Donnerstag, 17. Mai 2012
 
 
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Kinoreporter Sherlock Holmes - Spiel im Schatten

Lennart Fett, Michael Eisenmann, Julian Lenk, Marie-Kristin Döbler, vom 02.01.2012 10:55 Uhr
Sherlock Holmes und Dr. Watson meistern wieder viele neue Abenteuer. Foto: ZVW
Sherlock Holmes und Dr. Watson meistern wieder viele neue Abenteuer. Foto: ZVW

Im ausgehenden 19. Jahrhundert erschüttern die Sprengstoffattentate das französisch-englische Verhältnis. Der Detektiv und Verkleidungskünstler Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) hat es mit Moriarty (Jared Harris), dem Anführer des Komplotts, zu tun. Moriarty ist ein ungeahnt genialer Verbrecher, der Holmes nicht nur gewachsen, sondern auch überlegen zu sein scheint.
Während seiner Mission, die ihn zunächst nach Paris führt, wird Holmes stets von seinem Freund und Gehilfen Dr. Watson (Jude Law) begleitet, der deswegen auf seine Flitterwochen verzichten muss. Bei Dr. Watsons Junggesellenabschied rettet Holmes das Leben der Wahrsagerin Sim (Noomi Rapace), die sich daraufhin bereit erklärt, mit ihm und Watson den Verbrecher Moriarty zu verfolgen. Neben seiner Intelligenz besitzt Holmes überragende Kenntnisse im Kampf und weiß mit Waffen umzugehen.
Die Spur führt von Paris über Heilbronn in die Schweiz, doch wo immer das Trio sich befindet, scheint Moriarty ihnen einen kleinen Schritt voraus zu sein, bis es schließlich zum Showdown in der Schweiz kommt.

Der Film lebt zum einen von den oftmals lustigen Dialogen zwischen Holmes und seinem Gehilfen Watson, zum anderen wird das Publikum durch Actionszenen und gut gemachte Effekte unterhalten, die vor allem die Verfolgungsjagd zu einem spannenden Erlebnis machen. Die Actionszenen ziehen sich durch den gesamten Film und spielen an verschiedenen, großartigen Schauplätzen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland sowie in der Schweiz.
Sein Gehirn sollte man beim Schauen jedoch nicht ausschalten, denn die Handlung des Films ist komplizierte, oftmals verwirrend und zieht sich zum Schluss hin ziemlich in die Länge.

Das Ende des Films ist wahnsinnig gut dargestellt, und alles in allem ist „Sherlock Holmes 2“ ein gelungener Film, für den es sich lohnt, ins Kino zu gehen.
(Lennart Fett)


Ein Junggesellenabschied wie in Hangover, Action wie in einem Bond und die amüsante, „feine“ englische Art - so präsentiert sich der neue Sherlock Holmes in den Kinos. Schon zum ersten Teil war die Begeisterung groß, denn Holmes und Dr. Watson brachten eine eigene Art der Unterhaltung mit sich: eine Mischung aus breitem Humor durch die sprachliche Versiertheit und Kreativität, sowie einem Hauch von Dreistigkeit der Protagonisten. Selten sah man einen Film, der in sich im Plot stimmig ist, zugleich durchaus amüsant und die Charaktere mit überzeugender, aber nicht überzogener Tiefe präsentiert.

Auch der Nachfolger des ersten Teils konnte diesen Erwartungen gerecht werden – und das weitaus mehr, als man es von vielen anderen Filmen kennt. „Sherlock Holmes, Spiel im Schatten“ ist einer der wenigen Filme, die dem sogenannten ‚Storyrecycling‘ nicht zum Opfer gefallen ist. Der Film selbst präsentiert eine neue Geschichte zusammen mit alten Charakteren, welche aber nicht den faden Beigeschmack von wiederkehrenden Fragmenten des vorhergehenden Teiles mit sich führt. Viel mehr erlebt der Zuschauer eine deutlich spürbare Entwicklung der Charaktere. Diese werden anhand der, im Handlungsverlauf stetig ansteigenden und ebenfalls detaillierter dargestellten Charakterzüge, regelgerecht an den Zuschauer heranführt. Die Handlung selbst wirkt stimmig und wird mit einer neuen Ebene an Schwierigkeiten, welchen sich das Gespann stellen muss, noch überzeugender. Auch die Spannung bleibt stets erhalten, da bis zum Ende der Vorstellung nicht vollkommen klar ist, ob und wie es denn nun weitergeht. Hinzu kommt natürlich die typische Eigenart des Holmes-Watson-Duos, die den Film zu einem eigenen Meisterwerk emporheben.
Dieser „Holmes“ ist definitiv einer von jenen, die man gerne in seiner DVD-Sammlung wiederfinden möchte – nur zu empfehlen!
(Michael Eisenmann)


