Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [3.00/1]

RundschlagPlatzverbot: Immer im Kreis herum

Martin Winterling, vom 05.02.2013 00:00 Uhr

Armer Winfried Kretschmann. Mit seinem Wunsch nach Platzverboten und dem Traum von nüchtern-fröhlichen Rumlungerern auf öffentlichen Plätzen hat sich der Ministerpräsident zwischen alle Stühle gesetzt. Ein Glück, dass Plätze nicht ins Ressort seines Verkehrsministers gehören. Sonst würde unter Kretsches Allerwertesten eine rote Feuersbrunst entfacht, die er mit noch so viel grün gespritztem Apfelsaft nicht löschen könnte.

Der Zündler hieße Claus Schmiedel, seines Zeichens Chef der SPD-Landtagsfraktion und erbitterter Anhänger der grün-roten Koalition. Schmiedel lässt keine Gelegenheit aus, Winfried Hermann, seinem Intimfreund von den Grünen, eins auszuwischen, nachdem dieser bei Stuttgart 21 so langsam Oberwasser kriegt. Schmiedel ist schon ganz durmelig angesichts der Milliarden, die sein Lieblingsprojekt S 21 zu verschlingen droht. Ein Glück, dass der Hermann ihm in kunstgeschmückten Kreisverkehren als Geisterfahrer entgegenkommt. Oder ist’s andersrum? Gleichwie. Kunstfreund Schmiedel verlangt ein sofort wirksames Moratorium bei der Umsetzung des Kreiselkunst-Erlasses. Wenn Hermann eine Denkpause für den Tiefbahnhof fordert, überlegt Schmiedel nicht lange bei der Kunst und verlangt vom Verkehrsminister mehr Augenmaß.

Dieses Augenmaß beweist der Schorndorfer Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann (FDP) allemal, indem er Schmiedel aus der Opposition heraus beiseite springt und mit ihm Hermann ins Visier nimmt. Ein „Kreisverkehr-Chaos“ richte Hermann an, schreibt Haußmann. Bloß Chaos? Warum nicht gleich Super-GAU oder Weltuntergang? Doch in guter liberaler Tradition sei er, Haußmann, sicher, „dass es gute Wege eines ausgewogenen Kompromisses und Alternativen zum Abbau (von Kunstwerken, d. Red.) geben kann“. Der kompromittierend alternative Vorschlag des gut gepolsterten Rundschlags lautet: orangerote Prallsäcke, wie wir sie von Skipisten kennen, ersatzweise Strohballen oder Fangnetze.

Solchermaßen geschützte Räume bieten sich natürlich auch für Trunkenbolde an, die beim ersten milden Abend wieder wie Pilze aus dem Kopfsteinpflaster schießen werden. Statt den unbotmäßigen Säufern Plätze bloß zu verbieten, könnte die Polizei ihnen zur Abwechslung mal auch Platzgebote erteilen – samt der schwindelerregenden Auflage, 50-mal im Kreis herumzulaufen. In diesem Zustand für manchen eine Kunst. Kreiselkunst.

Kommentare (0)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Titel *  
     
Ihr Name *  
     
Kommentar *  
             
(optional)
E-Mail   (wird nicht veröffentlicht)
             
Straße     Hausnr.  
             
PLZ     Wohnort  
             
    (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)
             
      * Pflichtfelder
Der Hund hat Durchfall
Morgens um drei kann’s auch schön sein in der Waiblinger Talaue. Und der Hund, der hat. . .
Die Bettdecke kostet
So werden Verbraucher ausgetrickst: Was in Hotels jetzt alles extra kostet ... der Rundschlag prangert an.
 
 
Videos
Interaktiv
  • Umfrage
Paketzustellung vor Weihnachten

Weihnachten rückt immer näher. Haben Sie schon Geschenke besorgt?

 
Natürlich. Ich kaufe die Geschenke für meine Liebsten immer sofort, wenn mir etwas einfällt.
Ich sollte mir so langsam etwas überlegen...
Ach, ich gehe in der Woche vor Heilig Abend kurz einkaufen, das reicht.
Ich feiere Weihnachten nicht, deshalb verschenke ich auch nichts.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Neueste Artikel
  • Twitter
  • Facebook ZVW
  • Facebook Sportredaktion
Bundesliga-Tippspiel
Tippen Sie mit!
Tippen und gewinnen Sie bei unserem Bundesliga-Tippspiel. Hier können Sie mitspielen >>
TV Bittenfeld
Video: Mit drei Fan-Bussen zum einzigen Derby
Bei einem Sieg ist sogar der Sprung auf Rang zwei möglich / Einige Bittenfelder Spieler kämpfen mit Magen-Darm-Virus.
Zuschlagen, wenn der Gegner schwächelt
Der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt lobt die Ruhe seines Teams, sieht die Punktzahl und Rang drei aber als Momentaufnahme.