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Rems-Murr-Sport Kappel Behindertensportler des Jahres

Niko Kappel ist Behindertensportler des Jahres. Foto: Kuckuck/DBS-Akademie

 

Köln/Welzheim.
Für Niko Kappel ist es der letzte Höhepunkt in einem fantastischen Sportjahr: Der Paralympics-Goldmedaillengewinner aus Welzheim wurde am Samstagabend in Köln zum Behindertensportler des Jahres gekürt. Auch am Sonntag rang er noch nach Worten: „Ich bin begeistert und gerührt. Ich empfinde die Auszeichnung als wahnsinnig große Ehre.“

Nach dem Wahlabend mit 400 geladenen Gästen im Deutschen Sport & Olympia-Museum wurde kräftig gefeiert. Tags darauf ist Kappel hörbar müde, aber glücklich. Besonders gefreut hat er sich darüber, dass jeder, also nicht nur Sportjournalisten oder Verbände, an der Wahl hatten teilnehmen können. Deshalb sei die Auszeichnung etwas ganz Besonderes. „Die Wahl bedeutet mir sehr viel.“ Es sei ein toller Abend in Köln gewesen.

Zwar war Kappel, Paralympics-Sieger im Kugelstoßen der Kleinwüchsigen, nach dem ganzen Medienrummel der vergangenen Monate als kleiner Favorit ins Rennen um den Preis gegangen. Dennoch sei er von der Wahl überrascht gewesen, so der Welzheimer. „Ich war vor der Veranstaltung sehr nervös. Auch meine Konkurrenten hätten die Auszeichnung verdient gehabt. Das sind sehr, sehr tolle Athleten.“ Kappel setzte sich gegen Markus Rehm (TSV Bayer 04 Leverkusen, Paralympics-Gold im Weitsprung, Behindertensportler des Jahres 2014) und Martin Schulz (SC DHfK Leipzig, Gold im Paratriathlon) durch.

Der 21-jährige Welzheimer, der für den VfL Sindelfingen startet, hatte bei seiner Paralympics-Premiere in Rio überraschend die erste Goldmedaille für das deutsche Team gewonnen. Bei den Kleinwüchsigen gelang es ihm erstmals überhaupt, seinen polnischen Widersacher, Weltmeister und Weltrekordhalter Bartosz Tyszkowski, im Kugelstoßen hinter sich zu lassen – und zwar mit einem Zentimeter Vorsprung. Kappel verbesserte seine persönliche Bestleistung im fünften Versuch um satte 31 Zentimeter auf 13,57 Meter.

Einen großen Anteil am Erfolg hat Landestrainer Peter Salzer. Er stellte den jungen Welzheimer von der Angleit- auf die Drehstoßtechnik um. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es Kappel, Vize-Weltmeister 2015 und Vize-Europameister 2016, sich entscheidend zu verbessern und Tyszkowski mehr und mehr auf die Pelle zu rücken. Doch nur die größten Optimisten hätten darauf gewettet, dass er den Polen bei den Paralympics in Rio zum ersten Mal überflügeln würde. Der Rest ist Geschichte.

Außer Kappel wurden in Köln Vanessa Low (Weitsprung/Sprint) sowie die Staffel über 4 x 100 Meter mit David Behre, Johannes Floors, Markus Rehm und Felix Streng zu den Behindertensportlern des Jahres 2016 gekürt. Spitzenpolitiker, Sportler, Vertreter aus Gesellschaft und Wirtschaft, Partner und Förderer des Deutschen Behindertensportverbands sowie Medien nahmen an der Ehrung teil.

Wieder ein Grund zum Feiern: Niko Kappel ist Behindertensportler des Jahres. Bild: Steinemann

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