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SchorndorfOB Klopfer nicht "auf Durchreise"

Martin Pfrommer, vom 13.01.2012 23:15 Uhr
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Großer Andrang in der Künkelinhalle beim Neujahrsempfang der Stadt Schorndorf Foto: Gabriel Habermann
Großer Andrang in der Künkelinhalle beim Neujahrsempfang der Stadt SchorndorfFoto: Gabriel Habermann

Barbara-Künkelin-Halle stieß beim Neujahrsempfang der Stadt Schorndorf wieder an ihre Grenzen

Neujahrsempfang ist – wenn sich die Stadt in Schale wirft, wenn es in der Barbara-Künkelin-Halle nur noch Stehplätze gibt, wenn Oberbürgermeister Matthias Klopfer 900 Hände schüttelt und im Schnellgalopp durch die Stadtlandschaft streift, nicht ohne alle Engagierten, Leistungsträger und Investoren zu würdigen. Als Zugabebonbon gab’s diesmal eine Erklärung mit Bekenntnis, dem Lockruf widerstanden zu haben, plus Komplimente ans schöne Schorndorf. Viel Beifall folgte.

Es gelte, nicht länger als ein Fußballspiel durchzustehen, versicherte der Oberbürgermeister jenen, die in der nach hinten geöffneten Halle keinen Sitzplatz mehr gefunden hatten. Dann drückte Matthias Klopfer redetechnisch aufs Tempo, signalisierte beim Begrüßungsreigen, indem er die Ehrengäste (Bericht nächste Seite) noch vor Bundestags- und Landtagsabgeordneten, Bürgermeisterkolleg(inn)en und Beigeordneten willkommen hieß, dass jene wichtig sind, die durch überdurchschnittliches, menschliches Engagement an der Basis die Stadt lebens- und liebenswert machen. Der Empfang sei überhaupt ein guter Ort, danke zu sagen – Vereinen, sozialen Einrichtungen, Kirche und Kultur, Rettungsorganisationen und Polizei, Unternehmen und Gewerkschaften, Feuerwehr, den Mitarbeitern der Stadt, von denen manche in der vergangenen Woche einen angespannten Chef erlebt hätten und „die in ihrer großen, großen Mehrheit eine klasse Arbeit machen“. Auch die Krankenhausmitarbeiter, Lehrer, Polizisten und Finanzbeamten wurden bedacht. „Ohne gute Einnahmen könnten wir alle heute Abend nicht da sein.“

Geburtenrückgang große Herausforderung für uns alle

Den ersten großen Beifall und Heiterkeitserfolg erntete der OB eher unfreiwillig, als er sich von seinem Manuskript befreite und den Rückgang der Geburtenzahl um 36 Prozent binnen 20 Jahren als „große Herausforderung für uns alle“ bezeichnete. Der Gedanke an mehr junges Leben in der Stadt amüsierte sichtlich. Stellt sich gar der, wie eine Dame eingangs anerkennend feststellte, „schlank“ und jung wirkende OB selbst der Herausforderung? Die Heiterkeit löste sich bald auf bei Klopfers Streifzug über die Ereignisse des Vorjahres: Tsunami, Erdbeben und Super-Gau, arabischer Frühling, Eurokrise, das Unfassbare der Zwickauer Terrorzelle, der Ministerpräsidentenwahl und S-21-Abstimmung. Was die Stadt anbelangt, legte Klopfer eine Erfolgsbilanz vor im „Dreiklang von Konsolidieren, Sanieren und Investieren“. So habe man die Schulden zum siebten Mal in Folge reduziert und bei der Gewerbesteuer fast ein Rekordergebnis eingefahren. Bei den öffentlichen Sanierungen waren Ziegeleisee und Stadtwerkegebäude dran, bei den Investitionen Bürgerhaus Schlichten, Erweiterung der Sauna, Bau von Landesstraße und Radweg nach Schlichten. Trotz deutlich verbesserter finanzieller Situation sei man sich 2011 im Gemeinderat weniger einig gewesen, sagte Klopfer und bemerkte, dass jene Fraktion, die den Haushalt ablehnte (die Grünen), „noch mal in sich gehen“ möge. Nach der Aufzählung der privaten Investitionen (Weststadt, Catalent, BurgerSchloz, Marktkauf) unterstrich der OB, dass Schorndorf für Auswärtige „immer attraktiver wird“. Einen neuen Rekord, knapp 580 Stadtführungen, hat man im Rathaus registriert. Hinzu kamen 130 Führungen externer Anbieter, erstmals auch 13 Kinderführungen „Rund ums Schloss mit Kater Zobeslaus“ des Figurentheater Phoenix. Nach der Kunde von der Übererfüllung des Solls bei der Kleinkinderbetreuung verglich Klopfer unter Beifall den Personalschlüssel in der Kleinkinderbetreuung mit dem, der in Pflegeheimen möglich ist, wo häufig eine Nachtwache für 50 ältere Menschen zuständig sei. Darin sehe er keine Antwort auf den demografischen Wandel.

Im neuen Jahr geht Klopfer davon aus, bei der Sporthalle Haubersbronn, der Rathaussanierung, beim Kunstrasenplatz Schornbach und der Ortsdurchfahrt Haubersbronn die Ziellinie zu überschreiten. Der Postturm soll im Dezember eröffnet werden. 2013 soll das Gesundheitszentrum fertig und das Krankenhaus generalsaniert sein. Die SWS baue 25 Mietwohnungen in Weiler, am Dueviller Platz und in der Weststadt. In der Stadtkirche beginne die Innensanierung. „Sand im Getriebe“ sah Klopfer nicht nur in der Uhlandstraße (Bericht folgt), sondern auch im Breuninger-Areal. „Bis Ostern will ich da Klarheit haben.“ Auch bei der Frage der Lkw-Lenkung über den Schurwald sieht der Rathauschef noch kein Konzept. Bei der Ortsumfahrung Miedelsbach ist er „wenig optimistisch“, heuer noch wesentlich weiter zu kommen. Beim Stichwort Energiewende bracht Klopfer eine Lanze für die Windkraft, weil sie weniger Fläche verbraucht als Solarpanelen auf dem Boden. Dass die „Linde“ in Weiler, nur wenige Kilometer entfernt von Winterbach, wo im April fast fünf junge Leute mit türkischen und italienischen Wurzeln ihr Leben in einer Gartenhütte verloren, wieder ein Treffpunkt für die rechte Szene wird, ist für den OB „ein unerträglicher Gedanke für die gesamte Stadt.“ Man brauche eine Gesellschaft, die rechtstaatliche Ordnung jeden Tag aufs Neue auch im Kleinen verteidigt.

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