Die Cyber-Kriminalität ist ein Milliardengeschäft. Hinter diesen Machenschaften stecken keine unbedarften Amateure, sondern Organisationen, die äußert raffiniert vorgehen. Mit Hilfe von Trojanern, und Botnetzen stellen die Cyber-Gangster die Polizei vor große Herausforderungen, die kontinuierlich aufrüstet. Gegen die Naivität einiger Computernutzer kann die Polizei allerdings nichts ausrichten.
„Ich behaupte, wir hätten über 50 Prozent weniger Straftaten, wenn die Nutzer vor dem Rechner besonnener und für Empfehlungen zugängig wären“, sagt Jürgen Helmholz, Kriminaloberkommisar bei der Kripo Waiblingen. Der 53-jährige ist zuständig für die Bearbeitung der Internetkriminalität und kennt die Tricks der Cyber-Kriminellen, die sich jedoch immer neue Strategien einfallen lassen, um an das Geld anderer Leute zukommen. Der Klassiker ist das sogenannte „Phishing“. Dabei nutzen die Täter die Schwachstellen der Web-Browser, um an Daten ihrer Opfer ranzukommen. Vorraussetzung dafür ist, dass eine Schadsoftware auf den Rechner gelangt ist. Dies kann über Anhänge in einer Mail, beim Herunterladen oder Kopieren von Dateien, aber auch beim Betrachten von Videos geschehen. „Statistisch gesehen führt jeder siebte Link in Facebook zu einer Schadsoftware“, warnt Helmholz. Flashplayer, PDF-Reader und JavaScript Anwendungen sind das Hauptangriffsziel der Täter, um existierende Sicherheitslöcher für ihre kriminellen Machenschaften zu nutzen.