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SchorndorfSchwangere stärken, Ängste lindern

Andrea Wüstholz, vom 07.11.2011 17:25 Uhr
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Dr. Claus-Peter Hartung (links), neuer Chefarzt an der Frauenklinik Schorndorf, und Hebamme Gabriele Schütze freuen sich mit Serda und Ergün Baysal: Deren Sohn Kayra Berat ist am Montag um 1.32 Uhr in der Nacht zur Welt gekommen. Foto: Pavlovic
Dr. Claus-Peter Hartung (links), neuer Chefarzt an der Frauenklinik Schorndorf, und Hebamme Gabriele Schütze freuen sich mit Serda und Ergün Baysal: Deren Sohn Kayra Berat ist am Montag um 1.32 Uhr in der Nacht zur Welt gekommen.Foto: Pavlovic
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Schorndorf. Das ist paradox: Nie zuvor verlief eine Geburt so risikoarm wie heute. Und nie zuvor quälten sich Frauen, wie’s scheint, mit so vielen Ängsten. In der Geburtshilfe an der Schorndorfer Klinik wird sich nun einiges ändern. Eins der Ziele des neuen Chefarztes: Das Vertrauen der Frauen in ihre eigenen Fähigkeiten stärken.

Dr. Claus-Peter Hartung, der neue Chefarzt der Frauenklinik Schorndorf, steht vor einer kniffligen Aufgabe: Er muss die Geburtshilfe an der Schorndorfer Klinik so attraktiv gestalten, dass sich wieder mehr Frauen für Schorndorf als Geburtsort entscheiden. Die Geburtenzahlen dort sind rückläufig – wie an vielen Kliniken, denn es kommen schlicht weniger Kinder zur Welt. Die Schorndorfer Klinik muss sich besonders anstrengen: Bald lockt das nagelneue Krankenhaus in Winnenden. Es vereint Geburtshilfe und Kinderkrankenhaus unter einem Dach, so wie zurzeit noch die Waiblinger Rems-Murr-Klinik, die seit der Schließung der Geburtshilfe in Backnang mit steigenden Geburtenzahlen aufwarten kann. Eine Kinderklinik im selben Haus zu haben, gilt als gewichtiger Standortvorteil in Zeiten, da Eltern größten Wert darauf legen, Risiken wo immer möglich zu begrenzen.

Die Schorndorfer Klinik hat bereits darauf reagiert und Kinderärzte ins Krankenhaus geholt. An jedem Werktag ist ein Kinderarzt ein paar Stunden vor Ort, und die Klinik kann die Notfall-Erstversorgung Neugeborener selbst übernehmen.

Hohe Sicherheitsstandards allein werden Schwangere wohl nicht nach Schorndorf locken. Hartung wählt noch einen anderen Weg: Er möchte die Arbeit der Hebammen mehr in den Mittelpunkt rücken, sofern Gebärende das wünschen, das heißt: Möchte sich eine Frau während der Geburt mehr auf die Hebamme verlassen, nicht von zu viel Technik umgeben sein und einen Arzt nur dann um sich haben, wenn es wirklich nötig ist – dann geht das, sofern aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht. Es ist ein Angebot, sagt Hartung. Ein Angebot für Frauen, welche die Geburt ihres Kindes anders erleben möchten, eher mit den Sinnen denn mit Kabeln und Bildschirmen.

Die Angst vor einer Klage hat die Geburtshilfe verändert

Natürlich kommt trotzdem schnell ein Arzt in den Kreißsaal, sofern das nötig ist. Keine Hebamme wird Risiken, die sie vermeiden kann, auf sich nehmen wollen. Die Sorge, bei einer Geburt als Arzt oder Hebamme einen Fehler zu machen, hat die Geburtshilfe ohnehin verändert. Geht unter der Geburt etwas schief, neigen Eltern heute sehr viel eher zur Klage als vor Jahrzehnten. Deshalb wird jeder Geburtshelfer lieber fünfmal zu viel die Herztöne des Kindes technisch überwachen als einmal zu wenig. Aus der verständlichen Risikoscheu resultieren zudem enorm hohe Kaiserschnittraten an vielen Geburtskliniken: In Schorndorf liegt die Quote laut Hartung bei etwa 40 Prozent.

Hier finden Sie die Seite der Hebammen im Rems-Murr-Kreis

 

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