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RundschlagGrün-rotes Feuerwerk

Martin Winterling, vom 28.12.2012 00:00 Uhr
 Foto: ZVW
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Dass sich in der grün-roten Landesregierung nicht alle grün sind und manche bei ihrem Koalitionspartner rot sehen, ist gerade kurz vor Silvester hübsch anzusehen – und die Knallgeräusche sind manchmal bis ins Remstal zu hören. Das rote Sozialministerium und das grüne Umweltministerium haben gestern ein buntes Feuerwerk an Pressemitteilungen abgeschossen.

Um 10.01 Uhr eröffnete das Umweltministerium die Knallerei mit der Mitteilung: „Verkauf von Feuerwerkskörpern. Umweltminister Franz Untersteller: ,Feuerwerkskörper gehören auf gar keinen Fall in die Hände von Kindern’.“

Um 11.01 Uhr schoss das Sozialministerium zurück: „Sozialministerin Katrin Altpeter rät zur Vorsicht beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern.“ Und als Gesundheitsministerium hat Frau Altpeter noch den guten Rat parat, nämlich nur geprüfte Feuerwerkskörper zu kaufen und die Warnhinweise zu beachten, während Franz Untersteller „nur zugelassene Feuerwerkskörper“ empfiehlt.

Minütlich wartete der Rundschlag fortan auf weiteres elektronisches Feuerwerk aus Stuttgart. Vergebens. Gern hätten wir unseren Lesern gepressemitteilt, dass sich auch die Öffentlichkeitsarbeiter des Finanzministeriums am Feuerwerk zwischen den Jahren beteiligen: „Finanzminister Nils Schmid bedankt sich allen Käufern von Feuerwerkskörpern: Jeder Knall hat Mehrwert(-steuer)!“

Das Innenministerium bittet die Bürger am Jahreswechsel um mehr Rücksicht gegenüber Polizisten: „Innenminister Reinhold Gall: China-Kracher, Knallfrösche und Heuler im Auspuff von Polizeiautos sind kein Scherz, sondern grober Unfug und somit eine Straftat.“

Integrationsministerin Bilkay Öney: „Silvesterfeuerwerk ist gelebte Integration! Nirgendwann kommen sich Deutsche und Ausländer so nahe wie zur Jahreswende, wenn sie ihr Geld einfach in die Luft jagen.“

Der Sprecher des Verkehrsministeriums betont die kritisch-konstruktive Begleitung des alljährlichen Silvesterfeuerswerks durch Minister Winfried Hermann, er gibt aber zu bedenken: „Feuerwerkskörper haben in Tiefbahnhöfen nichts zu suchen.“

Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer empfiehlt, an Silvester lieber Hörschutz zu tragen: „Gerade ich als leidgeprüfte Ministerin weiß, welche verleumderischen Wirkungen Schwerhörigkeit und Begriffstutzigkeit in der Politik haben können!“

Die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung Gisela Erler lässt ausrichten, dass Raketen gelebte Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung sein können, aber warnt. „Silvesterfeuerwerk nie unter Alkohol- und Drogeneinfluss abbrennen.“ Die Folgen könnten ähnlich verheerend sein, wie die explosiven Einlassungen von SPD-Fraktionschef und Chefpropagandisten Claus Schmiedel zu Stuttgart 21.

Die Staatskanzlei gibt bekannt: „Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Diese Landesregierung hat nicht nur einen Knall, sie setzt sich aus echten Knallern zusammen.“

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