Artikel drucken Artikel kommentieren

Schäuble fordertSchweizer Einkaufstouristen sollen mehr Steuern zahlen

Markus Grabitz, vom 23.12.2012 17:21 Uhr
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Foto: dapd
Bundesfinanzminister Wolfgang SchäubleFoto: dapd

Berlin - Mit einer Bagatellgrenze will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) den Mehrwertsteuertourismus von Schweizern in Südbaden eindämmen.

Schweizer, die in deutschen Geschäften einkaufen, sollen künftig erst ab einer Rechnungshöhe von 100 Euro einen Antrag auf Rückerstattung der gezahlten Mehrwertsteuer stellen können. Hintergrund: Rund 150 deutsche Zollbeamte sind allein an der Grenze zur Schweiz damit beschäftigt, die grünen Ausfuhrkassenzettel auszustellen. Schweizer Kunden, die sich nach Einkäufen auf deutschem Gebiet die gezahlte Mehrwertsteuer erstatten lassen wollen, benötigen dieses Formular. Zugleich klagt der Schweizer Einzelhandel über Umsatzeinbußen. Er sähe deshalb eine solche Verschärfung gern.

Nach Informationen dieser Zeitung hat Schäuble dem Schweizer Botschafter in Berlin, Tim Guldimann, zugesichert, eine Bagatellgrenze im Einkaufstourismus, wie es sie im Grenzverkehr mit Österreich schon gibt, wohlwollend zu prüfen. Die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ) unterstützt eine Bagatellgrenze. BDZ-Chef Klaus Leprich sagte gegenüber dieser Zeitung: „Wir setzen uns dafür ein, dass Kleinmengen nicht mehr von Zöllnern bestätigt werden müssen.“ Zudem bemängelt Leprich die Rechtsunsicherheit bei der bestehenden Lösung: „Niemand kontrolliert, ob die Ware auch tatsächlich ausgeführt wird.“ Das Zollamt befinde sich teils mehrere Kilometer vom Schlagbaum entfernt.

Für die Einzelhändler bedeutet der Einkaufstourismus der Schweizer eine kräftige Umsatzsteigerung. Utz Geiselhart vom Handelsverband Südbaden ist vehement gegen Änderungen: „Wir lehnen eine Bagatellgrenze aus Gründen der Ungleichbehandlung der verschiedenen Sortimente ab. Dann würden etwa Lebensmittel und Drogerieartikel benachteiligt.“

Kommentare (1)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
JAN
11
14:12 Uhr, geschrieben von Max Blume
Stau an der Grenze
Wenn man mal an einem durchschnittlichen Samstag die Grenze in Richtung Schweiz passieren möchte, dann erlebt man die Auswüchse des Mehrwertsteuerverschenkens. Erlebt in Rheinfelden / Autobahnzoll. Dort war ein ca. 3 KM langer Stau, weil jeder Schweizer sich seinen Kleinsteinkauf an der Grenze bestätigen lassen will. Damit er dann die Mehrwertsteuer beim nächsten Besuch zurückerhalten kann. Wieso verschenkt Deutschland diese Steuereinnahmen? Wieso muss ich als Reisender Kilometerlang im Stau stehen? Nur damit die eh superreichen Schweizer noch einen Vorteil gegenüber dem armen Deutschen erhalten. Abschaffen, aber sofort. So Steuerrückerstattung gibt es eh nur zwischen Deutschland und der Schweiz. In allen anderen EU-Ländern muss der Schweizer Einkäufer gewisse Betragsgrenzen überschreiten sonst kriegt er gar nichts zurück.
Hut ab!
300 Jahre Hutgeschichte: Das neue Museum im restaurierten Fabrikgebäude der ehemaligen Hutfabrik Reich in Lindenberg/Allgäu verdient zu Recht viel Lob. Die Ausstellung ist abwechslungsreich und unterhaltsam.
Amoklauf Winnenden
Alle Berichte der Winnender Zeitung zum Amoklauf seit März 2009
Die gesamte Berichterstattung der Winnender Zeitung seit 2009 finden Sie hier.
 
 
Videos
Interaktiv
  • Umfrage
Fahrpruefung3

Eine 86-Jährige ist am Pfingstwochenende bei Lorch verkehrt herum auf die B 29 gefahren und hat einen Unfall mit zwei Toten verursacht. Auf Facebook fordern einige unserer Leser nun eine Fahrtauglichkeits-Überprüfung im Alter. Was halten Sie davon?

 
Richtig so! Die Fahrtauglichkeit sollte gerade bei älteren Leuten regelmäßig überprüft werden.
Unnötig! Die meisten Unfälle werden schließlich von jüngeren Fahrern verursacht.
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Meist gelesen
  • Neueste Artikel
  • Twitter
  • Facebook ZVW
  • Facebook Sportredaktion
Bundesliga-Tippspiel
Tippen Sie mit!
Tippen und gewinnen Sie bei unserem Bundesliga-Tippspiel. Hier können Sie mitspielen >>
TV Bittenfeld
TVB: Noch zwei Punkte bis zum Aufstieg
Der Bittenfelder Coach Jürgen Schweikardt mahnt seine Mannschaft zur Besonnenheit
Video: Eine Mischung aus Anspannung und Konzentration
Im letzten Heimspiel der Saison wird die Scharrena mit 2049 Fans zum vierten Mal in Folge ausverkauft sein.