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Schorndorf Chinesisches Frühlingsfest

Barbara Pienek, vom 05.02.2012 15:20 Uhr
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Das Jahr des Hasen geht zu Ende, das Jahr des Drachen beginnt. Viele feierten beim  traditionellen chinesischen Frühlingsfest. Es wurde wieder vieles geboten an Musik, Tänzen, Kalligraphie, Qigong, Jonglieren und Kung Fu etc. Foto: Sven Friebe
Das Jahr des Hasen geht zu Ende, das Jahr des Drachen beginnt. Viele feierten beim traditionellen chinesischen Frühlingsfest. Es wurde wieder vieles geboten an Musik, Tänzen, Kalligraphie, Qigong, Jonglieren und Kung Fu etc. Foto: Sven Friebe

Schorndorf. Draußen bitterkalt, drinnen schon ein Hauch von Frühling: Doch im Grunde wollte der Förderverein für Deutsch-Chinesische Freundschaft am Samstagabend mit seinem Frühlingsfest auch erst das Jahr des Drachen begrüßen. Dabei gab es Tänze, Lieder und Kampfkunst aus Fernost zu erleben. Beim Fest in der Barbara-Künkelin-Halle, das auch der stellvertretende chinesische Generalkonsul Wang Xiting mit einem Besuch beehrte, hat aber auch Schorndorfer Kultur eine Rolle gespielt.

Ein Duft von Räucherstäbchen und Frühlingsrollen weist den Weg zum Fest, das deutsche und chinesische Kultur in Einklang bringen will. Chinesische Lampions und Schriftzeichen schmücken dezent den Saal. Gleich zu Beginn tanzt ein glitzernder chinesischer Drache mit einem zarten Schorndorfer Mädchen und Max-Planck-Gymnasiasten singen „Bruder Jakob“ erst auf Deutsch und dann auf Chinesisch. Es gibt im Drei-Stunden-Programm einen Taichi-Fächertanz, Qigong, Kalligrafie und eine kraftvolle Kungfu-Aufführung. Aber auch die Mädchen der Rhythmische Gymnastik-Gruppe der SG und die „Black Shadows“-Tanzgruppe des Jugendmigrationsdienstes dürfen zeigen, was sie können.

Jonglage als Verbindungsglied zwischen beiden Kulturen

Ein echtes Verbindungsglied ist dann die Jongliergruppe „Boff“: Sie beweist mit ihren fliegenden Keulen, Ringen und Tüchern nicht nur eindrucksvolle Fingerfertigkeit, sondern erinnert mit ihren Würfen auch daran, dass die Jonglierkunst eigentlich eine chinesische Erfindung ist – „wie das Porzellan und das Schießpulver“, sagt Moderator Dieter Schützenauer und kann zum Schluss als musikalischen Höhepunkt auch Sarah Rehberg ankündigen: Die erst 14-jährige Jugend-Musiziert-Preisträgerin aus Berglen singt, begleitet vom Schorndorfer Zupforchester und dem Stuttgarter Chor Shingyun, chinesische Lieder in Reinform.

Zum siebten Mal in Folge hat der Förderverein Deutsch-Chinesische Freundschaft zum Frühlingsfest geladen. Als Vertreter der Stadt Schorndorf ist Erster Bürgermeister Horst Reingruber in die Barbara-Künkelin-Halle gekommen. Und da sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und China in diesem Jahr zum 40. Mal jähren, war sogar der stellvertretende Generalkonsul Wang Xiting nach Schorndorf gereist. Bis der letzte Zug zurück nach Frankfurt ging, verfolgte er das Programm – und lobte den Schorndorfer Verein in einer kurzen Rede für sein Engagement für Verständnis und Freundschaft zwischen Deutschen und Chinesen. Dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern enger werden, ist für Wang auf höchster politischer Ebene zu erkennen: Ministerpräsident Wen Jiabao will Deutschland noch in der ersten Jahreshälfte einen Besuch abstatten, obwohl Angela Merkel gerade erst nach China gereist ist.

Das passt zum chinesischen Jahr des Drachen: Es verheißt außer Glück auch große Vorhaben und Durchbruch. Für Ersten Bürgermeister Reingruber indes wird dies ohne das Zutun der jungen Generation nicht gelingen. Darum würdigte er den zweiwöchigen Schüleraustausch, an dem 30 Gymnasiasten von Burg- und Max-Planck-Gymnasium teilnehmen werden, als „wichtige Erfahrung“. Und tatsächlich werden die Jugendlichen, bevor sie eine einwöchige China-Rundreise unternehmen, Anfang April auch bei Gastfamilien in Fuyang wohnen. Für die Reise, die pro Person an die 1600 Euro kostet, suchen die Schülerinnen und Schüler indes noch Sponsoren.

Erste Kontakte zum fernen China hatte im Übrigen auch Horst Reingruber bereits zu Schulzeiten: Als Klaus Autenrieth, Vorsitzender des Deutsch-Chinesischen Freundschaftsvereins und vor mehr als 40 Jahren Gründer der China-AG am MPG, Reingrubers Religionslehrer wurde, kam er frisch aus Hongkong – und lehrte seine Schüler all das, was der Weltatlas nicht vermitteln konnte. Dafür und „für Ihr nimmermüdes Engagement“ dankte er Autenrieth, der nicht nur in China ausgewachsen ist, sondern das Reich der Mitte insgesamt 14-mal bereist hat.

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