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FamilienforumEine Mutter ist Mutter, nicht Freundin

Andrea Wüstholz, vom 16.07.2012 18:33 Uhr
Angela Gruber, Christine Schulz-Devanti und Tina Greiner-Kornher (von links) veranstalten Workshops für Mütter. Es geht ums besondere Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern und zwischen Müttern und Söhnen. Foto: Habermann/ZVW
Angela Gruber, Christine Schulz-Devanti und Tina Greiner-Kornher (von links) veranstalten Workshops für Mütter. Es geht ums besondere Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern und zwischen Müttern und Söhnen.Foto: Habermann/ZVW

Backnang/Waiblingen. Spieglein, Spieglein an der Wand ... gut, okay. Die Tochter ist schöner. Viel viel schöner. Ihre Zeit kommt. Jetzt. Beileibe nicht nur deshalb knirscht es zuweilen heftig zwischen Müttern und Töchtern.

Neue Workshops

Die Backnanger Beratungsstelle für Familien und Jugendliche des Landratsamtes Rems-Murr bietet sowohl Workshops für Mütter von Töchtern als auch für Mütter von Söhnen an. Die Kurse dauern fünf Abende.

Ein Workshop übers besondere Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern läuft zurzeit. Neue Termine stehen noch nicht fest; Infos und Vormerkungen bei der Beratungsstelle unter Telefon 0 71 91 / 895 - 4039.
 

Märchen drehen sich ganz oft um Rivalitäten zwischen Mutter und Tochter. Eine böse Stiefmutter verkörpert das Teuflische – ein Kunstgriff. Im Grunde steht die Stiefmutter nur für die dunkle Seite der leiblichen Mutter. In Märchen steckt Weisheit, und nicht nur deshalb plädiert Erziehungsberaterin Tina Greiner-Kornher dafür, als Mutter beides zuzulassen, die helle und die dunkle Seite. Missgunst, weil die Tochter zur Schönheit erblüht – es gehört zum Menschsein. Durchsetzungskraft, damit die Tochter nicht völlig über die Stränge schlägt – sie gehört zur Erziehung. Eine Mutter kann nicht beste Freundin ihrer Tochter sein. Eine Mutter ist eine Mutter.

Welche Wünsche, Erwartungen, Vorstellungen eine Frau mit ihrer Mutterrolle verbindet, klären Mütter in einem Workshop: Um das besondere Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern geht es an fünf Kursabenden, veranstaltet von der Backnanger Beratungsstelle für Familien und Jugendliche des Landratsamts. Zuerst erinnern sich die Mütter an ihr eigenes Empfinden als Tochter, an ihre Reibereien mit ihrer Mutter und daran, mit welchen Erwartungen sie der Geburt ihrer eigenen Tochter entgegensahen.

Pubertierende Töchter scheuen Schimpfwörter nicht


Danach geht’s ans Eingemachte. Du bist zu fett, zu altmodisch, zu peinlich: Solcherlei Sprüche scheuen längst nicht alle pubertierenden Töchter. „Das darf man nicht persönlich nehmen“, betont Sozialpädagogin Angela Gruber, die den Workshop zusammen mit Tina Greiner-Kornher leitet. Das Konzept für den Kurs stammt von Tina Greiner-Kornher und Christine Schulz-Devanti und entstand zunächst für einen Workshop, der noch immer recht schnell ausgebucht ist: In diesem Kurs geht’s um das besondere Verhältnis zwischen Müttern und Söhnen.

Beide Geschlechter eint während der Pubertät die Baustelle im Kopf: Das Gehirn sortiert sich in dieser Zeit noch mal neu; den Kindern fehlt’s gehirnbedingt an Einfühlungsvermögen. Offenbar lässt sich sogar im Gehirn nachweisen, dass das Kurzzeitgedächtnis während der Pubertät extrem schlecht arbeitet. Pubertierende tun nicht nur so, als ob sie jede kleine Aufforderung – kannst du mal den Müll runtertragen? – sofort vergessen würden. Sie vergessen sie wirklich. Das zu wissen, nimmt Dampf aus dem Alltag. Humor erst recht.

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