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Kinoreporter Blutzbrüdaz

Vincent Lenk, vom 16.01.2012 10:06 Uhr
Sido im Film "Blutzbrüdaz". Foto: ZVW
Sido im Film "Blutzbrüdaz". Foto: ZVW

Otis (Sido) und Eddy (B-Tight) sind beste Freunde seit Kindestagen. Ihre gemeinsame Leidenschaft: die Musik. Genauer gesagt, Hip Hop und Rappen. Gemeinsam versuchen sie, durch die Teilnahme an Rap-Battles, in der Berliner Hip-Hop Szene Fuß zu fassen und sich ein wenig zu etablieren. So wird Plattenladenchef Fusco auf die beiden aufmerksam und produziert mit ihnen das erste Album der "Blutzbrüdaz". Das Album wird der erste große Erfolg für die Anfänger im Musikgeschäft und macht sie zumindest in der Berliner Szene zu kleinen Stars.
Das bekommt auch Facher, Boss des Musiklabels Sony, mit und wittert eine Goldmine. Er überzeugt Otis und Eddy davon, einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Sony zu unterschreiben. Eddy, geblendet vom schnellen Geld, ist von Anfang an Feuer und Flamme für das Projekt. Otis jedoch merkt, dass er langsam immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird und Facher ein übles Spiel mit ihm spielt. Otis, von Eddy im Stich gelassen, zieht die Konsequenzen aus dem Streit mit dem Plattenlabel und startet sein eigenes Ding. Eddy alias "Eddy Gangsta" erklimmt derweil den Hip-Hop-Olymp. So wird die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe gestellt.

Mittlerweile findet sich fast jeder Musiker auf der Leinwand und jeder Schauspieler in der Musik wieder. So scheint es kein Zufall zu sein, dass Sido mit seinem Film fast genau zwei Jahre nach Bushidos Autobiografie ("Zeiten ändern dich") nachzieht und ebenfalls seine Erfahrungen mit dem Musikgeschäft erzählt. Allerdings besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen den beiden Werken. Während Bushidos Film in einer Art Saga über einen Jungen aus dem Ghetto, der zu Ruhm und Reichtum kommt, schwer und sehr autobiografisch erzählt wird, nimmt sich bei "Blutzbrüdaz" keiner ernst. Sido und B-Tight verarbeiten zwar auch autobiographische Erlebnisse im Film, jedoch mit einer Menge Selbstironie und Seitenhieben auf die deutsche Rapszene.

Anfangs hört sich alles nach einem 08/15-Klischee-Musikfilm an. Zwei Freunde und die Musik, ein Plattendeal, der Streit, ein Happy End. Aber so ein Film ist "Blutzbrüdaz" nicht. Sido und B-Tight zeigen, dass sie mehr auf dem Kasten haben, als nur Raps und Sprüche zu klopfen und liefern eine authentische Performance ab, bei der man ihnen jedes Wort und jede Emotion voll abnimmt. Zwar werden einige bekannte Klischees abgearbeitet, aber auch dies kann dem Film keiner übel nehmen, da alles auf einer selbstironischen Ebene geschieht.

Abschließend bleibt zu sagen, dass "Blutzbrüdaz" eine sympathische Tragikomödie mit allerlei guter Musik und sehenswerten Schauspielleistungen ist.

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