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Kinoreporter Ziemlich beste Freunde

Simon Dux, Lennart Fett, vom 23.01.2012 10:13 Uhr
Ihre gute Laune ist ansteckend: Omar Sy als Driss und François Cluzet als Philippe.  Foto: Central
Ihre gute Laune ist ansteckend: Omar Sy als Driss und François Cluzet als Philippe. Foto: Central

Ziemlich beste Freunde nimmt den Zuschauer mit auf eine ungewöhnliche Reise. Er erzählt die Geschichte eines schweren Schicksals, dem von Philippe (François Cluzet). Philippe ist ein wohlhabender, querschnittsgelähmter Mann. Für seine eigene Betreuung veranstaltet er regelmäßig eine Art Casting, in der er einen Pfleger sucht. Zumeist halten diese es aufgrund der Situation nicht lange bei ihm aus.
So kommt es, dass eines Morgens Driss (Omar Sy), ein junger Schwarzer, bei ihm vorspricht. Seine Motive für das Vorsprechen sind primitiv. Er möchte lediglich eine Unterschrift für das Arbeitsamt, die belegt, dass er auf Arbeitssuche war. Philippe jedoch sieht darin eine ungeahnte Chance, einmal einen etwas anderen Pfleger einzustellen. Damit beginnt für beide eine aufregende Zeit. Philippe ist ganz und gar auf fremde Hilfe angewiesen, da er lediglich seinen Kopf bewegen kann. Driss dagegen ist ein aufgeweckter, etwas verrückter junger Mann, der das Leben liebt und bei dem das Wort Mitleid keine große Bedeutung hat. Doch kann sich aus diesen Gegensätzen eine Freundschaft entwickeln?
Seht selbst!

Meiner Meinung nach ist der Film einer der besten französischen Filme aller Zeiten. Sehr humorvoll und doch tiefgehend bis unter die Haut, erzählen die Regisseure Olivier Nakache und Éric Toledano die wahre Geschichte von Philippe Pozzo di Borgo. Mit dem Film hat Frankreich erneut bewiesen, erstklassige Filme produzieren zu können. Nicht zuletzt hat der Streifen seinen Tiefgang und seine packenden Szenen der Tatsache zu verdanken, dass er auf einer wahren Geschichte beruht. Ich bewerte den Film mit 100 Punkten. Volltreffer.
(Simon Dux)


Basierend auf einer wirklichen Gegebenheit zeigt der Film, wie zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, eine besondere Freundschaft schließen.
Der arbeitslose Driss (Omar Sy) bewirbt sich als Pfleger beim querschnittsgelähmten Philippe (François Cluzet). Eigentlich hat Driss nur die Absicht, einen Stempel zu bekommen, damit er weiterhin Arbeitslosengeld erhalten kann. Der reiche Philippe, der seit einem Unfall beim Gleitschirmfliegen vom Kopf ab gelähmt ist, stellt den Jungen aus dem Banlieue kurzerhand ein, da er sich erhofft, von ihm gleichberechtigt und ohne besonderes Mitleid behandelt zu werden. Anfangs noch abgeneigt, fühlt sich der neue Pfleger bei seiner Arbeit wohl und es entwickelt sich eine echte Freundschaft zwischen den beiden, von der beide profitieren: Driss gewinnt neue Kraft für's Leben, während Phillipe eine ungewöhnliche und spannende Zeit erlebt. So kommt es schon mal vor, dass die beiden mit flotten Autos durch Paris fahren und Joints rauchen.

Der Film lebt von der Verbindung zwischen Driss und Philippe, denn die zwei Männer ergänzen sich perfekt: Ein Mann aus der sozialen Unterschicht, der sich selbst und die Menschen nicht zu ernst nimmt und ein reicher Mann, der genau diese Eigenschaften braucht.
Die Geschichte ist sehr gut dargestellt und es fehlt gewiss nicht an Humor. Der Film geht ganz locker mit den Themen Behinderung und Armut um und schafft dabei eine perfekte Mischung aus Witz und Gefühlen. Die herausragenden schauspielerischen Leistungen beider Hauptpersonen lassen die gesamte Handlung echt und glaubhaft wirken, während tolle Filmmusik das Geschehen untermalt.
Mich hat der Film sehr überrascht, ich hätte nie erwartet, dass ich mich für „Ziemlich beste Freunde“ so begeistern kann. Meiner Meinung nach einer der besten Kinofilme seit langem!
(Lennart Fett)

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