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Rems-Murr-Rundschau Wildtierschützer fordern Schonzeit für Füchse

Nils Graefe, vom 16.01.2012 18:42 Uhr
Fuchsjagd Foto: Bernhardt/ ZVW
Fuchsjagd Foto: Bernhardt/ ZVW
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Waiblingen. Eine verstärkte Jagd auf Füchse lief in den Revieren des Kreisjägerverbands Waiblingen bis vergangenes Wochenende. Solche „Fuchswochen“ gibt es im im Frühjahr bundesweit, stets kritisch begleitet von dem Wildtierschutz Deutschland e.V., der auch dieses Jahr seine Forderung nach einer Schonzeit für Füchse von 1. Januar bis 30. September wiederholt hat. Die Initiative sieht den Fuchs nicht als zu bekämpfenden Schädling, sondern als Nützling.

Mindestens 80 Füchse sind im Altlandkreis Waiblingen in der zurückliegenden „Fuchswoche“ 2012 erlegt worden. „Genaue Zahlen haben wir erst in ein paar Tagen“, so Kreisjägermeister Günther Heissenberger. „Es waren auf jeden Fall viel weniger als vergangenes Jahr, wo’s kälter war und Schnee hatte. Da lässt sich der Fuchs noch besser bejagen“ – 150 tote Füchse waren im Rahmen der Fuchswoche im Januar 2011 zusammen gekommen. Konstant circa 1400 Füchse werden insgesamt jedes Jahr im Altlandkreis durch Jäger erlegt, so Heissenberger. Laut Wildtierschützern fallen bundesweit Jahr für Jahr 600 000 Füchse der Jagd zum Opfer.

Völlig unnötig und moralisch verwerflich findet das der Verein Wildtierschutz Deutschland und fordert eine Schonzeit für Füchse. Die Forderung wird von rund 70 Organisationen und Gruppen unterstützt (siehe untenstehenden Artikel), zum Beispiel auch von der ÖDP. „Die sogenannten Argumente der Jäger für die Fuchsjagd sind schlichtweg falsch, sie dienen als Feigenblatt und sind lediglich eine Strategie, von den wahren Beweggründen für die Jagd abzulenken“, sagt Dag Frommhold aus Neuffen im Landkreis Esslingen, einer der Initiatoren der Schonzeit-Forderung. Guido Klamt, Geschäftsführer der ÖDP Rems-Murr, sieht das genauso: „Tatsache ist doch vor allem, dass Jäger Spaß an der Jagd haben.“ Frommhold spricht gar von der „Lust an der archaischen Tätigkeit des Beutemachens.“ Da müsse man sich nur die Inhalte von Jäger-Foren und einschlägigen Zeitschriften anschauen, um dies bestätigt zu bekommen.

„Wenn die Jäger das jedoch zugeben würden, dann wäre der Aufschrei groß, deshalb stellen sie andere Behauptungen auf, um Rückhalt in der Bevölkerung zu finden“, sagt Frommhold. „Sie stellen den Fuchs als gefährlichen Schädling dar, der bedrohtes Niederwild wie Rebhuhn oder Hase reiße. Und: Der Bevölkerung Angst machen, zieht ja auch immer gut: Früher war’s die Tollwut, jetzt ist’s der Fuchsbandwurm.“

Für Guido Klamt ist gerade der Fuchsbandwurm das absurdeste Argument überhaupt: „Sollen sie doch genauso, wie früher bei der Tollwut, gegen den Fuchsbandwurm Impfköder verteilen. Das würde viel besser funktionieren, aber wäre für die Jäger halt viel aufwändiger und weniger spaßig.“

