Lorch Bilder: Zwei Tote bei Unfall auf B29

ZVW, 23.06.2014 11:24 Uhr
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Die Verunglückten konnten erst aus dem Auto geborgen werden, nachdem der LKW mit einem Kran angehoben worden war. Foto: 7aktuell.de/Frank Herlinger
Die Verunglückten konnten erst aus dem Auto geborgen werden, nachdem der LKW mit einem Kran angehoben worden war.Foto: 7aktuell.de/Frank Herlinger

Lorch-Waldhausen.
Auf der B 29 hat sich kurz vor 7 Uhr auf Höhe Lorch-Waldhausen ein schwerer Verkehrsunfall zwischen einem Sattelzug und einem Hyundai ereignet. Zwei Insassen des Pkw wurden bei dem Unfall tödlich verletzt. Ein 29 Jahre alter Mitfahrer konnte gerettet werden. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Ludwigsburg geflogen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um den 21-jährigen Fahrer und einen 41-jährigen Mitfahrer. Alle drei Pkw-Insassen waren in einer Gemeinde im Altkreis Schwäbisch Gmünd wohnhaft.
Der Lkw-Fahrer musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Der Pkw hatte auf der Pannenspur gestanden, als der 40-Tonner dem Wagen ins Heck fuhr und ihn die angrenzende Böschung hinunterschob. Der Wagen rutschte über die Gemeindeverbindungsstraße hinweg in ein angrenzendes Maisfeld. Der Pkw wurde dabei aufs Dach gedreht und anschließend von der Sattelzugmaschine vollständig begraben.

Der Sachschaden an den beiden Unfallfahrzeugen, etlichen Metern Leitplanken und Flurschaden wird derzeit auf rund 100 000 Euro geschätzt.

Zur Bergung der Insassen wurden zwei Autokräne eingesetzt. Die schweren Fahrzeuge wurden von einer Gmünder Firma gestellt und von der Polizei durch den Stau vor der Unfallstelle eskortiert. Der verunfallte Sattelzug konnte gegen 8.45 Uhr von den Kränen angehoben werden, die Feuerwehr zog den zerschmetterten Pkw unter dem Lastzug heraus. Erst jetzt konnte mit der Bergung der Insassen begonnen werden. Unmittelbar darauf gelang es den Rettungskräften, den Überlebenden zu bergen und einer intensiven Erstversorgung an der Unfallstelle zuzuführen. Das DRK hatte 16 Rettungskräfte aus dem Ostalbkreis und dem Rems-Murr-Kreis im Einsatz. Vier Notärzte kümmerten sich unter Koordination eines Organisationsleiters um die Unfallbeteiligten, konnten bei zwei Insassen aber nur noch deren Tod feststellen. Vorsorglich waren zwei Rettungshubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht am Unfallort gelandet, von denen dann einer in den Einsatz kam.

Die Feuerwehren Lorch und Schwäbisch Gmünd brachten insgesamt 56 Mann in den Einsatz.

Die Umleitungsstrecke wurde durch die Straßenmeisterei Schwäbisch Gmünd ausgeschildert. Da einige der Fahrzeuge wegen Mäharbeiten schon im unmittelbaren Unfallstellenbereich waren, konnte das sehr schnell geschehen. Die Umleitungsstrecke bewältigte den anfallenden Verkehr recht gut, auf der Bundesstraße selbst betrug der größte Rückstau vor der Ausleitungsstelle knapp sechs Kilometer. Nach der Verletztenbergung konnte die Bundesstraße zunächst wieder einseitig geöffnet werden. Die Verkehrsstörungen für die Erstellung des Unfallgutachtens und die anschließende Lkw-Bergung nahmen noch einige Zeit in Anspruch. Mit einer Öffnung der Bundesstraße wird gegen 11.30 Uhr gerechnet.

Zur Rekonstruktion des Unfallgeschehens wurde durch die Staatsanwaltschaft Ellwangen ein Unfallsachverständiger beauftragt, der seine Arbeit vor Ort bereits aufgenommen hat.

Der Unfall wurde durch den Unfallaufnahmedienst Aalen aufgenommen. Von dort wurde die Sicherung der elektronischen Daten des Lkw veranlasst, die nun ausgewertet werden müssen. Zur detaillierten Spurensicherung und Einleitung der Identifizierungsmaßnahmen der Pkw-Insassen waren Kriminaltechniker aus Schwäbisch Gmünd eingesetzt.

Drei Mitglieder des Schwäbisch Gmünder Kriseninterventionsteams waren für die Überbringung der Todesnachrichten und Betreuung der Angehörigen eingesetzt.

