Montag, 20. Mai 2013
 
 
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RundschlagPlatzverbot: Immer im Kreis herum

Martin Winterling, vom 05.02.2013 00:00 Uhr
Schmiedel lässt keine Gelegenheit aus, Winfried Hermann, seinem Intimfreund von den Grünen, eins auszuwischen. Foto: dpa
Schmiedel lässt keine Gelegenheit aus, Winfried Hermann, seinem Intimfreund von den Grünen, eins auszuwischen.Foto: dpa

Armer Winfried Kretschmann. Mit seinem Wunsch nach Platzverboten und dem Traum von nüchtern-fröhlichen Rumlungerern auf öffentlichen Plätzen hat sich der Ministerpräsident zwischen alle Stühle gesetzt. Ein Glück, dass Plätze nicht ins Ressort seines Verkehrsministers gehören. Sonst würde unter Kretsches Allerwertesten eine rote Feuersbrunst entfacht, die er mit noch so viel grün gespritztem Apfelsaft nicht löschen könnte.

Der Zündler hieße Claus Schmiedel, seines Zeichens Chef der SPD-Landtagsfraktion und erbitterter Anhänger der grün-roten Koalition. Schmiedel lässt keine Gelegenheit aus, Winfried Hermann, seinem Intimfreund von den Grünen, eins auszuwischen, nachdem dieser bei Stuttgart 21 so langsam Oberwasser kriegt. Schmiedel ist schon ganz durmelig angesichts der Milliarden, die sein Lieblingsprojekt S 21 zu verschlingen droht. Ein Glück, dass der Hermann ihm in kunstgeschmückten Kreisverkehren als Geisterfahrer entgegenkommt. Oder ist’s andersrum? Gleichwie. Kunstfreund Schmiedel verlangt ein sofort wirksames Moratorium bei der Umsetzung des Kreiselkunst-Erlasses. Wenn Hermann eine Denkpause für den Tiefbahnhof fordert, überlegt Schmiedel nicht lange bei der Kunst und verlangt vom Verkehrsminister mehr Augenmaß.

Dieses Augenmaß beweist der Schorndorfer Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann (FDP) allemal, indem er Schmiedel aus der Opposition heraus beiseite springt und mit ihm Hermann ins Visier nimmt. Ein „Kreisverkehr-Chaos“ richte Hermann an, schreibt Haußmann. Bloß Chaos? Warum nicht gleich Super-GAU oder Weltuntergang? Doch in guter liberaler Tradition sei er, Haußmann, sicher, „dass es gute Wege eines ausgewogenen Kompromisses und Alternativen zum Abbau (von Kunstwerken, d. Red.) geben kann“. Der kompromittierend alternative Vorschlag des gut gepolsterten Rundschlags lautet: orangerote Prallsäcke, wie wir sie von Skipisten kennen, ersatzweise Strohballen oder Fangnetze.

Solchermaßen geschützte Räume bieten sich natürlich auch für Trunkenbolde an, die beim ersten milden Abend wieder wie Pilze aus dem Kopfsteinpflaster schießen werden. Statt den unbotmäßigen Säufern Plätze bloß zu verbieten, könnte die Polizei ihnen zur Abwechslung mal auch Platzgebote erteilen – samt der schwindelerregenden Auflage, 50-mal im Kreis herumzulaufen. In diesem Zustand für manchen eine Kunst. Kreiselkunst.

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