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FamilienforumBei Brechdurchfall viel trinken

Andrea Wüstholz, vom 01.10.2012 17:21 Uhr
Trinken, trinken, trinken: Das ist das Wichtigste bei Brechdurchfall. Foto: dpa
Trinken, trinken, trinken: Das ist das Wichtigste bei Brechdurchfall.Foto: dpa

Waiblingen. Lieber zehnmal Grippe als einmal Brechdurchfall. Tausende Kinder in Ostdeutschland kamen dieser Tage kaum noch runter vom Klo. Vor solch einer rätselhaften Krankheitswelle fürchten sich Eltern. Was bei Brechdurchfall zu tun ist, erläutert eine Kinderärztin:

Kein Fall im Kreis

Laut Landratsamt ist zurzeit niemand im Rems-Murr-Kreis gemeldet, der sich mit dem Noro-Virus oder anderen meldepflichtigen Erregern infiziert hätte.

In ganz Baden-Württemberg gibt es laut Landratsamt bisher keine Fälle, die mit einem Ausbruch des Noro-Virus-Erregers in Verbindung stehen (Stand 01.10.).

Keine Sorge: Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Krankheitswelle aus Ostdeutschland zu uns schwappen könnte. Doch in fünf ostdeutschen Bundesländern sind fast 9000 Kinder und Jugendliche betroffen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) besteht ein Zusammenhang mit dem Nahrungsmittelverzehr in Betreuungseinrichtungen und Schulen. Die genaue Ursache der Erkrankungen ist noch nicht geklärt; doch handelt es sich laut RKI um den mit Abstand größten bekannten lebensmittelbedingten Ausbruch in Deutschland. Doch verlief die Krankheit in fast allen Fällen kurz und unkompliziert.

Bakterien oder Noroviren gelten als mögliche Auslöser. Eine Ansteckung mit Noroviren verursacht massive Durchfälle und Erbrechen. Die Krankheit kann sich bis zu zwei Wochen lang hinziehen.

Das Wichtigste bei Brechdurchfall: Trinken, trinken, trinken. Isst das Kind zwei oder drei Tage nichts, müssen sich Eltern nicht sorgen. Aufs Trinken dürfen Kinder aber auf keinen Fall verzichten, betont die Waiblinger Kinderärztin Dr. Annette Weimann. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt Kamillen- oder Fencheltee mit ein bis zwei gestrichenen Teelöffeln Zucker pro 100 Milliliter Tee und einer Prise Salz. Gesalzene Brühen und kaliumreiche Obstsäfte wie Bananen- oder Aprikosensaft können zusätzlich helfen, Verluste an Nährstoffen, Elektrolyten und Vitaminen auszugleichen. Für Kleinkinder können laut Dr. Weimann vorgefertigte Elektrolytlösungen, die genau auf deren Bedarf abgestimmt sind, sinnvoll sein. Gefährlich wird eine Durchfallerkrankung dann, wenn der Körper beginnt auszutrocknen. Fühlt sich das Kind sehr schlapp, wirkt es apathisch und reagiert es verlangsamt, müssen Eltern unbedingt reagieren.

Brechdurchfall ist ansteckend. Die Erreger verbreiten sich sehr leicht zum Beispiel über die Hände. Also sehr gründlich und oft Hände wäschen, wenn jemand in der Familie erkrankt ist, rät Dr. Weimann.

Schnell zum Kinderarzt sollten Eltern laut Bundeszentrale mit ihrem Kind, wenn folgende Anzeichen auftreten:

  • Stuhlfarbe weiß bei gestillten Kindern
  • Das Kind lässt sich nicht zum Trinken bewegen
  • Das Kind hat hohes Fieber und/oder gleichzeitig Bauchschmerzen
  • Die Bauchdecke ist sehr angespannt
  • Der Durchfall dauert bei Säuglingen seit sechs Stunden, beim Kleinkind seit zwölf und beim Schulkind bereits seit 18 Stunden an.
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