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Mainz - Einrichtungstipps von der Schlossherrin: Wie Stephanie Gräfin von Pfuel auf ZDF info jetzt „ganz normalen Menschen“ hilft
Frau von Pfuel, es gibt viele Einrichtungssendungen. Ihre heißt „Stephanies Wohnwunder“. Welche Wunder vollbringen Sie ?
Ich helfe Menschen, die ein Zimmer umgestalten wollen. Das sind ganz normale Menschen, die für ein Budget von rund 500 Euro etwas verändern wollen. Deshalb arbeiten ich und der Handwerker, den ich dabeihabe, vor allem mit dem, was da ist. Wir stellen um, streichen Schränke, beziehen Stühle neu. Ich habe auch schon ein Regal mit Geschenkpapier tapeziert oder Löffel zu Kleiderhaken umfunktioniert.
Bei einer Gräfin könnte man denken: Die hat doch eh einen Innenarchitekten für ihr Schloss. Woher nehmen Sie das Wissen für die Sendung?
Die Leidenschaft für Einrichtung kam bei mir durch die Renovierung von Schloss Tüßling, das total marode war, als ich es von meinem Vater übernommen habe. Natürlich habe ich nicht alles selbst gemacht. Ich kann ja kein Dach decken oder die Elektrik einbauen, und durch den Denkmalschutz gab es ohnehin viele Auflagen. Aber ich habe die Räume eingerichtet und dekoriert und mittlerweile auch zwei Bücher darüber geschrieben. Ich mische alte Sachen mit modernen. Ein Raum im Schloss ist zum Beispiel marokkanisch eingerichtet. Ich bin aber keine professionelle Innenarchitektin. Das ist nur ein Hobby.
In der Sendung haben Sie es allerdings eher mit kleinen Räumen zu tun.
Das ist kein Problem. Ich sehe die Wohnung vorher auch nur auf Fotos. Viele Ideen ergeben sich spontan. Zum Beispiel habe ich bei einer Frau, deren Gang wir zum Arbeitszimmer umgebaut haben, viele leere Wasserflaschen aus grünem Plastik entdeckt. Daraus habe ich mit ihr zusammen ein Regal gebaut. Und aus einem Teppichrest wurde eine Garderobe.
Woher kommen Ihre Ideen?
Im Grunde halte ich aber einfach die Augen offen. Wenn ich irgendwo zu Besuch bin, schaue ich mir die Einrichtung genau an.
Dürfen die Leute mitreden?
Ja klar. Eine Frau sagte uns: „Auf keinen Fall Rot.“ Daran halte ich mich natürlich. Ich gestalte die Räume so, dass sie zu dem Menschen passen. Ich würde mich nicht so einrichten. Aber die Leute würden sich ja vielleicht auch nicht so einrichten wie ich.
Haben Sie Berührungsängste gespürt, weil Sie einen Titel tragen?
Das dauert höchstens eine Minute. Dann merken die Leute, dass ich ganz normal bin.
Gibt es den größten Einrichtungsfehler?
Nein. Wichtig ist, wie man die Möbel stellt. Das muss man ausprobieren. Hauptsache: nicht an der Wand entlang. Außerdem sollten Zimmer nicht zu vollgestopft sein. Zu perfektionistisch darf man aber nicht sein. Steve Jobs hat sein Leben lang in uneingerichteten Räumen gewohnt, weil ihm nichts perfekt genug war. Es gibt auch Leute, denen ist die Einrichtung egal. Das ist auch in Ordnung, solange man sich wohlfühlt.
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