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Kernen Eine Linksabbiegespur mit Nebenwirkungen

Lageplan Hangweide. Foto: Gemeinde Kernen / Grafik: ZVW

Kernen-Rommelshausen. Solange die Gärtnerei in der Hangweide keinen Ersatzstandort gefunden hat, bleibt sie auf einen Abzweig von der Kreisstraße 1857 angewiesen. Die bestehende Zufahrt verträgt sich aber nicht mit der jetzt vom Straßenbauamt geforderten Linksabbiegespur, die den Verkehr in die künftig verlängerte Friedrichstraße ableiten wird. Eine temporäre Behelfszufahrt könnte nötig werden. Wie sie aussehen soll, ist noch offen.

Der künftige Abbiegepunkt in die verlängerte Friedrichstraße liegt außerhalb von Rommelshausen. Dort gilt kein innerörtliches Tempolimit 50 km/h. Allerdings ist für den Streckenabschnitt der Kreisstraße 1857 entlang der Hangweide eine Obergrenze von 70 km/h vorgeschrieben. Weil der geplante Abzweig im Außenbereich liegt, fordert das Straßenbauamt Waiblingen für diese qualifizierte Straße nun eine 20 Meter lange Linksabbiegespur, auf der sich Fahrzeuge aus Fahrtrichtung Stetten einordnen können.

Wenn aus der Behindertenwohnanlage Hangweide eines Tages ein veritables Wohnquartier entwickelt sein wird, zählen das Wohngebiet und Kreisstraße zum Ort. Am Abzweig zur Friedrichstraße wäre auf der Kreisstraße 1857 dann Tempo 50 km/h als Obergrenze verbindlich. Ohnehin wird in der verlängerten Friedrichstraße bis zum Kreuzungspunkt die Geschwindigkeit auf Tempo 30 km/h begrenzt.

„Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs sind hier nicht mehr gewährleistet“

Ursprünglich sollte laut Planung des Bauamts an der neuen Abbiegestelle die Kreisstraße nur aufgeweitet werden. Die nachfolgenden Autos hätten um die aufgestellten Abbieger herumfahren können. Jetzt sind komplett regelkonform, einschließlich der Abbiegespur, drei Fahrstreifen mit einer Breite von je 3,25 Meter geplant. Diese Regelung behindert aber die Zufahrt zur Diakonie-Gärtnerei in der Hangweide. „Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs sind hier nicht mehr gewährleistet“, sagt Bauamtsleiter Horst Schaal.

Noch keine Lösung für Autos und landwirtschaftliche Fahrzeuge

Das Problem muss so lange provisorisch gelöst werden, bis die Verlagerung der Gärtnerei Realität ist. „Wir haben noch keine Lösung für die Autos und die landwirtschaftlichen Fahrzeuge“, sagte Schaal gestern. Eventuell müsse eine Behelfszufahrt, eine private Zufahrt zur Gärtnerei die Situation entschärfen.

Bebauungsplan bis Ende des Jahres genehmigungsreif

Bis 2019 sollte das Verkehrsbauwerk eigentlich fertiggestellt sein. Der Bebauungsplan für den Geltungsbereich Schulzentrum, in den der Durchstich der Friedrichstraße zur Kreisstraße integriert ist, sei bis zum Jahresende genehmigungsreif, so Beigeordneter Schaal. „Die Straßenplanung ist fertig. Die Kreuzung machen wir fertig, wenn das mit der Hangweide schneller geht“, sagte der Beigeordnete Schaal gestern. „Theoretisch könnte man die Friedrichstraße nächstes Jahr bauen.“

Verkehrssicherer Übergang für Radler - aber wie?

Die Querung durch Fußgänger und Radfahrer, die entlang der Kreisstraße die neue Friedrichstraße kreuzen werden, verläuft über einen sogenannten „Tropfen“, eine Aufstellfläche auf dem Mittelstreifen der neuen Straße. Bei der Beratung im Gemeinderat wurde die Frage erörtert, wie man diesen Übergang für Radler, die dort Vorfahrt genießen, verkehrssicher gestalten kann. Damit Autos, die aus der Friedrichstraße einmünden wollen, die querenden Radler beachten, empfiehlt CDU-Gemeinderat Helmut Heissenberger eine rote Warnmarkierung auf der Fahrbahn.

Kreisverkehr an Zufahrt zum Wohnquartier?

Einen Kreisverkehr hielte Schaal für keine glückliche Alternative, „weil sie Richtungslosigkeit bedeutet. Jetzt ist die Hauptrichtung auf der Kreisstraße die Richtung Agip-Tankstelle.“ Andererseits könnte er sich an der künftigen Zufahrt zum Wohnquartier Hangweide mit seinen drei Einmündungen durchaus einen Kreisverkehr vorstellen. Schaal verspricht sich vom Durchstich der Friedrichstraße mittelfristig eine Entlastungswirkung auf die Stettener Straße zwischen Seniorenwohnheim und Masvingopark. Diesen Bereich, den die Stettener Straße derzeit als eine Art „Hauptstraße“ durchzieht mit Schule, Hallenbad, Seniorenwohnheim, künftig auch Sportvereinszentrum und Skaterplatz, gelte es verkehrlich zu beruhigen.

Entlastungen

Das Büro Tögelplan begründete den Durchstich der Friedrichstraße mit der Entlastungswirkung. Mit 1700 Kfz/24 Stunden sei die Verkehrswirksamkeit enorm. Vor allem für Stettener Straße, Schafstraße und Wiesenstraße.

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