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SchorndorfLuftig-leicht wie die schönste Rose

ZVW, vom 09.06.2011 01:03 Uhr
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 Foto: ZVW
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Die Schorndorfer Weiber sind erstmals beim Rosenmarkt dabei – mit wiederentdeckten Rosenküchle

Schorndorf. Weiberfleck, Wurstknöpfle, Springerle, Pralinen, Quittengelee – und jetzt auch noch Rosenküchle. Die Schorndorfer Weiber haben kulinarisch echt was auf der Pfanne. Immer wieder besinnen sie sich in ihren Anstrengungen fürs Spendensammeln auf was neues Altes. Im Hohenlohischen ist Marga Weihler jetzt auf Rosenküchle gestoßen. Mmmh, die sind luftig-leicht – und genau das Richtige für den bevorstehenden Rosenmarkt.

Fertigteigmischung angerührt und ab in den Ofen, für derlei Schnellschnell sind die Schorndorfer Weiber nicht zu haben. Sie mögen’s arbeitsreich und geschmacksintensiv. Und wenn sich damit auch noch eine Backtradition pflegen lässt, umso besser. Darum hat Marga Weihler auch gleich eine ganze Riege Schorndorfer Weiber für ihre Rosenküchle-Idee begeistern können. Letztendlich haben die Versucherle, die sie als Argumentationshilfe zum letzten Weibertreffen mitgebracht hat, den Ausschlag gegeben. Die Rosenküchle können die Schorndorfer Weiber, da eigentlich keine Vereine auf dem Rosenmarkt zugelassen sind, im Auftrag des Wein- und Teelädles kredenzen. Selbstverständlich für den guten Zweck – wie alle Aktionen, für die sie sich ihre weißen Schürzen umbinden.

Teig für 360 Rosenküchle bereiten die Schorndorfer Weiber vor

Und nach der Generalprobe in Marga Weihlers Küche ist sich die Rosenküchle-Fraktion auch sicher: Das Ausbacken im heißen Fett ist nicht nur machbar, „es ist einfacher als gedacht“. Der Pfannkuchenteig löst sich zuverlässig vom Eisen. Das Ergebnis, mit Puderzucker bestäubt, kann sich durchaus sehen lassen. Jetzt wird jede Küchles-Bäckerin für den Rosenmarkt am Samstag 900 Gramm Teig vorbereiten. 360 Stück können die Schorndorfer Weiber damit auf jeden Fall frisch in der Fritteuse ausbacken. Und für jeweils zwei Euro sollen die luftigen Leckereien dann über die Standtheke gehen.

Doch hätte Marga Weihler ihre Rosenküchle-Idee nicht so hartnäckig verfolgt, die Köstlichkeit wäre vermutlich niemals über die Stadtgrenze gekommen. „Das habe ich noch nirgendwo gesehen“, sagt Weihler – und bis auf Renate Joos hat von derlei Küchle tatsächlich noch keine je was gehört. Als Kind hat sie solche Pfannkuchen-Köstlichkeiten aus der Küche der Hauswirtschafterin ihrer Eltern genießen dürfen. In Schmetterlingsform allerdings. „Doch seither habe ich’s nie mehr gesehen“, sagt Renate Joos.

Ein Glück, dass sich Marga Weihler aufs Recherchieren versteht – und mit den Leuten schwätzt: Nachdem sie die Rosenküchle auf einem Straßenfest im Hohenlohischen entdeckte, begab sie sich auf die Suche – erst nach den passenden Eisen und dann nach dem Rezept. Einem älteren Mann, der die Eisen in Handarbeit herstellt, hat sie gleich vier abgekauft. Das Rezept hat ihr eine alte Dame verraten. Dann hat sie noch jemanden ausfindig gemacht, der ihr den Umgang mit Eisen und Teig zeigte. Mit der entsprechenden Koch- und Backerfahrung war der Rest kein Problem.

Bei der Generalprobe hat sie ihren Weiber-Kolleginnen die wichtigsten Kniffe gleich weitergeben können: Bevor das Eisen dreivierteltief in den dickflüssigen Teig getaucht wird, muss es ein heißes Fettbad hinter sich haben. Hat das Küchle etwas Farbe angenommen, wird es einfach mit dem Kochlöffelstiel aus dem Eisen gelöst, umgedreht und pudrig-süß bestäubt. Voilà – schon erscheint die schön gekräuselte Rosenblüte zum Genießen.

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