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FamilienforumHochsensible Kinder brauchen Akzeptanz

Andrea Wüstholz, vom 09.07.2012 18:06 Uhr
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Ein Hinweis unter vielen möglichen: Hochsensible Kinder kommen ganz schlecht mit Lärm klar. Sie nehmen Reize von außen viel intensiver wahr als andere und fühlen sich deshalb schneller gestresst. Ganztagesschulen könnten auf solche Kinder besonders belastend wirken. Foto: Fotolia
Ein Hinweis unter vielen möglichen: Hochsensible Kinder kommen ganz schlecht mit Lärm klar. Sie nehmen Reize von außen viel intensiver wahr als andere und fühlen sich deshalb schneller gestresst. Ganztagesschulen könnten auf solche Kinder besonders belastend wirken.Foto: Fotolia

Korb. Sie gelten als überempfindlich, anstrengend, sonderbar. Sie leiden, sofern niemand ihre etwas andere Art der Wahrnehmung erkennt. Hochsensible Kinder brauchen eine Extraportion Akzeptanz, damit sie ihre Besonderheiten als Chance, statt als Problem begreifen lernen.

Rolf Sellin passt auf wie ein Luchs, damit er nicht auf Glatteis gerät: Hochsensibilität als besondere Eigenschaft zu bezeichnen, wird leicht missdeutet. Aha, der hält sich für was Besonderes. Aha, der will bloß eine Extrawurst für sich heraushandeln.

Will er nicht. Er will nur Verständnis wecken für Menschen, die besonders intensiv wahrnehmen, was um sie herum geschieht, was andere fühlen, was ihre Sinne ihnen widerspiegeln. Rolf Sellin, von Haus aus Architekt, heute Inhaber eines Stuttgarter Instituts, welches Hochsensiblen Hilfen bietet, war selbst lange auf der Suche nach Antworten. Bei einem Vortrag in der Korber Keplerschule erläuterte der Referent, wie sich Hochsensibilität bei Kindern äußert und was Eltern tun können, damit sie diese Eigenheit als Geschenk annehmen können. Sellin beschreibt Hochsensibilität als ein Wesensmerkmal von ungezählt vielen, welche die Persönlichkeit eines Menschen ausmachen.

Betroffene reagieren erleichtert: Das also ist es!

In der Fachliteratur tauchte der Begriff der Hochsensibilität erst vor gut 15 Jahren auf. Mit Hilfe einfacher Selbsttests soll sich demnach klären lassen, ob sich Probanden als hochsensibel betrachten dürfen oder nicht. Solch schlichtes In-eine-Schublade-Stecken befremdet etwas – doch berichten Betroffene von übergroßer Erleichterung, Hochsensibilität als Ursache für ihren anderen Umgang mit dem Leben erkannt zu haben.

Hochsensible Menschen nehmen laut Rolf Sellin mehr Reize auf als andere, und das wirkt sich auf ihre Lebensqualität aus. Sehr vielen Reizen ausgesetzt sein bedeutet, schneller gestresst zu sein als andere, viel mehr Ruhephasen und Zeit für Rückzug zu benötigen. Rolf Sellin beschreibt Hochsensible als Menschen, die „sehr viel zu tun haben im Kopf“, stets alle möglichen Folgen abwägen, sich intensiv in andere einfühlen, gern als Bedenkenträger dastehen, höchst empfindlich auf Lärm oder Gerüche reagieren, statt nur nach Perfektion gar nach Vollkommenheit streben. Sie überfordern sich, bis sie völlig verzweifelt nichts mehr schaffen und nur noch ihre Ruhe brauchen – bevor der Kreislauf von vorn beginnt.

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