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FamilienforumFlourid: Die Dosis macht's

Petra Neef, vom 30.07.2012 18:10 Uhr
Fluoridlack auf die Zähne – sinnvoll oder nicht? Daran scheiden sich die Geister. Foto: Bernhardt/ZVW
Fluoridlack auf die Zähne – sinnvoll oder nicht? Daran scheiden sich die Geister.Foto: Bernhardt/ZVW

 

Waiblingen. Zahnschmelz härten bei Kindern – sinnvoll oder nicht? Die Arbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit im Rems-Murr-Kreis sagt Ja und schickt regelmäßig Zahnschmelzhärter an einen Großteil der Schulen im Kreis.

Info-Telefon

Weitere Infos gibt’s bei der Arbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit Rems-Murr, Tel. 0 71 51/97 50 00.

Zahnschmelzhärtung bietet die Arbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit in 75 Prozent der Grundschulen und in allen Hauptschulen sowie Förderschulen für lernbehinderte Kinder an. Fachbereichsleiter und Zahnarzt Marc Van Steenkiste erklärt, wieso, weshalb, warum: Kinder in Realschulen und Gymnasien haben wesentlich häufiger ein naturgesundes Gebiss als Kinder in Hauptschulen und Förderschulen für Lernbehinderte. Deshalb richtet sich die Gruppenprophylaxe vorrangig an die Risikogruppen. Laut Marc Van Steenkiste werden Kinder in den Schulen mit einer Fluoridprophylaxe versorgt, sofern die Eltern schriftlich zugestimmt haben. Zahnmedizinische Fachangestellte erklären den Kindern in den Klassen zunächst, worum es geht und bestellen die Kinder dann in kleinen Gruppen ein. Die Kinder müssen vor der Behandlung Zahnbeläge nicht vollständig entfernen. Die Behandlung sei trotzdem wirksam, hätten Studien erwiesen.

Die Mitarbeiterin bringt eine sparsame Menge Fluoridlack mit einer Kanüle auf die Seitenzähne auf. Insbesondere Fissuren, Zahnzwischenräume und Bereiche beginnender Entkalkung sollen mit Lack bedeckt sein.

In den Grundschulen nehmen laut Marc Van Steenkiste im Schnitt 84 Prozent der Kinder an der Zahnschmelzhärtung teil. In den Hauptschulen liegt die Beteiligung mit 73 Prozent deutlich niedriger. Der Grund, weshalb Eltern ihre Kinder nicht teilnehmen lassen, werde nicht abgefragt.

Nach dem Gesetz soll Zahnschmelzhärtung in der Schule angeboten werden, denn dort werden alle Kinder erreicht und es werde ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis erzielt. Nach Abschluss der Gruppenprophylaxe empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit, die Schmelzhärtung in der Zahnarztpraxis weiterführen zu lassen. Die Behandlung kann zweimal im Jahr durchlaufen werden, ist eine Kassenleistung und für Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres kostenlos.

Fluroid in der Zahnpasta und im Speisesalz

Zusätzlich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde laut Marc Van Steenkiste, bei Kindern fluoridiertes Speisesalz und eine fluoridierte Zahnpasta zu verwenden. Sobald die ersten Milchzähne durchbrechen, sollen die Eltern diese Zähnchen mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta putzen. Das Fluorid im Speisesalz und in der Zahnpasta wirke durch direkten Kontakt mit der Zahnoberfläche. Es repariere beginnende Karies durch Wiedereinlagerung von Mineralien und hemme die Entkalkung der Zähne. Fluoridtabletten und fluoridiertes Salz dürfen nicht kombiniert werden. Fluoridtabletten werden nur noch empfohlen, wenn in der Familie kein Speisesalz benutzt werden kann.


Die naturheilkundliche Literatur warnt indes vor Gefahren. Viele Fluorid-Kritiker sind der Meinung, dass der toxische Grenzwert allein schon durch Fluoride im Trinkwasser, in der Nahrung, in der Zahnpasta und in Mundspülungen erreicht werden kann. Es wird sogar von einem „Angriff auf die Volksgesundheit“ gesprochen. Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel- und Gelenkschmerzen seien nur ein Teil der Krankheiten, die durch eine zu hohe Dosierung entstehen könnten. In einigen Ländern wird Fluorid sogar dem Leitungswasser beigemischt – Anlass für Verschwörungstheorien. Die Mehrheit der Zahnärzte weist aber darauf hin: „Die Dosis macht das Gift.“ In einem Punkt sind sich Befürworter und Gegner einig: Vor allem gesunde Ernährung gilt als der Schlüssel zu gesunden Zähnen. Bei Getränken sind Wasser und ungesüßte Tees erste Wahl. Kalziumhaltige Nahrungsmittel wie Käse- und Milchprodukte, Sesamsamen und Mandeln sowie grüne Gemüsesorten stärken die Zähne. Auch Rohkost bietet viele Vorteile: Beim Kauen wird das Zahnfleisch massiert und auch die Zahnzwischenräume gereinigt. Polyphenole, die vor allem in roten Weintrauben vorkommen, verlangsamen den Stoffwechsel von Kariesbakterien.

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