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Weinstadt-Strümpfelbach. Neugierige Blicke sind seinen Werken sicher. In diesem Fall setzt er seine Idee nicht selbst um. Hier lässt Karl Ulrich Nuss schaffen: einen hölzernen Anbau an sein Lager in der Ritterstraße für seine Negativfiguren und obendrüber gestülpt eine von Stahlstützen getragene, rund gewölbte Halle, in der seine fertigen Skulpturen einen Platz finden sollen. Klingt nicht spektakulär? Sieht aber so aus. Vorab-Besucher des Bauprojekts äußern sich spontan: Wow.
Wem das laut entfährt, der hört es nachhallen. „Ja, das ist hier mein Wahl-Halla“, sagt der Bauherr. Für Musikveranstaltungen biete sich die Präsentationshalle eher nicht an. Erste Buchungsanfragen hat der Strümpfelbacher schon bekommen. Dass da etwas Großes entsteht, dass ein Orchester fassen könnte, ist nicht zu übersehen. Aber eine tadellose Akustik war jetzt nicht wirklich das, worauf Karl Ulrich Nuss wertgelegt hat. Seinen Skulpturen, die bald den Innenraum beziehen, wird’s egal sein. Sie sind eher wortkarg und tönen selten. Auch dass die Halle null Dämmung hat, wird die Bronzenen kalt lassen. Weiße Wölkchen bildet nur der Atem der Zimmermänner der Firma Fleck, die noch Fenster einsetzen und letzte Handgriffe erledigen.
Wann ist das Ding den fertig? Was ist das überhaupt? Können wir mal gucken kommen? Das Fragenbombardement begann, als die ersten Stahlstützen die alte Werkhalle der Scheinerei Schönthaler umstellten. Vor Jahren schon hat Nuss das Grundstück und die Werkhalle gekauft, nutzt sie als Lager für seine Negativfiguren und sein Neffe Johannes Traub schafft darin als Gipsformer.
Freilich waren auch wir von der Zeitung gespannt, was sich da tut. Wir durften unsere Neugier bereits mit einem Vorabblick stillen. Die Kurzfassung in der Tat: Wow.
„Ich weiß, es wird schon von der Arche 2.0 gesprochen, von der gewölbten Halle in der Ritterstraße 8.“ Ein bissle Freude macht es Karl Ulrich Nuss sicherlich, wenn er so Aufmerksamkeit erregt, für die Meisten unberechenbar bleibt und die bange bis erwartungsfrohe Frage aufwirft: Was macht er denn jetzt schon wieder? Aber er ist keiner, der Gespannte zu Überspannten werden lässt: „Ich denke im Frühjahr werde ich einen Tag der offenen Tür machen. Dann kann wer will gucken, was wir uns hier ausgedacht haben.“ Ständige Öffnungszeiten soll die Halle nicht bekommen. „Aber dort können Besucher auf Anfrage rein. Es wird eine Alternative zum Keller werden, wenn es für die Besichtigung des Skulpturenpfads zu nass und kalt draußen ist.“
Die Idee, der alten Lagerhalle einen Rundbau überzustülpen, entwickelte Karl Ulrich Nuss mit dem Esslinger Architekten Hans Fritzenschaft weiter. Der Fachmann hat bereits nebenan die alte Werkhalle der Zimmerei Fleck erdacht und entwarf auch den neuen Bau der Firma, der jetzt Wand an Wand mit dem Nuss’schen Bauprojekt entsteht. Alles also aus einem Guss an dieser Stelle des Gewerbegebiets Backenländer - und dabei ist das Meiste aus Holz.
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