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MusikdienstMusikdienst Spotify startet auch ohne Vertrag mit Gema

dpa, vom 13.03.2012 17:44 Uhr

Steigende Einnahmen im Internet, rückläufige Zahlungen aus dem CD-Vertrieb: Auch die Musik-Verwertungsgesellschaft Gema ist dem Umbruch der digitalen Gesellschaft ausgesetzt. Für die Interessen ihrer Mitglieder geht sie auch vor Gericht.

Vor diesem Hintergrund erwartet die Gema eine baldige Einigung mit dem Musik-Dienst Spotify, der am Dienstag auch in Deutschland gestartet ist (Bayerischer Rundfunk). Der Gema-Vorstandsvorsitzende Harald Heker betonte: „Spotify ist ein wichtiger Marktteilnehmer.“ Es gebe bislang aber noch keinen Vertrag und noch keine Einigung. „Wir hoffen, diese möglichst bald zu finden“, sagte Heker. Für den 26. März sei eine letzte Verhandlungsrunde geplant. „Ich bin durchaus optimistisch, dass wir hier zusammenkommen.“

Der Gema-Chef äußerte sich auch zu dem Rechtsstreit mit dem Video-Portal YouTube, zu dem das Landgericht Hamburg für den 20. April eine Entscheidung angekündigt hat (Focus.de). Dabei geht es darum, ob YouTube genug unternimmt, um urheberrechtlich geschützte Musik zu löschen. 

(Quelle: Youtube)

Enttäuscht zeigte sich Heker über die Verzögerung bei der Unterzeichnung des Urheberrechtsabkommens Acta (Faz.net). Das internationale Abkommen verfolge „den einzigen Zweck, dazu beizutragen, dass der relativ hohe Schutzstandard, den das Urheberrecht in Deutschland und der EU hat, auch in anderen Staaten angewandt wird“. Es gehe nicht um eine Ausweitung des Urheberrechts in Deutschland oder der EU.

Der Gema-Chef begrüßte, dass die EU-Kommission nun eine europäische Richtlinie zur Arbeit der Verwertungsgesellschaften vorlegen will. In der Vergangenheit habe es widersprüchliche Entscheidungen der EU-Kommission und damit „eine erhebliche Rechtsunsicherheit“ gegeben. Angesichts der zunehmenden Internationalisierung bei der Nutzung von geschützten Werken „brauchen wir auch einen europäischen Rechtsrahmen für die Verwertungsgesellschaften", sagte Heker.

Weitere Links zum Thema:
Spiegel online: Plattenbosse rebellieren gegen YouTube-Blockade
Spiegel-Online: Acta-Abkommen: Tausende protestieren für Netzfreiheit
Welt-online: Streaming-Dienst Spotify kommt nach Deutschland
 

 

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