadresse und der Telefonnummer. Dass diese Angaben teils freiwillig sind, steht nirgens. Denn gerade die Handynummer benutzt Google, um nach dem Zufallsprinzip neue User auszuwählen, deren Accounts per Anruf oder SMS verifiziert werden. Danach werden persönliche Daten abgefragt, man kann ein Foto hochladen und Konten bei anderen Anbietern durchsuchen lassen - muss es aber nicht. Das anschließende Ermahnen von Google kann ignoriert werden.
Sind meine Daten geschützt?
Facebook:
Inzwischen haben sich die Einstellungen zum Datenschutz stark verbessert - dennoch sind sie immer noch nicht auf den ersten Blick zu finden. Werden Neuerungen eingeführt, werden die Einstellungen außerdem so geändert, dass sie automatisch den höchsten Grad an Öffentlichkeit erreichen. Allerdings nicht lange: In der Regel kursieren dann rasch Anleitungen, wie die Nutzer ihren Account vor den neugierigen Blicken Außenstehender schützen können.
Google+:
Am ärgerlichsten an Google+ ist, dass das Unternehmen Google eben die größte Agentur zur Platzierung von Internetwerbung ist. Also verknüpft das soziale Netzwerk neuerdings sämtliche Informationen über einen Nutzer, die bei den einzelnen Diensten des Unternehmens gesammelt werden. Auch die einseitige Verknüpfung von Kontakten bei dieser Plattform ist problematisch: Nutzer werden beispielsweise nicht gefragt, ob sie in den Kreis eines anderen Nutzers eingeordnet werden wollen.
Wo lauern die Gefahren?
Facebook:
Auch wenn aufgeregte Postings das Gegenteil vermuten lassen: Bei Facebook zu sein ist nicht gefährlich. Jedenfalls dann nicht, wenn Nutzer es unterlassen, auf obskure Links zu klicken oder sich mit Fremden zu befreunden. Vorsicht vor Anfragen unbekannter Profile mit perfekten Model-Fotos: Das sind eigens eingerichtete Fakeaccounts von Spammern zum Einsammeln von E-Mail-Adressen.
Google+:
Schon zwei Tage nach dem Start wurden erste Workshops zum Thema "Erfolgreich Geldverdienen mit G+" angeboten. Dabei wurde den Geschäftemachern leider eingeredet, dass sie unbedingt so viele Kontakte wie möglich haben müssten. Dementsprechend bekommen die Nutzer unerträglich viele Anfragen. Wer Werbeposting und Lobhudeleien auf eigene Produkte und Angebote nicht mag, sollte solche Accounts umgehend aus den Kreisen entfernen.
Wie melde ich mich ab?
Facebook:
Ein Klick, und der Account ist gelöscht? So einfach ist die Sache mit dem Abmelden nicht. Facebook unterscheidet zwischen deaktivierten und gelöschten Accounts, was vielen Usern jedoch nicht klar ist. Ein deaktiviertes Profil (die Funktion verbirgt sich unter dem Punkt Sicherheitseinstellungen) ist zwar nicht mehr sichtbar, alle Daten wie Freunde und Postings existieren aber weiter - und können bei Bedarf auch wieder reaktiviert werden. Anleitungen für die dauerhafte Löschung findet man im Hilfe-Center.
Google+: Wer von Google+ genug hat, bekommt ein Problem: In den neuen Geschäftsbedingungen ist festgeschrieben, dass alle Dienste von Google (inklusive Gmail, Picasa, YouTube und die Suchmaschine) nunmehr zusammengehören. Bei der Abmeldung von Google+ sollte man deswegen ganz genau darauf achten, dass man sich nur vom Social-Network-Profil verabschiedet und nicht etwa von allen Angeboten, die genutzt werden. Ansonsten sind beispielsweise Mails, Adressen, gespeicherte Bilder unwiderruflich gelöscht.
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