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Kinoreporter Verblendung

Michael Eisenmann, vom 23.01.2012 10:17 Uhr
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Rooney Mara als Lisbeth Salander.  Foto: Sony
Rooney Mara als Lisbeth Salander. Foto: Sony

Daniel Craig und ein Krimi? Der Genresprung von einem actiongeladenen Bond zu einem eher intellektuellen Magazinautor stimmt den Zuschauer vor dem Film eher skeptisch, jedoch entpuppt sich diese Verfilmung als kleines Meisterwerk.

In Verblendung stürzt sich Daniel Craig in die Rolle von Mikael Blomkvist, einem bekannten schwedischen Wirtschaftsjournalisten, welcher jedoch wegen angeblichen Verleumdungen verurteilt wurde und folglich seine Berufung aufgibt. Nur wenige Stunden später ereilt ihn ein Angebot von Henrik Vanger, einem der reichsten Industriellen Schwedens. Offiziell soll Mikael die Memoiren des alten Mannes schreiben – inoffiziell sucht er nach dem, vermutlich aus der Familie stammenden, Mörder Henriks geliebter Nichte Harriet.
Während der ehemalige Journalist nach und nach den Fall rekonstruiert, eröffnet sich ihm schnell, dass er selbst ebenfalls unter Beobachtung stand. Durch eine gewiefte Aktion gelangt er auch an den Namen der Person, die sich zu seinen geheimsten Daten Zugang verschaffen konnte: Lisbeth Salander, welche von einer Sicherheitsfirma beauftragt wurde, in Mikaels Leben herumzuschnüffeln und vom Charakter alles andere als durchschnittlich auftritt. Beeindruckt von Lisbeths Können entscheidet sich Blomkvist dazu, sie aufzusuchen und darum zu bitten, mit ihrer Hilfe einen Frauenmörder zu finden. Lisbeth willigt ein und findet durch ihre Hackerfertigkeiten schnell die benötigten Informationen – jedoch reichen diese bei weitem nicht aus. Während Mikael größte Mühen hat, einzelne Aussagen von möglichen Zeugen zu sammeln, erfährt der Zuschauer, weshalb Lisbeth einen sehr verstört wirkenden Charakter hat: Korruption, Missbrauch und Hunger zwängten sie in diese Rolle. Eher unerwartet öffnet Lisbeth sich Mikael in kleinen Stücken. Der kurze Frieden hält jedoch nicht lange an, denn der Mörder hat es nun auch auf die beiden abgesehen.

Dieser Film ist für mich sehr inspirierend gewesen, er glänzt - im Vergleich zu anderen aktuellen Filmen - nicht nur mit wirklich überzeugenden Schauspielern, welche einem das Gefühl vermitteln können, wirklich in der Atmosphäre des Films gefangen zu sein, sondern ebenfalls mit einer enormen Storytiefe, die dem Zuschauer emotional packt. Zugleich findet sich eine gut durchdachte Gesellschaftskritik darin wieder. Eine wirklich gute Empfehlung, wenn man mal wieder die Lust auf einen guten Film verspürt!

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