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Kommentare (3)
Petra S. Ist schon länger als 1 Jahr her
Auch ich ziehe meinen Hut vor dieser Hilfsbereitschaft von Herrn Mietsch und wuensche Ihm , dass er all das so gut wie nur moeglich verarbeitet ! Geschweige diese tiefe Trauer der Hinterbliebenen , denen mein tiefstes Mitgefuehl gebuehrt! Als ich diese Schilderung des Unfalls von Herrn Mietsch las , kamen bei mir Bilder im Kopf zum vorschein ,die ich eigentlich ganz weit hinten lasse , aber trotzallem sie immer wieder allgegenwaertig sind , wenn du einmal genau wie Herr Mietsch Zeuge und Ersthelfer bei einem Unfall bist ( so mir ergangen vor laengerer Zeit) du musst mitansehen wie ein junger Mann damals auch 21 Jahre im Auto starb , du kannst nichts tun selbst die Rettungskraefte muessen auf die Feuerwehr warten ..du schreist und weinst .. weil du so machtlos bist . Du denkst an die Eltern die Freunde ! Was bekommen sie noch von ihrem Sohn , bei mir war es damals eine Sporttasche da war sein Handy drin mit der letzten sms an seine Freundin... du denkst an deine eigenen Kinder , die auch taeglich auf der Strasse unterwegs sind . Ich wuensche dem Herrn Mietsch das er all das verkraftet und Hilfe annimmt wenn er sie benoetigt. Ich wurde damals auch gefragt ob ich Hilfe benoetigte !!!! Heute wuerde ich Ja sagen . Denn du bekommst die Bilder nicht aus dem Kopf .. was er anhatte die Autonummer die Farbe vom Auto alles einfach , wenn du an der Stelle vorbei faehrst laufen ab und zu heut noch Traenen . Mir hatte damals auch geholfen , das ich ein Video von seinen Freunden gefunden habe , denn da hab ich ihm lachen gesehen habe ihn als froehlichen jungen Mann , eben ein anderes Bild von ihm vormir gehabt , als das wo ich urspruenglich im Kopf hatte , . Mein dank von damals geht auch an die sehr netten und fuersorglichen Polizisten , die mich regelmaessig anriefen und fragten ob alles gut ist. Und mein ganzer Respekt an alle die Helfer Retter sind und diese Arbeit leisten ! Danke ich denk mal im Namen Aller !!! Und Ihnen Herr Mietsch gute Verarbeitung !
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Klaus H. Ist schon länger als 1 Jahr her
Herrn Mietsch gebührt unser aller tiefer Respekt für seine Hilfsbereitschaft. Nur die wenigsten Menschen wären überhaupt dazu in der Lage. Leider gibt es auch Zeitgenossen, die sich an solchen Bildern berauschen und nur "gaffen"! Neben dem unendlichen Leid der Unfallopfer und Angehörigen, denen ich mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen möchte, leiden auch Unfallverursacher und Helfer. Wichtig ist für alle Beteiligten, dass sie nicht alleine gelassen werden. Sprechen Sie über das Geschehene, und wenn nötig, vergießen Sie auch Tränen. Dafür brauchen Sie sich nicht zu schämen! Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie viele offene Ohren und Herzen finden!
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Joachim Mietsch Ist schon länger als 1 Jahr her
Es war wahrlich ein Bild des Schreckens als ich an die Unfallstelle kam. Ich wollte den Insassen unter der Zugmaschine des 40-Tonners helfen, doch ich kam nicht an sie heran. Die Feuerwehren aus Lorch und Schwäbisch Gmünd sowie eine Vielzahl an Rettungskräften, die nach und nach am Unfallort eintrafen versuchten auch ihr möglichstes, an die eingeklemmten Insassen heranzukommen, aber auch diese schafften es nicht. Zwischenzeitlich wurde ich gebeten, mich von der Unfallstelle zu entfernen, um die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit nicht zu behindern. Was ich dann auch tat. Aber es lies mich einfach nicht los und ich beobachtete von der Ferne das weitere Geschehen. Es wurden zwi Autokrane der Firma Helling angefordert, welche von zwei Polizefaqhrzeugen eskortiert wurden und relativ schnell eintrafen. Erst dann, wo die Zugmaschine durch die beiden Autokrane angehoben wurden, konnte mit der Rettung der Insassen des vergrabenen PKWs begonnen werden. Ein weiterer Rettungshubschrauber landete kurz nachdem die zwei Autokrane die Unfallstelle erreichten neben dem Unglücksort. Folglich waren nun zwei Rettungshubschrauber im Einsatz.Als die Rettungskräfte dass Autofrack geborgen haben, war es für mich überhaupt ein Wunder, dass einer der Insassen überhaupt noch schwerverletzt geborgen werden konnte aber für die anderen beiden Insassen kam dann leider doch jede Hilfe zu spät und konnten nur noch Tod geborgen werden. Ich hoffe, dass ich solchz einen Anblick so schnell nicht mehr mit ansehen muss. Vor den Rettungskräften, die mit solchen Einsätzen tagtäglich rechnen müssen, hebe ich meinen Hut! Ich könnte so etwas nicht auf Dauer durchmachen, obwohl ich mit meine 49 Jahren auch schon viel schreckliches gesehen habe, zählt dieser Unfall zu einem meiner schrecklichsten, wo ich selber versucht habe zu helfen.
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