Wir Freunde des ganzjährigen Humors haben um die Faschingszeit herum eine ganz besondere Freude an den Saisonhumoristen, die nur vom 11.11. bis Faschingsdienstag lustig sein dürfen und das restliche Jahr über zum Lachen in ihren pietitstischen Keller verschwinden. Im Grunde sind wir dem vorherrschenden, lustfeindlichen Pietismus zwar überaus dankbar, dass er ein Bollwerk gegen die katholischen Narretei aufgebaut hat. Das bröckelt inzwischen jedoch bedenklich durch den ungezügelten Zuzug von Rheinländern und Oberschwaben. Die Klügeren unter denen meiden natürlich um Fasching herum ihre Wahlheimat. Aber klug sind sind eben nur die Wenigsten, und der große Rest hat Karnvevals- und Faschingsvereine gegründet, in denen sie ihr fragwürdiges Brauchtum pflegen, denen ein hierzulande, selst ein katholisch getauftes, aber protestantisch sozialisiertes Wesen fassungslos gegenüber steht. Der Oberbrüller an den natürlich zum Brüllen lustigen Veranstaltungen ist aber der Beginn: 14.31, 19.19 oder gar 19.31 Uhr. Bei diesem Gag schmeißt sich der Jeck jedesmal ins Eck und lacht sich scheck.