Und von wegen Überpopulation der Füchse: Es gebe eine ganze Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen, die belegten, dass die Geburtenrate der Füchse eng mit ihrer Sterberate zusammenhänge, so Klamt und Frommhold übereinstimmend. Will heißen: Je mehr Füchse gejagt werden, desto mehr Nachwuchs bringen sie im kommenden Jahr zur Welt. „Das konkrete Ergebnis einer Studie der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald lautet: In Gebieten, in denen der Fuchs nicht bejagt wird, bleibt die Fuchs-Population konstant“, sagt Frommhold. Ein anderer Beweis: Auch früher habe der Fuchs keine relevanten Feinde gehabt und sich trotzdem nicht über alle Maßen vermehrt. Dann habe die Tollwut um sich gegriffen und diese sei in der Form bekämpft worden, dass gnadenlos Jagd auf die Füchse gemacht worden sei. „Füchse wurden sogar in ihren Bauten vergast“, so Frommhold. Das Ergebnis wiederum: eine gerade deshalb steigende Fuchspopulation. Die Methode wurde dann geändert: Durch flächendeckende Verteilung von Impfködern sei die Tollwut jetzt kein Problem mehr, trotzdem bejagt man den Fuchs weiterhin. Dafür müssen nun andere „Scheingründe“ herhalten, sind sich Klamt und Frommhold einig.

