Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [2.09/11]

RundschlagVon Fröschen und Autofahrern

Martin Winterling, vom 06.02.2013 00:00 Uhr

Ein altes Sprichwort besagt: Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, dürfe man nicht die Frösche fragen. In diesem Sinne sollte man auch tunlichst vermeiden, einen Autofahrer zu fragen, wenn es um den Verkehr geht. Andererseits. . . Wen sonst?

Als hätten die Autofahrer im ADAC nicht schon eine starke Lobby, so haut nun „Deutschlands junger Automobilclub ,Mobil in Deutschland e.V.’“ noch lauter auf die Pauken und verschickte eine Mitteilung „An die Vertreter der Medien“: „Das wünschen sich Autofahrer für 2013.“

Das Ergebnis dieser Umfrage, sozusagen der Laich der Autofahrer, ist wenig überraschend: 95 Prozent sind gegen Radarfallen, bei denen es nicht nur um Sicherheit geht (also gegen alle, in die man selbst hingerast ist . . .), 90 Prozent sprechen sich gegen eine Citymaut aus und 89 Prozent gegen ein Tempolimit auf Autobahnen, 88 Prozent sind überzeugt, dass Politiker gemein zu Autofahrern sind, 85 Prozent halten von Umweltzonen nichts und 82 Prozent wollen keine Lebensmittel tanken.

So weit, so schlecht. Die Umfrage entspricht übrigens dem Bild, das „Mobil in Deutschland“ selbst von der Verkehrssituation in Deutschland zeichnet. In einem Städtevergleich kriegten Berlin, Düsseldorf, München und Hamburg die besten Noten, weil sie wenig stationäre Blitzer haben und auf Umweltzonen verzichten, weniger Staus und dafür lange Autobahnringe haben, viele Tankstellen und noch mehr Autos je Einwohner haben. Stuttgart schneidet übrigens miserabelst ab. Mit neun Blitzern je 100 000 Autos ist nicht nur die Radardichte am höchsten, sondern sind auch die eingesetzten Räumfahrzeuge je Straßenkilometer beinahe am geringsten.

Frösche lieben morastige Sümpfe mit vielen Mücken, Autofahrer Asphaltwüsten ohne Tempolimit und Radarfallen. Irgendwie sind sich Autofahrer und Frösche ziemlich ähnlich.

Kommentare (2)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Anzeigen
FEB
07
12:22 Uhr, geschrieben von ein Autofahrer
verstehe ich nicht
Liber ZVW, wenn ich mir so die Artikel die hier veröffentlicht werden durchlese, werde ich den Eindruck nicht los, dass in Ihrer Redaktion zuviele Autohasser zu gegen sind.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
7
Kommentar bewerten
FEB
06
14:12 Uhr, geschrieben von André
Herr
Der Artikel 'Das rote Licht hat mich reingeritten'* erklärt natürlich bestens wieso dieser Artikel geschrieben wurde. MFG, André *Quelle: http://www.zvw.de/inhalt.rundschlag-das-rote-licht-hat-mich-reingeritten.46891332-5772-474b-aa55-2d671f127242.html
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
0
Kommentar bewerten
Politische Rituale
Das Problem: Das Ritual funktioniert nicht mehr richtig, wie so vieles im politischen Apparat.
Was Fuchs noch alles unternimmt
Es kannn sein, dass der scheidende Landrat Fuchs bald gar nicht mehr weiß, wo er überall noch mitgipfeln soll.
 
 
Videos
Interaktiv
  • Umfrage
VfB Stuttgart Bayern München

Endzeitstimmung in Bad Cannstatt: Abstieg oder Klassenerhalt? Was glauben Sie, wie es am Ende für den VfB Stuttgart ausgeht?

 
Niemals zweite Liga! Der VfB bleibt erstklassig.
Der VfB wird den Klassenerhalt nicht schaffen.
Interessiert mich nicht.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Neueste Artikel
  • Twitter
  • Facebook ZVW
  • Facebook Sportredaktion
Bundesliga-Tippspiel
Tippen Sie mit!
Tippen und gewinnen Sie bei unserem Bundesliga-Tippspiel. Hier können Sie mitspielen >>
TV Bittenfeld
Der wichtigste Auswärtssieg
„Es war das schwierigste Auswärtsspiel für uns bis jetzt in dieser Saison“, sagte Trainer Schweikardt.
In den Schlussminuten auf die Siegerstraße
Handball, 2. Liga: Der TV Bittenfeld gewann beim Auswärtsspiel gegen den TSV Dormagen mit 23:28 (14:12).