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Handball, 3. Liga VfL Waiblingen - SC Korb: Kein normales Derby

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Im Hinrunden-Derby feierten die überragenden Korberinnen (mit Ball Lana Holder gegen Sina Hagen) einen 34:21-Kantersieg über den VfL Waiblingen. Auch diesmal ist der SC favorisiert. Dennoch wird es nach dem Derby Diskussionen geben. Denn in der kommenden Saison werden die Clubs zusammen als Spielgemeinschaft antreten. Foto: Ralph Steinemann

Überraschung in der 3. Liga: Aus der Staffel Süd könnten sogar beide führenden Mannschaften direkt aufsteigen. Somit benötigt Tabellenführer SC Korb nur noch einen Punkt, um der künftigen FSG Waiblingen/Korb den Aufstieg zu sichern. Und ausgerechnet jetzt steht das Derby beim künftigen Partner VfL Waiblingen an. Das macht das Spiel brisant.

VfL Waiblingen (8. Platz, 18:22 Punkte) – SC Korb (1. Platz, 31:9 Punkte; Samstag, 18 Uhr, neue Staufer-Sporthalle)

Weder Mannschaften noch Fans konnten mit dieser Entwicklung rechnen. Eigentlich lautet die Regel, dass nur die Tabellenersten der vier Drittliga-Staffeln das direkte Aufstiegsrecht haben, während die Zweitplatzierten in die Relegation müssen. Jetzt jedoch ist alles anders. Weil zahlreiche Teams nicht aufsteigen wollen.

Der Sprung in die 2. Bundesliga ist mit großen Risiken vor allem finanzieller Art verbunden. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass Clubs darauf verzichten, die Lizenz zu beantragen. Laut Horst Keppler, dem Leiter der Staffel Süd der 3. Liga, ist dieser Fall jetzt aber gleich mehrfach eingetreten. Die Spitzenteams der Staffeln Nord und West wollen nicht in Liga zwei. Damit könnte es je zwei direkte Aufsteiger aus den Bereichen Ost und Süd geben. Aufstiegsberechtigt sind aber nur die Mannschaften auf den Plätzen eins und zwei.

Korb führt aktuell die Südstaffel an

Die Südstaffel wird vom SC Korb (31:9 Punkte) mit einem Zähler Vorsprung auf den HCD Gröbenzell (30:10) angeführt. Beide Teams wären zum Aufstieg bereit. Doch sicher ist er noch nicht. Zwar haben die Verfolger TV Möglingen (28:12) und SV Allensbach (27:13) bereits erklärt, keine Lizenz für Liga zwei zu beantragen. Doch sie könnten an den letzten beiden Spieltagen, was allerdings sehr unwahrscheinlich ist, noch an den Führenden vorbeiziehen. Und ihnen damit die Suppe versalzen: Laut Keppler gäbe es in diesem Fall gar keinen Aufsteiger aus der Staffel Süd.

Diese Situation hat dem SC Korb und dem VfL Waiblingen gerade noch gefehlt. Sie werden im Frauenbereich in der kommenden Saison eine Spielgemeinschaft bilden – und spielen jetzt noch einmal gegeneinander. Die Handballszene wird das Duell mit Argusaugen beobachten. Denn holt Korb einen Punkt, ist wegen des gewonnenen direkten Vergleichs mit Möglingen der Aufstieg endgültig gesichert – wovon auch Waiblingen profitiert.

Die Nerven liegen bei beiden Vereinen blank

Bei beiden Vereinen liegen die Nerven blank, wegen der als unfair empfundenen Berichterstattung in dieser Zeitung verweigert die Sportliche Leitung der Clubs bis zum Saisonende die Zusammenarbeit mit der Sportredaktion. Vor dem Derby hat nur der SC Korb eine Pressemitteilung geschickt. Darin wird immerhin erfreulich offensiv mit der Situation umgegangen: „Ein ganz normales Derby, eigentlich, wären da nicht die Ereignisse der letzten Wochen, die in der Handballszene für heftige und kontroverse Diskussionen sorgten und jetzt jede Menge Raum für Spekulationen lassen. Für [SC-Coach Jürgen] Krause ist es eine ganz knifflige Situation, jeder denke doch, die Partie sei manipuliert.“ Es folgt ein Zitat des Trainers: „Egal, wie es ausgeht, jedes Ergebnis wird mit einem Gschmäckle interpretiert werden.“

Vergessen wird beim großen Mauscheleiverdacht freilich, dass Korb ohnehin Favorit ist. In der Vorrunde, bevor die FSG Thema gewesen war, feierte es einen 34:21-Kantersieg über den VfL. Und für den Spielplan können die Vereine nichts. Auf der anderen Seite haben sie sich jedoch vor allem selbst in diese schwierige Situation gebracht.

Nach einem Jahr wird sich Korb wie geplant in die Bezirksklasse oder -liga zurückziehen

Das liegt am Hin und Her während der laufenden Saison. Zunächst hatten sich die Korber nach einem ersten gescheiterten Versuch, künftig eine FSG mit dem VfL Waiblingen zu bilden, dazu entschieden, die erste Mannschaft nicht mehr zu melden und künftig nur noch auf Bezirksebene anzutreten. Gleichzeitig wurde der Wechsel von Jürgen Krause, Torwarttrainer Hartmut Hammer und sechs Korber Stammspielerinnen zum VfL bekanntgegeben. Für Überraschung sorgte auch die Meldung, dass Krause künftig das Waiblinger Team gemeinsam mit der bisherigen VfL-Trainerin Kerstin Zimmermann coachen werde.

Als aber dann der SC die Tabellenführung in der 3. Liga Süd übernahm und sich somit die Chance auf den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga ergab, folgte die Kehrtwende: Um die Lizenz zu sichern, wurde die FSG mit dem VfL doch noch gegründet. Allerdings nur für eine Saison und zugunsten der Waiblinger. Nach dem Ende der Zweckgemeinschaft wird sich der SC Korb wie geplant in die Bezirksklasse oder Bezirksliga zurückziehen, während die VfL-Handballer die Lizenzen der ersten beiden Mannschaften der FSG Waiblingen/Korb übernehmen.

Laut Keppler steht für die laufende Saison fest: Gelingt der Aufstieg, spielt die FSG I, bisher SC Korb, künftig in der 2. Bundesliga, und die FSG II, bisher VfL Waiblingen, in der 3. Liga. Doch so weit ist es noch nicht. Zunächst steht das Derby an. Und es ist zu erwarten, dass Waiblingen höchst engagiert antreten wird.

Ausschnitte in Kürze auf zvw.de/sportvideos

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