
Auf einen Klick
Mit der Schokolade ist das so eine Sache. „Sie ist schlecht für die Zähne, macht unreine Haut und dick“, mahnen die einen. „Ein Leben ohne Schokolade? Unvorstellbar“, schwelgen die anderen.
Ich bin eine absolute Schokoladenliebhaberin. Versteht mich nicht falsch: Ich gehöre nicht zu den Menschen, die an stressigen Tagen gut und gerne mal ein bis zwei ganze Tafeln weghauen können. Nein, ich finde, Schokolade muss man in Maßen genießen – „mäßig, aber regelmäßig“ sozusagen :) Ein Tag ganz ohne Schokolade geht zum Beispiel überhaupt nicht. Als mir vor einigen Monaten die Weisheitszähne gezogen wurden, wurde ich diesbezüglich auf eine harte Probe gestellt. Nach zwei bis drei Tagen tapferen Durchhaltens habe ich es nicht mehr ausgehalten und ein dickes Stück Schokoladenkuchen gelutscht (die Fähigkeit des Kauens war zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht wiederhergestellt).
Der Geschmack, das zartschmelzende Gefühl auf der Zunge, allein schon der Geruch von Schokolade ist einfach unbeschreiblich fantastisch. Schokolade ist für mich ein Grundnahrungsmittel, genauso wie Brot. Ich mach da auch keine Unterschiede: Schoki mit Nuss, Vollmilch, Zartbitter, weiße Schokolade, Schokopudding, Schokokuchen, Schokoeis – mir alles egal, Hauptsache Schokolade. Auch Trinkschokolade – egal ob heiß oder kalt – ist ein Genuss, den ich nicht missen möchte. Pure Milch schmeckt mir nicht, aber mit drei bis vier gehäuften Löffeln Kakaopulver sieht die Sache gleich ganz anders aus.
Seit ich bei der Zeitung arbeite, ist es wieder schlimmer geworden mit der Schokoladensucht. Erstens kommt bald die Winterzeit mit Kälte und Schmuddelwetter, da braucht man einfach einen süßen Seelentröster in viereckiger Form. Schokolade macht nämlich wirklich glücklich, zumindest kurzzeitig, zumindest mich. Außerdem haben wir hier im Zeitungsverlag einen Süßigkeitenautomaten mit ganz viel Schokolade. Den hätte man mir mal lieber nicht zeigen sollen, denk ich mir heute. Seit ich nämlich weiß, wo der steht und was er beherbergt, bin ich mindestens ein- bis zweimal pro Tag dort anzutreffen. Was nicht heißen soll, dass ich mir nicht von zuhause Schokolade in jeglicher Form mitbringen könnte. Das geschieht natürlich zusätzlich.
Mein Problem ist: Sobald ich weiß, dass Schokolade verfügbar ist, muss ich auch Schokolade essen. Scheinbar habe ich einfach nicht genug Disziplin, mir das zu verbieten. Vielleicht bin ich schwach, aber das ist mir egal. Wenn um zwei Uhr nachts mein Bauch jammert, dass er ein Nutellabrot will, dann kriegt er ein Nutellabrot :) Ich finde sowieso, dass Schokolade ein tolerierbares Suchtmittel ist. Gesünder als Zigaretten oder Alkohol ist sie allemal. Gut, auf die lieben Zähnchen muss man natürlich aufpassen, aber das liegt ja an einem selbst. Ich hatte jedenfalls bisher nie Probleme mit Karies, also können die verbitterten, böswilligen Schokoladen-Kritiker gleich mal den Mund halten.
Was ich zugeben muss: Hätte ich die Veranlagung dazu, wäre ich vermutlich längst fett. Nicht selten ernte ich neidische Blicke und darf mir Sätze anhören wie „Unglaublich, was du alles in dich reinstopfen kannst, ohne zuzunehmen!“. Woran das liegt? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Gute Gene vielleicht. Ausreichende Bewegung spielt sicherlich auch eine Rolle. Sei’s drum.
Nun muss ich mich aber verabschieden, chers amis. Ich habe mir heute nämlich Mousse au chocolat mitgebracht, die höre ich aus dem Kühlschrank schon den ganzen Tag ganz laut meinen Namen schreien. Mama kommt schon, Schatz.
|
|
Marie-Kristin Döbler hat den Film über Colin Clarks Erinnerungen an Marilyn Monroe gesehen.
|
|