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Waiblingen. Der Hase, die Hände, das Bildnis seiner Mutter, die Melancholie, die vielen Marien-Darstellungen und seine Selbstbildnisse. Wenn wir Deutschen je einen kollektiven Bilderschatz haben, einen Kanon des Bekannten und zu Bewahrenden, dann ist darin ganz viel Albrecht Dürer zu finden. Jetzt huldigt die Galerie Stihl Waiblingen vor allem dem Grafiker. Dürer, geboren 1427 als Kind eines Handwerkers, gestorben 1528 als Humanist und eminenter Wegbereiter der Moderne in der Kunst.
Zu seiner Zeit und lange danach galt er als der beste Maler nördlich der Alpen nach Grünewald. Kunsthistoriker stellen seinen Beitrag heraus für die Moderne in der Kunst. Philosophen und Theologen würdigen seinen bildgewordenen Anteil an der Reformation. Dürer, der zutiefst Gläubige, der immer aber auch profane Themen in sein Repertoire genommen hat. Fast unerhört, und die Renaissance vorwegnehmend, allein diese Tat. Damit er die Natur besser malen kann, stach er ein Rasenstück mit dem Spaten aus, hob es auf Augenhöhe und exemplifizierte damit das ewige Wunder der Schöpfung in einem Büschel von Gras und Kraut. Überliefert ist der Satz: „Denn wahrhaft steckt die Kunst in der Natur. Wer sie heraus kann reißen, der hat sie.“
Waiblingen hat sein eigenes Dürer-Programm
In Waiblingen ist jetzt in der von Ingrid-Sibylle Hoffmann von A bis Z zusammengestellten Schau der Zeichner und der Grafiker zu sehen. Das ist nicht einfach der thematischen (Eng-) Führung der Galerie mit Arbeiten auf Papier geschuldet. Die Kunsthistorikerin Hoffmann, zu deren Spezialgebiet das Mittelalter gehört, schätzt gerade die Arbeiten, die mit Schwarz und Weiß und allen Stufen dazwischen auskommen. Als der wahre Reichtum im Schaffen des AD: „In Sachen Druckgrafik hat kein anderer so viel getan wie er.“
Wer von ihr geführt wird, den bringt sie schnell zu einem Holzschnitt. Um zu zeigen, mit welch unglaublicher Feinheit Dürer das Messer geführt hat. Mit Binnenzeichnungen und Lineaturen, die bis dato nur vom Kupferstich bekannt waren. „Albrecht Dürer ist für mich mehr Grafiker denn Maler“, sagt sie. Seine Malerei gehört eher zu den Auftragsarbeiten, siehe die religiösen Darstellungen für Kirchen und Honoratioren, siehe die Porträts der Patrizier. Und dann: Die Leute, die nach Farben rufen, „sollen kommen. Sie werden sehen, wie bunt die Graffik sein kann. Es fehlt nichts“
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Genie und Marke
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