Donnerstag, 17. Mai 2012
 
 
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Ferienjobs Zusteller ist ein Knochenjob!

Sandra Rommel, vom 04.01.2012 21:41 Uhr
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Bei Wind und Wetter Briefe auszutragen ist nicht immer ein Spaß, weiß Boris.  Foto: Privat
Bei Wind und Wetter Briefe auszutragen ist nicht immer ein Spaß, weiß Boris. Foto: Privat

Boris Müller hat in den Sommerferien vier Wochen lang bei der Deutschen Post AG gearbeitet. Sandra Rommel hat sich mit ihm über seinen Ferienjob unterhalten.

Hey Boris, du hast doch im Sommer bei der Post gejobbt. Wie sieht dort ein typischer Arbeitstag aus?

Laut Dienstplan beginnt der Arbeitstag gegen sechs Uhr dreißig. In der Realität kann das jedoch deutlich früher sein. Meine erste Station war das Sortierzentrum in Fellbach. Dort werden Fein- und Grobpost vorsortiert. Feinpost sind zum Beispiel Briefe, unter Grobpost versteht man Werbeprospekte oder Magazine. Nach der Sortierarbeit, bei der ich mich als Linkshänder übrigens ziemlich schwergetan habe, ging’s dann raus zum Zustellen. Das war meistens gegen neun oder zehn Uhr.

Und wie ging’s dann weiter?

Vom Sortierzentrum in Fellbach bin ich mit dem Bus nach Schmiden gefahren. Dort befand sich der Bezirk, für den ich zuständig war. In der Regel umfasst ein solcher Bezirk etwa acht bis zehn Straßen. Die Bezirke werden für die Zusteller jedoch zunehmend vergrößert, da - wie fast überall - an Arbeitskräften gespart werden muss.

War die Arbeit schwierig?

Es ging. Vor Arbeitsbeginn wurde ich eine Woche lang eingelernt. Man braucht Übung, am Anfang geht es nur sehr langsam, aber mit der Zeit hat man den Dreh raus. Acht Stunden Arbeitszeit sind vorgesehen, aber teilweise kommt man nicht unter zehn Stunden weg. Lästig ist es zum Beispiel bei schlechtem Wetter. Einmal stand mein Ziehwagen voller Wasser, so sehr hat es geschüttet. Dann meckern natürlich manche Leute, wenn ihre Sendung durchgeweicht ankommt.

Gab’s Besonderheiten? Lustige oder schlechte Erlebnisse?

Dass man sich als Postzusteller oft mit knurrenden und kläffenden Hunden konfrontiert sieht, ist kein Vorurteil. Das ist mir mehrmals passiert, gebissen hat mich aber zum Glück keiner. Generell war der Job montags meistens recht lässig, aber samstags war die Hölle los. An ein besonderes Erlebnis erinnere ich mich: Da hat die Busgesellschaft gestreikt und ich durfte die zwei Kilometer von Fellbach nach Schmiden mit meinem Ziehwagen zu Fuß zurücklegen. Das war kein ruhiger Spaziergang, sondern eher ein Sprint, weil man ja dem Zeitplan einigermaßen gerecht werden will.

Wie bist du eigentlich auf den Job gekommen?

Mein älterer Bruder hat früher mal als Zusteller bei der Post gearbeitet. Das klang nicht schlecht und die Bezahlung ist auch nicht zu verachten.

Wie viel hast du dort verdient?

Mein Stundenlohn lag bei elf Euro. Das klingt recht viel, aber man sollte auch bedenken, dass es wirklich hart verdientes Geld ist. Zusteller ist ein Knochenjob.

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