Artikel drucken Artikel kommentieren
Bilder

KommentarOhne Rommel

Josef Schunder, vom 07.11.2013 19:03 Uhr
vorherige Bild 1 von 13 nächste
Er prägte das Gesicht der Stadt - Manfred Rommel hat mit seiner Liberalität und seinem Witz Stuttgart seinen Stempel aufgedrückt. Foto: dpa
Er prägte das Gesicht der Stadt - Manfred Rommel hat mit seiner Liberalität und seinem Witz Stuttgart seinen Stempel aufgedrückt.Foto: dpa
Siehe auch

Stuttgart - Es ist eine jener Todesnachrichten, die bei sehr vielen Menschen große Wehmut und tiefe, ehrliche Trauer verursachen. Manfred Rommel, der ehemalige Stuttgarter Oberbürgermeister, ist tot. Ein Politiker, wie es früher nicht viele gab und heute fast keine mehr gibt: gescheit, gewitzt, gelassen und grundehrlich. Zusammen mit seinem Humor und seinem Mutterwitz verschaffte ihm das eine Popularität, von der andere Politiker meist nur träumen konnten.

Seinen Stuttgartern war Manfred Rommel ein zwar nicht fehlerloser, aber dennoch ein hervorragender Oberbürgermeister. Ungewöhnlich viele Einwohner fühlten sich mit ihm einig. Nicht immer in den politischen Zielen, aber in der menschlichen und toleranten Grundhaltung, die da hieß: leben und leben lassen. Das bemerkte man bald auch im Ausland, wozu beitrug, dass alle Welt neugierig war auf den Sohn des legendären Feldherrn Erwin Rommel.

Manfred Rommel setzte als Oberbürgermeister früh Zeichen bei der Einbürgerung der Zuwanderer. Er sorgte für Mäßigung, wenn der Volkszorn wie in der Terrorismuszeit überkochte. Er ordnete die Finanzen. Er mahnte beständig Ehrlichkeit in der Politik an. Viele der heute Älteren erlebten das, kennen die Umstände und wissen den Wert von Rommels Wirken zu wägen – gerade auch im Hinblick auf das, was man sonst in der Politik bisweilen an Abgründen und Verfehlungen erlebt. Das ist ja der Grund dafür, dass sich nun Wehmut breitmacht.

Man muss Manfred Rommel nicht vergöttern. Das hat eine Demokratie nicht nötig. Ja, es ist ihr in der Regel abträglich. Aber alle, nicht nur die Stuttgarter, sind gut beraten, diesen Mann nicht zu vergessen. Vielmehr sollten wir Lehren ziehen aus seinem Weg: dass man auch als aufstrebender Politiker mit Karrierewillen nicht ständig Wahlkampftricks im Sinn haben muss. Dass man sich den Problemen und dem Unmut von Bürgern stellen sollte. Dass auch das Umdenken nicht ehrenrührig ist, wenn es aus besserer Einsicht geboten ist. Rommel lebte all dies vor.

 

Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
Bilder: Stacking-Cup in Hegnach
Bilder Becher stapeln oder auf Neudeutsch "Stacking" ist eine neue Sportart, die schon viele Anhänger hat. 
Bilder: Sportabzeichen-Verleihung
Bilder Sport, Spiel, Spaß in Welzheim: Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie!
 
 
Videos
Interaktiv
  • Umfrage
Paketzustellung vor Weihnachten

Weihnachten rückt immer näher. Haben Sie schon Geschenke besorgt?

 
Natürlich. Ich kaufe die Geschenke für meine Liebsten immer sofort, wenn mir etwas einfällt.
Ich sollte mir so langsam etwas überlegen...
Ach, ich gehe in der Woche vor Heilig Abend kurz einkaufen, das reicht.
Ich feiere Weihnachten nicht, deshalb verschenke ich auch nichts.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Neueste Artikel
  • Twitter
  • Facebook ZVW
  • Facebook Sportredaktion
Bundesliga-Tippspiel
Tippen Sie mit!
Tippen und gewinnen Sie bei unserem Bundesliga-Tippspiel. Hier können Sie mitspielen >>
TV Bittenfeld
Zuschlagen, wenn der Gegner schwächelt
Der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt lobt die Ruhe seines Teams, sieht die Punktzahl und Rang drei aber als Momentaufnahme.
Video: 2049 Fans im Rücken, aber ohne Heib
Spielmacher fällt mit Schulterverletzung mindestens sechs Wochen aus / Scharrena im Spitzenspiel ausverkauft.