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Rundschlag Erwägungen zum Grundeinkommen

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 Foto: Privat

Die Remstäler Bestseller-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich sowie schon viel früher der Drogerie-Unternehmer Götz Werner fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE). Und was sagen Skeptiker?

Mit BGE werden die Leute faul werden und nichts mehr schaffen! Manche vielleicht, aber wie lange? Niemand führt ein zufriedenes Leben, wenn er nichts mehr schafft. Irgendwann fühlte sich jeder nutzlos. Wer will das schon? Außerdem: Es kommt auch auf die Höhe des BGE an. 1000 Euro im Monat etwa wären zum Überleben genug und zum gelegentlichen Konsumkauf. Auf Dauer glücklich wird damit jedoch niemand. Kinder versorgen mit so wenig Geld ist ungleich schwieriger. In den Urlaub fahren? Vergessen Sie’s! Menschen, die jetzt schon nur 1000 Euro vom Arbeitslohn übrig haben und jeden Cent umdrehen, würden jedoch durch BGE noch mal so viel bekommen, also folgerichtig fortpflanzungswilliger, zufriedener und konsumfreudiger. Und die jetzt schon Wohlhabenden und Reichen würden mit BGE noch konsumfreudiger. Die Binnenwirtschaft würde florieren.

Kein Geld da für ein BGE! Eine radikale Steuerreform müsste her. Alle oder die meisten anderen Steuern abschaffen, dafür eine große Konsumsteuer und eine happige Finanztransaktionssteuer einführen! Mit dieser würden alle – die Bösen und die Guten – das System und unseren Staat finanzieren,

Die Arbeitgeber würden das BGE-System untergraben! Sie würden es sicherlich versuchen. Deshalb müsste auch ein Mindestlohn für alle Berufe und Jobs als Flankierungsmaßnahme her sowie ein Mindest-Bestandsschutz für jedwede Tariflohnhöhen. Dann könnte kein Unternehmer sagen, ich stelle Sie aber nur für den halben Lohn ein, weil Sie bekommen ja eh BGE. Dies schon gar nicht, weil das BGE den Arbeitsmarkt in Bewegung brächte. All jene, die im Job unzufrieden sind, innerlich bereits gekündigt haben, gemobbt und von Führungskräften drangsaliert werden, würden tatsächlich kündigen, weil sie weniger zu verlieren hätten. Die Arbeitgeber müssten sich umstellen, gedeihlichere und sozialere Betriebsklimata schaffen, ansonsten könnten sie am Markt nicht bestehen. Niemand würde (weiter) für sie arbeiten müssen.

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