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FamilienforumUnd täglich grüßt die Glotze

Andrea Wüstholz, vom 17.09.2012 16:53 Uhr
Welche Sendungen tun Kindern nicht gut? Flimmo-Elternberater kennzeichnen solche Programme. Foto: ZVW
Welche Sendungen tun Kindern nicht gut? Flimmo-Elternberater kennzeichnen solche Programme.Foto: ZVW

Waiblingen. Es weht wieder ein anderer Wind, seit die Ferien vorbei sind. Kinder sollen früher ins Bett, fleißig lernen, dies und das und jenes tun. Bloß nicht so viel fernsehen. Fernsehverbot bei schlechten Noten – ratsam oder nicht? Sinnvolle Programmauswahl – wie geht das? „Flimmo“ hilft weiter.

Fernsehzeit als Strafe oder Belohnung einzusetzen, bringt nichts. Verbote führen nicht zu besseren Noten und erhöhen bloß den Reiz der Flimmerkiste. Vielleicht will das Kind nur deshalb dauernd fernsehen, weil es vor realen Problemen davonlaufen oder bei Fernsehhelden Lösungen abschauen möchte: „Flimmo“ rät Eltern in diesem Fall zum Aus-Knopf und zum Gespräch: Woher Schwierigkeiten rühren, findet keiner vor der Kiste heraus.

Alle Infos unter www.flimmo.tv

In der aktuellen Flimmo-Broschüre – kostenlos zu haben zum Beispiel beim Kreismedienzentrum in Waiblingen oder auch als Download im Internet – geht es um „Star Wars - Sternenkrieg im Kinderzimmer?“ Star-Wars-Filme ordnet Flimmo der Rubrik „mit Ecken und Kanten“ zu: „Gewalt wird im Krieg der Sterne als unverzichtbar dargestellt. Auch wenn die Gewaltaktionen in eine fantastische Märchenwelt eingebettet sind, fordert der Krieg zahlreiche Todesopfer, an drastischen Kampfszenen wird nicht gespart.“

Hinter Flimmo stecken der Verein „Programmberatung für Eltern“ und das Münchner Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. Unter www.flimmo.tv liefert das Portal außer konkreten Tipps zu Sendungen für Kinder ein riesiges Infoangebot: Welche Filme machen Kindern aus welchen Gründen schwer zu schaffen, wie erleben Kinder welchen Alters welche Programme, was kommt bei Kindern gut an und warum?

Das Familienforum-Urteil zu Flimmo: sehr empfehlenswert.

„Du hast ja schon viereckige Augen!“

Jetzt zum Schuljahresstart diskutieren Familien wieder verstärkt über Fernsehkonsum. „Du hast ja schon viereckige Augen“ – diesen Satz dürften die meisten Kinder kennen. Flimmo wartet nicht mit konkreten Zeitvorgaben auf, wie viel Fernsehzeit in welchem Alter angemessen ist. Familien müssen ihr eigenes Maß finden.

Flimmo bringt Zeitgutscheine ins Spiel: Dürfen sich ältere Kinder ihre Fernsehzeit pro Woche selbst einteilen, lernen sie, Verantwortung zu übernehmen „und sich über Dauer und Qualität des Fernsehens Gedanken zu machen.“ Wovon der Verein „Programmberatung für Eltern“ dringend abrät: vor der Schule schon die Glotze einschalten oder den Fernseher als elektronischen Babysitter missbrauchen.

Es kommt nicht nur drauf an, wie lange, sondern was Kinder schauen. Das Flimmo-Portal kategorisiert Fernsehsendungen in drei Rubriken: „Kinder finden’s prima“, „mit Ecken und Kanten“ und „nicht für Kinder“. Die Elternberater finden in Befragungen heraus, welche Altersgruppe welche Sendungen am attraktivsten findet, und kennzeichnet das Programm entsprechend. Der Hinweis „mit Ecken und Kanten“ bedeutet, Inhalte in diesen Sendungen tun Kindern womöglich nicht gut. Bei solchen Sendungen sei es sinnvoll zu beobachten, wie Kinder damit umgehen. Als eindeutig „nicht für Kinder“ kennzeichnet Flimmo Inhalte, die für Kinder schwer verkraftbar sind: „Am besten hält man Kinder davon fern, da sie überfordert, verunsichert oder geängstigt werden können.“

Ohne Diskussionen geht das natürlich nicht ab. Der Klassiker aus Kindermund: Alle anderen dürfen das anschauen, bloß ich nicht. Alle reden in der Schule immer über diese eine Fernsehsendung – und das eigene Kind bleibt für immer Außenseiter, weil seine überstrengen Eltern sowieso immer alles verbieten. Flimmo schlägt vor, sich gemeinsam eine Folge der umstrittenen Serie anzuschauen: „So fällt es auch leichter zu begründen, warum dieses Angebot ungeeignet ist. Vielleicht relativiert sich die Begeisterung der Kinder ja auch, wenn der Reiz des Verbotenen erst einmal verflogen ist.“

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