Deutschland Dax verliert: Anleger gehen vor Wahl-Wochenende in Deckung

dpa, 02.12.2016 09:24 Uhr
Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (Dax). Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (Dax).Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
Frankfurt/Main.
Am deutschen Aktienmarkt ist es vor einem ereignisreichen Wochenende erneut bergab gegangen. Am Nachmittag notierte der Dax 0,80 Prozent tiefer bei 10 449,65 Punkten.

Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Minus von mehr als zwei Prozent ab. Das Börsenstatistik-Magazin Index-Radar sprach von einer "Erdbebenwarnung am Markt" und einem anhaltenden Verkaufsdruck.

Am Sonntag stehen mit dem Verfassungsreferendum in Italien und der österreichischen Bundespräsidentenwahl wichtige politische Ereignisse auf der Agenda, die seit Tagen für Zurückhaltung bei den Anlegern sorgen. Es geht die Sorge um, dass Euro-Skeptiker durch beide Abstimmungen Auftrieb erhalten. Der aktuelle US-Arbeitsmarktbericht hatte indes keinen erkennbaren Einfluss auf den Markt.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen verlor zuletzt 0,74 Prozent auf 20 491,09 Zähler und der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 1,04 Prozent auf 1678,00 Punkte zurück. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ein Minus von 1,12 Prozent auf 2997,12 Punkte zu Buche.

Bei Autoaktien sorgten teils enttäuschende US-Verkaufszahlen für Kursverluste: Die Papiere von BMW und VW verloren jeweils gut 1 Prozent. Besser hielten sich Daimler-Aktien mit einem Kursminus von 0,32 Prozent.

Software-Titel gerieten nach einem negativ aufgenommenen Ausblick des US-Branchenvertreters Workday unter Druck: Während SAP um 1,57 Prozent absackten, büßten die Aktien der Software AG im TecDax 1,41 Prozent ein.

Die Aktien des Halbleiterherstellers Dialog Semiconductor sackten am TecDax-Ende um 5,21 Prozent ab, was ein Börsianer mit einem negativen Bericht zur Nachfrage nach dem neuen iPhone begründete. Dialog erzielt nach Analystenschätzungen rund 80 Prozent seines Umsatz mit dem iPhone-Hersteller Apple.

Auch beim Spezialmaschinenbauer Aixtron ging es bergab. Kreisen zufolge will US-Präsident Barack Obama den geplanten Kauf durch den chinesischen Investor Grand Chip Investment mit einem Veto blockieren. Die im TecDax gelisteten Aixtron-Aktien verloren 3,42 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,09 Prozent am Vortag auf 0,11 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 141,78 Punkte. Der richtungweisende Euro-Bund-Future gewann 0,24 Prozent auf 160,18 Punkte. Der Euro kostete zuletzt 1,0637 US-Dollar. Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,0627 Dollar festgesetzt.

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