Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [5.00/2]

NetzweltGoogles neue Datenschutzerklärung

ZVW/dpa, vom 01.03.2012 11:31 Uhr

Mountain View/Berlin.
Trotz massiver Proteste hat Google am Donnerstag seine umstrittene
neue Datenschutzerklärung weltweit in Kraft gesetzt. Der Internet-Riese vereinheitlicht damit die Richtlinien für mehr als 60 einzelne Dienste und wertet gleichzeitig die Nutzerdaten aller Produkte gesammelt aus. Mit der Einführung der neuen Regeln setzte sich das Unternehmen über Bedenken von Datenschützern und Politikern in Europa und den USA hinweg, die Zweifel an der Rechtmäßigkeit geäußert hatten.

Google hatte erklärt, mit der Zusammenführung der Daten die "Nutzung unserer Produkte noch unkomplizierter und intuitiver" machen zu wollen, zum Beispiel über eine verbesserte personalisierte Suche. Zudem könne man so passendere Werbung anzeigen - das Kerngeschäft des Unternehmens. Der bekannteste Google-Dienst ist die Suchmaschine, doch das Unternehmen bietet Dutzende anderer Produkte an, etwa GMail/Googlemail, die Büro-Software Docs, den Kartendienst Google Maps, das Videoportal YouTube, das Soziale Netzwerk Google+ und das Smartphone-Betriebssystem Android.

Vor allem die Verknüpfung personenbezogener Nutzerdaten aus verschiedenen Diensten stößt auf Bedenken. Eine Untersuchung der französischen Datenschutzkommission CNIL (.pdf-Datei, Englisch) im Auftrag ihrer europäischen Kollegen war zu dem Ergebnis gekommen, dass die neuen Regeln gegen europäisches Recht verstoßen. Peter Schaar, oberster Datenschützer in Deutschland, hatte am Dienstag Google aufgefordert, die Umstellung bis zur Klärung aller Zweifel auszusetzen.
In der Kritik standen und stehen auch vage und unklare Formulierungen in der Datenschutzerklärung, in der sich Google "eine Art Generalerlaubnis einräume". Um sich diesem "Allgemeinzugriff" Googles zu entziehen, raten Datenschützer den Usern den Umstieg auf mehrere verschiedene Anbieter.
 

 

(Quelle: You Tube)

Auch in den USA steht die Umstellung unter scharfer Beobachtung. Der Kongress hat Google zur Beantwortung eines Fragenkatalogs aufgefordert (.pdf-Datei, Englisch). Die Generalstaatsanwälte (attorney generals) Dutzender Bundesstaaten äußerten in einem Brief das Unternehmen "starke Bedenken" und forderten ein Treffen. Nutzer hätten keine angemessene Möglichkeit, die Datensammlung zu stoppen, hieß es in den Schreiben. Zudem sei es fast unmöglich, sich den Google-Diensten zu entziehen - nicht zuletzt weil das Betriebssystem Android bei den Smartphones einen Marktanteil von fast 50 Prozent habe.

Google hält den Protesten entgegen, dass das Unternehmen den Nutzern Kontrolle und Transparenz gewähre. So könne man mit dem Programm Dashboard die gesammelten Informationen überprüfen und die Datenschutzeinstellungen der Dienste ändern. An den Datenschutzprinzipien habe sich nichts geändert.

Einige seiner Produkte hat das Unternehmen von der Vereinheitlichung ausgenommen. Für den Bezahldienst Wallet gelten beispielsweise eigene Bedingungen, die den Umgang mit Finanzdaten regeln. Beim Internet-Browser Chrome und der Buchsuche Books will das Unternehmen nach eigenen Angaben detailliert über die Verwendung von Daten informieren, ohne dass sich die allgemeine Erklärung in die Länge zieht.
Schon seit einigen Wochen spekuliert die Branche zudem über eine Spezialbrille mit digitalen Informationen über unsere Umgebung, die Google angeblich entwickeln soll.


Weitere Links:

Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Titel *  
     
Ihr Name *  
     
Kommentar *  
             
(optional)
E-Mail   (wird nicht veröffentlicht)
             
Straße     Hausnr.  
             
PLZ     Wohnort  
             
    (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)
             
      * Pflichtfelder
Warum ist dein Name Hase?
Zehn der bekanntesten deutschen Redewendungen – woher sie kommen und was sie bedeuten.
Nach Flugzeugabsturz: Anteilnahme im Netz
Europa trauert nach dem Absturz des Flugs 4U-9525. Auf Twitter nehmen die Menschen Anteil.
Amoklauf Winnenden
Alle Berichte der Winnender Zeitung zum Amoklauf seit März 2009
Die gesamte Berichterstattung der Winnender Zeitung seit 2009 finden Sie hier.
 
 
Videos
Interaktiv
  • Umfrage
Fahrpruefung3

Eine 86-Jährige ist am Pfingstwochenende bei Lorch verkehrt herum auf die B 29 gefahren und hat einen Unfall mit zwei Toten verursacht. Auf Facebook fordern einige unserer Leser nun eine Fahrtauglichkeits-Überprüfung im Alter. Was halten Sie davon?

 
Richtig so! Die Fahrtauglichkeit sollte gerade bei älteren Leuten regelmäßig überprüft werden.
Unnötig! Die meisten Unfälle werden schließlich von jüngeren Fahrern verursacht.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Neueste Artikel
  • Twitter
  • Facebook ZVW
  • Facebook Sportredaktion
Bundesliga-Tippspiel
Tippen Sie mit!
Tippen und gewinnen Sie bei unserem Bundesliga-Tippspiel. Hier können Sie mitspielen >>
TV Bittenfeld
TV Bittenfeld: Soforthilfe aus Gummersbach
TVB reagiert auf sein Verletzungspech und reaktiviert den Erstliga-Kreisläufer Jörg Lützelberger (29).
Schweikardt nächste Saison nicht mehr Trainer
Der 35-Jährige möchte sich auf seine Arbeit als Geschäftsführer des TV Bittenfeld konzentrieren.