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Basierend auf dem gleichnamigen Smiley-Roman „Dame, König, As, Spion“ (Originaltitel: „Tinker Tailor Soldier Spy“) vom Meister des Genres, John le Carré, gelingt Tomas Alfredsons ein äußerst sehenswertes, sehr gelungenes, durchweg spannendes Kammerspiel im britischen Geheimdienstmilieu der 1970er Jahre.
Mit einem Blick für Details (Anzüge, Autos, Plakate, Musik, der Habitus, die verrauchten Büros – bis zum kleinsten Bestandteil ist hier alles durchdacht und abgestimmt) versetzt Alfredson die Schauspieler – und den Zuschauer – zurück in die Zeit des Kalten Krieges: Die Fronten zwischen dem Osten und dem Westen sind verhärtet. Das tägliche Geschäft des MI5, unter der elitären Führung sechs machtvoller Agenten („Circus“ genannt), besteht darin, Informanten anzuwerben, Spione auszusenden, aus den Reihen „der anderen“ Doppelagenten zu akquirieren und Überläufern das „Auspacken“ schmackhaft zu machen. Aus einer derartigen Aktion heraus entwickelt sich der Hintergrund des Films:
1973, der aktuelle Circus-Chef „Control“ (John Hurt) entsendet Jim Prideaux (Mark Strong) nach Ungarn. Dort soll dieser einem ungarischen General Informationen entlocken und ggf. zur Flucht verhelfen. Doch dieses Unterfangen erweist sich als Falle. In Ungarn kommt es zu einem verhängnisvollen Zwischenfall, bei dem viel außenpolitischer Schaden angerichtet wird: Unbeteiligte sterben und Prideaux gibt unter Folter die Namen anderer westlicher Spione, die im Osten aktiv sind, preis. Aus politischen Gründen muss daraufhin „ein Kopf rollen“ und so wird Control mitsamt seines besten, engsten Mitarbeiters George Smiley (Gary Oldman) in den Ruhestand versetzt. Wie der weitere Film zeigen wird, ist dies jedoch auch dem Machtstreben der anderen vier Circusmitglieder und dem Wunsch, Control „ruhig zu stellen“, geschuldet. Dieser glaubt nämlich nicht, dass seine Entscheidung zu diesen desaströsen Folgen und dieser gewaltsamen Auseinandersetzung geführt hat, sondern vermutet, dass es im Circus einen Maulwurf, einen Doppelagenten gibt, der die brisanten Informationen über das britisch-ungarische Treffen an die Russen verraten hat.
Keiner glaubt Control, bis dem britischen Staatsminister aus anderer Quelle geheime, aber stichhaltige Hinweise über Verschwörungen in den „eigenen Reihen“ zugetragen werden. Dieser holt den zurückhaltenden und melancholischen, doch meisterhaft analytisch denkenden Smiley mit dem Auftrag, „die Sache aufzuklären“, aus dem Ruhestand zurück. Mit Hilfe seines Vertrauten Peter Guillam (Benedict Cumberbatch) entwirrt er die Verflechtungen innerhalb der verbliebenen vier Circusmitglieder und deckt Schicht um Schicht die Abgründe der menschlichen Psyche im Streben nach Einfluss und Geltung auf: Percy Alleline (Toby Jones) und Roy Bland (Ciarán Hinds) wollen sich profilieren, indem sie über eine „Goldquelle“ Zugang zum Wissen der Amerikaner erhalten und merken daher nicht, dass sie selbst „ausgenommen werden“ und sie es sind, die Geheimnisse der verbündeten Amerikaner an die Russen liefern. Toby Esterhase (David Dencik) hingegen stellt sein Fähnchen nach dem Wind, verhält sich dem jeweils Stärksten gegenüber loyal und wird zum bloßen Spielball und Laufburschen der „Mächtigen“. Bill Haydon (Colin Firth) schließlich gibt den stilbewussten Frauenhelden (d.h. ganz im Sinne der 70er Jahre-Mentalität ist er selbstsicher, dominant, stellt den Frauen nach und spannt Smiley die Partnerin aus) und erfüllt scheinbar spielerisch die von ihm erwartete Rolle.
Da dies wirklich ein Glanzstück des Genres ist, das mit vielen klugen Dialogen und unter Beachtung zahlreicher - um nicht zu sagen aller - Einzelheiten sowie namhaften Schauspielern zwei Stunden intellektuelles, spannendes und unterhaltsames Kinovergnügen bereitet, soll an dieser Stelle nicht vorweggenommen werden, wer der Maulwurf ist, sondern lediglich wärmstens empfohlen sein, sich „Dame König As Spion“ anzusehen.
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Marie-Kristin Döbler hat den Film über Colin Clarks Erinnerungen an Marilyn Monroe gesehen.
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