Der geniale Verstand des altbekannten Meisterdetektivs Sherlock Holmes (Robert Downey jr.) ist in Aufruhr: Europa fällt einer Serie von Anschlägen zum Opfer doch Holmes vermutet, dass hinter all dem die Handschrift des diabolischen und durchaus ebenbürtigen Professor James Moriarty steckt. Doch der Grund des ersten Aufeinandertreffens mit Moriarty ist alles andere als schön. Die Schergen des Professors planen die Ermordung Watsons und so muss Holmes eingreifen, um seinen Freund zu retten und sich dessen frisch Angetrauter Mary kurzerhand unsanft zu entledigen. Während Mary zurückbleibt, nimmt Holmes Watson mit auf einen Ermittlungstrip quer durch Europa, bei dem es gilt, Moriatys teuflischen Plan, einen Weltkrieg anzuzetteln, so schnell wie möglich zu verhindern…

Zuerst sollte man sagen, dass der Film so gut wie keine Story besitzt. Ausschließlich in den letzten 20 Minuten ist so etwas wie Spannung zu bemerken. Klar, die Schießereien und Kämpfe sind von Regisseur Guy Ritchie klasse in Szene gesetzt, aber das alleine reicht nicht für einen spannenden Film, geschweige denn für eine gute Fortsetzung. Vor allem in der Mitte ist der Film sehr dialoglastig, was die sowieso schon kaum vorhandene Spannung trübt.
Alles in allem ist diese Fortsetzung eines wirklich guten Filmes enttäuschend. Sie ist langweilig und Sherlock Homes einfach nicht würdig. Daran können selbst die überzeugenden Darsteller nichts drehen.
(Julian Lenk)


Seit Ende des 19. Jahrhunderts treibt der britische Meisterdetektiv aus Arthur Conan Doyles Feder sein Unwesen. Wir alle kennen seinen Karohut und seine Pfeife aus einem der unzähligen Filme, die sich alle – höchstens mit der Ausnahme der Schauspieler – gleichen. Angesichts dessen könnte man meinen, es gäbe schon genug Verfilmungen und jegliche Adaption dieses „alten Stoffs“ sei ohnehin gänzlich überholt, da Mittel des 21. Jahrhunderts Holmes' eigene Art des Denkens und Beobachtens überflüssig gemacht hätten. Doch weit gefehlt. Schon mit dem ersten Teil „Sherlock Holmes“ bewies Guy Ritchie, dass man die beiden Hauptcharaktere der Holmes-Geschichten auf neue, sehr ansprechende und eingängige Weise darstellen und in Szene setzen kann. Anders als in vielen alten Produktionen verzichtet Ritchie glücklicherweise auf Klischees: Der Karohut und -mantel, die Folge einer Holmesverfilmung aus den 1930er Jahren sind, finden keine Anwendung und Watson ist nicht der vertrottelte Gehilfe des „großen Detektivs“. Zwar verblassen nahezu alle intellektuellen Fähigkeiten im Vergleich mit denen Holmes' (selbst anfänglich ebenbürtige Gegner werden schließlich überführt), doch weist Watson durchaus Scharfsinn und Weitsichtigkeit auf, die er unter Ritchies Regie in „Spiel im Schattens“ beweisen kann.

Trotz oder gerade deshalb treten neue Facetten dieser beiden Charaktere in den Vordergrund, die es sehr sehenswert und unterhaltsam machen, wenn Robert Downey Jr. (Holmes) und Jude Law (Watson) in ihre Rollen schlüpfen. Ihr Ziel ist es auch diesmal, Holmes' Erzfeind Dr. Moriarty (Jared Harris) zur Strecke zu bringen. Dieser fordert Holmes dank seiner kriminellen Brillanz auf Augenhöhe heraus und bereitet selbst dem „großen Holmes“ einiges Kopfzerbrechen. Zwar ist sich Holmes sicher (auch wenn das sonst keinem auffällt), dass Moriarty sein Spiel im Schatten treibt und durch Listigkeit, Strohmänner und Dritte ein perfides Spiel um Macht und Reichtum treibt. Doch braucht auch er Zeit, um das ganze Ausmaß dieser Verwicklungen zu durchschauen. Der Verlauf des Films wird zeigen: Die europäischen Geschehnisse sind weit mehr verflochten als es der angebliche, doch in Wirklichkeit durch Morairty inszenierte Selbstmord des österreichischen Thronfolgers vermuten lässt. Um einen Weltkrieg zu verhindern, müssen Holmes und Watson Moriarty durch halb Frankreich, Deutschland und die Schweiz jagen.

Da man als Zuschauer vielen dieser (Denk-)Stationen beiwohnt, nach und nach hinter „Geheimnisse“ kommt und manchmal enttäuscht ist, dass es „zu offensichtlich“ und einfach war, ist dies ein gefälliger Film. Nichts woran sich die Geister scheiden, nichts was langfristig etwas bei den Zuschauern hinterlassen wird und doch eine recht unterhaltsame „bunte Mischung“ aus Krimi, Kostüm- und Actionfilm. Einfach „etwas für jeden“.
(Marie-Kristin Döbler)

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