Rems-Murr-Sport SC Korb: Weit entfernt vom Ziel Aufstieg

Gisbert Niederführ, 20.10.2016 00:00 Uhr
Beim SC Korb läuft’s trotz ambitioniertem Ziel nicht rund. So hat Marco Schulz (hier gegen Matej Maglica von der TSG Backnang II) in der vergangenen Saison Tor um Tor geschossen, bisher war er erst zweimal erfolgreich. Foto: Steinemann
Beim SC Korb läuft’s trotz ambitioniertem Ziel nicht rund. So hat Marco Schulz (hier gegen Matej Maglica von der TSG Backnang II) in der vergangenen Saison Tor um Tor geschossen, bisher war er erst zweimal erfolgreich.Foto: Steinemann

Was ist nur mit dem SC Korb los? Der Fußball-Bezirksligist wollte aufsteigen, jetzt ist er gerade mal Elfter, wenig ist bisher gelungen. Warum? Darauf hat Trainer Roland Pfender keine einfache Antwort, zu viele Faktoren spielten ineinander.

Fünfter war der SC Korb 2015, Vierter 2016, wobei er sich in den letzten sieben Spielen nur ein Unentschieden geleistet hatte. Also ging er mutig in die Saison 2016/17. Viele, sagt SC-Trainer Roland Pfender, gäben das Ziel „vorne mitspielen“ aus, doch meine das letztlich doch nichts anderes als: Wir versuchen, aufzusteigen. „Warum soll man’s also nicht offen aussprechen?“ Und so gab der SC offiziell das Ziel aus: Aufstieg. Das fliegt ihm jetzt um die Ohren.

Die Malaise begann schon vor dem offiziellen Startschuss der Saison. Eine Woche vor allen anderen trugen SV Kaisersbach und SC Korb ihr Spiel vom vierten Spieltag aus – und Korb verlor mit 2:4. Pfender: „Das hätten wir vielleicht nicht machen sollen. Wir waren noch nicht so weit.“

Trainer Pfender muss die Formation immer wieder ändern

Andererseits gilt das zum Teil immer noch. Obwohl Pfender beispielsweise mit seinen Söhnen Marius und Ralf lange verletzte Spieler wieder zur Verfügung hat, dazu vier Neuzugänge, „von denen ich mir viel versprochen habe“, seien immer noch zu viele nicht fit genug (Urlaub während der Saisonvorbereitung), in der Formkrise oder fehlten immer mal wieder kurzfristig angeschlagen. Während der Siegesserie zum Ende der vergangenen Spielzeit habe er fast immer dieselbe Formation aufbieten können, sagt Pfender, jetzt müsse er dauernd umstellen.

So sei er sich vor dem Spiel gegen Winterbach sicher gewesen, den Negativtrend drehen zu können. Doch dann fielen Philipp Eckardt und Fabian Dietz aus („die kann man nicht ersetzen“) und Kota Sasaki obendrein. Das Resultat: 0:4 und das schlechteste Spiel bisher überhaupt.

Pfender hält sich mit Vorwürfen an seine Spieler zurück. Die seien zuweilen blockiert, weil’s sie’s zu gut machen wollten. Und durch die schlechten Ergebnisse überdies verunsichert. Schießt die Mannschaft selbst ein frühes Tor, ist alles gut. Fängt sie sich dagegen ein schnelles Gegentor ein, sinkt der Mut. Führungsspieler, die jetzt gefragt seien, sind dann oft mit sich selbst beschäftigt oder fehlen just in diesem Spiel.

So kommt Pfender zum Schluss, der so richtig wie phrasenhaft daherkommt: „Wir brauchen Erfolgserlebnisse.“ Bis es so weit ist, redet er viel mit den Spielern und „zweifelt schon auch an sich selbst“.

Nach einem Erfolgserlebnis schon am Sonntag sieht es nicht aus: Der SC muss zum Tabellenzweiten, dem SV Breuningsweiler; und das voraussichtlich ohne Fabian Dietz, Philipp Eckardt, Daniele Scavello und Marius Pfender.

Dennoch winkt den Korbern ein Erfolg, für den sie sich gar nicht mehr anstrengen müssen: Der VfL Winterbach hat beim 4:0-Sieg mit Adrian Uetz einen Jugendspieler eingewechselt, der zuvor schon in der zweiten Mannschaft gespielt hat. Das ist laut WFV-Jugendordnung nicht zulässig. Korb hat Protest gegen die Wertung des Spiels eingelegt – und gute Chancen, recht zu bekommen.

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