Kommentare (32)
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JAN
24
20:53 Uhr, geschrieben von Hubert Schreiber
@ Frau Bongers
Frau Bongers, alles was ich freiwillig mache, bereitet mir keine Mühe und wenn Sie sich dadurch geschmeichelt fühlen, hat sich die Sache allein schon deshalb gelohnt - finden Sie nicht? Wer das Ferkel haben will, muss den Sack nunmal aufhalten. Ihre Anregung, Ihren Namen zu googlen, habe ich gerne wahrgenommen. O.k - Chirurgin, auch noch blond (wie Sie selbst mitgeteilt haben) und sich von mir geschmeichelt fühlend. Hmm, klingt zwar sehr verlockend, aber ich bin bereits glücklich verheiratet. Vielleicht versuchen Sie Ihr Glück doch weiterhin bei Ordnungsamt und Ministerium, da Sie dort ohnehin bereits offene Türen einrennen. Warum Sie mir Fotografen empfehlen wollen, ist mir aufgrund des bisherigen Zusammenhangs unserer Unterhaltung nicht so richtig klar, schließlich war ja nicht ich derjenige, der die Ansicht vertreten hat, dass man um das Wissen zur Entstehung eines Fotos zwingend mit Anwesenheit zu glänzen hat. Eine Antwort, die mich brennend interessieren würde, sind Sie mir noch schuldig geblieben: (Ich beginne von vorne, damit es nachvollziehbar für Sie wird)- In Ihrem Beitrag vom 19. Januar, wo Ihnen das Blut in den Adern eingefroren war (ich hoffe, dass es in Zwischenzeit wieder aufgetaut ist), schrieben Sie u.a. "Das sieht nicht nach 'Notwendigkeit' aus, sondern nach 'Hobbytötung'. Aufgrund dieser Aussage von Ihnen stellte ich Ihnen darauf die ernstgemeinte Frage, ob die Notwendigkeit für Sie dann gegeben wäre, wenn die Tötung nicht von einem Hobbyjäger (Hobbytötung), sondern von einem Berufsjäger (Berufstötung) durchgeführt worden wäre - jedenfalls wäre dies die logisch richtige Schlussfolgerung auf Ihre Aussage. Auf meine Frage reagierten Sie in Ihrem darauf folgenden Beitrag lediglich mit: "Ich bin grundsätzlich dagegen, 'Tiere' zur eigenen Bespaßung abzuschießen". Gut Frau Bongers, dass Sie was dagegen haben, Tiere zur Bespaßung abzuschießen, wurde bereits aus Ihrem ersten Beitrag klar, lässt aber nach wie vor die Möglichkeit offen, dass für Sie eine Tötung ohne "Bespaßung" durchaus notwendig sein könnte, da Sie den Faktor "Spaß" in beiden Ihrer Beiträge so in den Vordergrund rückten. Sie haben verstanden, was ich meine? Es wäre nett von Ihnen, wenn Sie mir darauf noch eine Antwort geben würden. Danke!
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JAN
23
20:38 Uhr, geschrieben von Elke Bongers
Frau
Herr Schreiber, ich fühle mich geschmeichelt, dass Sie sich solche Mühe mit mir machen, aber ich bin auch noch blond!!! Ordnungsamt und Ministerium kennen mich bereits da "renne" ich schon seit einiger Zeit offene Türen ein. Wenn Sie noch Zeit übrig haben, dann googeln Sie doch mal unter meinen Namen. Ich könnte Ihnen auch noch einige Fotografen empfehlen, aber eigentlich hat Herr Bernhardt die Situation sehr gut getroffen.
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JAN
23
13:28 Uhr, geschrieben von Hubert Schreiber
Klärung
Frau Bongers, ich bin davon ausgegangen, dass Sie mit Ihrem letzten Beitrag mich und nicht Herrn Heinrich ansprechen wollten (er ist ja eher Ihrer "Fraktion" zuzurechnen). Trotzdem nochmals herzlichen Dank für Ihren Hinweis darauf. Erneut ein paar weitere klärende Worte: Nein, ich bin weder auf obigem Foto zu sehen, noch war ich bei dieser Jagd mit dabei. Man muss auch nicht zwingend auf einem Foto mit abgelichtet sein, um zu wissen, wie im Allgemeinen ein Foto entsteht. Auch heute noch entsteht normalerweise ein Foto, trotz modernster Technologien wie "street view" oder Satelitenbildern, indem irgendein Mensch (Fotograf) eine Kamera oder einen Fotoapparat nimmt und - in dem speziellen Fall - sich eine Gruppe von Jägern auf Geheiß des Fotografen positioniert und in aller Regel - ebenfalls nach Aufforderung des Fotografen - sich ein Lächeln abringt und sobald das Objekt der Begirde nach Meinung des Fotografen die geeignetste Stellung eingenommen hat, dieser den Auslöser drückt. Aber ich verrate Ihnen jetzt noch ein kleines Geheimnis. Unter dem Bild selbst ist der Name des Fotografen nebst ZVW angegeben. Auch dies hat mich dazu veranlasst, davon auszugehen, dass bei der Entstehung des Bildes ein Fotograf anwesend war. Falls Sie jedoch noch weitere Fragen, speziell zur Fotografie haben, bitte ich Sie künftig einen Fotografen zu konsultieren, der Ihnen bestimmt kompetenter Auskunft zur Entstehung von Bildern geben kann. Was ich kaum für möglich hielt, eine Gemeinsamkeit mit Ihnen habe ich gefunden. Auch ich bin ebenfalls wie Sie grundsätzlich dagegen, dass Tiere überhaupt (nicht nur die "hilflosen" sondern auch - was ist eigentlich das Synonym für "hilflos" - die "nicht hilflosen" zur eigenen Bespaßung abgeschossen werden. Aber ganz abgesehen von unserer überraschenden Gemeinsamkeit würde die Tötung eines Tieres aus reiner "Bespaßung" gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, da der zur Tötung erforderliche, vernünftige Grund fehlen würde und somit eine strafbare Handlung darstellen würde. Ihre Überzeugung, dass die Herren Waffenscheine hätten, kann ich dagegen absolut nicht teilen. Ich wage sogar die Behauptung aufzustellen, dass 99% der Jagdscheininhaber in Deutschland nicht im Besitz eines Waffenscheins sind. Jetzt aber bitte nicht gleich zum Ordnungsamt rennen und voreilig Anzeige erstatten. Das Waffenrecht der BRD sieht den Besitz eines Waffenscheins zur reinen Jagdausübung nicht vor, sondern lediglich eine Waffenbesitzkarte - ich möchte jetzt aber nicht noch ins Waffenrecht vertiefen. Um einen Jagdschein zu machen, muss man in der Tat nicht viel können. Um allerdings die Prüfung auch zu bestehen, muss man sich im Laufe der Ausbildung einiges an Wissen aneignen. Die Prüfung besteht in Deutschland aus einer Schießprüfung, einem schriftlichen und einem mündlich-praktischen Teil. Dabei muss der Bewerber unter anderem ausreichende Kenntnisse der Tierarten der Wildbiologie, der Wildhege, des Jagdbetriebs, der Wildschadensverhütung, des Land- und Waldbaus, des Jagd- und Waffenrechts sowie der Unfallverhütungsvorschriften, der Waffentechnik, der Führung von Jagdwaffen, der Führung von Jagdhunden, in der Behandlung des erlegten Wildes unter Berücksichtigung der hygienisch erforderlichen Maßnahmen, in der Beurteilung der gesundheitlich unbedenklichen Beschaffenheit des Wildbrets und im Jagd-, Tier- und Naturschutz und im Landschaftspflegerecht nachweisen. Das jagdliche Können selbst erlernt man dann eh nur sehr viel später im Laufe der praktischen Jagdausübung.
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