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Schorndorf und UmgebungWarnung vor vermeintlichen Gratis-Reisen

Bernd Klopfer, vom 27.09.2011 20:23 Uhr

Der Urbacher Pfarrer Hans-Georg Karle hat sich nicht von einem gewonnenen Türkei-Urlaub blenden lassen

Urbach. „Sie haben eine achttägige Traumreise für zwei Personen in die Türkei gewonnen“: So steht’s im Schreiben von Meier Reisen, das Hans-Georg Karle erhalten hat. Der Urbacher Pfarrer hat dem Gewinn nicht getraut und sich an die Verbraucherzentrale gewandt.

Ein altes Sprichwort besagt: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Und es klingt ja auch zu verlockend, was die Firma Meier Reisen aus dem niedersächsischen Menslage Hans-Georg Karle verspricht: Hin- und Rückflug, siebenmal Übernachten in Hotels der gehobenen Mittelklasse im Doppelzimmer, Frühstücksbüfett, deutschsprachige Reiseleitung sowie exklusive Ausflugsangebote. „In dieser Reise ist für Sie und Ihre Begleitperson alles kostenlos enthalten.“ Hinter dem Wort „kostenlos“ steht allerdings noch ein Sternchen, das ein Hintertürchen offen lässt. Etwas weiter unten im Schreiben kann man dann nachlesen, welche Ausgaben auf den Gewinner zukommen: „Für jeden Reisegast fällt nur eine einmalige Buchungsgebühr von nur 49 Euro und ein eventueller Flughafenzuschlag an.“ Von wegen Gewinn.

Hans-Georg Karle hat sich zunächst gefreut, als er das Schreiben erhalten hat. Er hat schließlich tatsächlich einige Monate davor bei einem Gewinnspiel mitgemacht, – und just diese damals abgeschickte Postkarte ist dem Schreiben der Firma Meier in Kopie beigelegt. Der evangelische Pfarrer von Urbach-Nord ist dann aber doch noch rechtzeitig hellhörig geworden – als ihm seine Sekretärin mitteilte, dass sie die gleiche Mitteilung erhalten hatte. „Meine Sekretärin hat den gleichen Coupon bei irgendeiner Energiemesse ausgefüllt.“ Hans-Georg Karle hat sich deshalb an die baden-württembergische Verbraucherzentrale gewandt – um vor dem Anbieter zu warnen.

„Meier Reisen kennen wir natürlich gut“, sagt Erich Nolte, der als Berater für die baden-württembergische Verbraucherzentrale schafft. Abmahnungen gegen den Reiseveranstalter sind ihm nicht bekannt, wohl aber Beschwerden von Menschen, die sich über die Gewinn-Zuschriften ärgern. Gegen diese Form der Werbung vorzugehen ist laut Nolte nicht möglich. „Die Deutsche Post muss solche Briefe zustellen.“ Der beste Rat ist daher simpel: einfach das Schreiben wegwerfen. „Die Reisegewinne entpuppen sich meist als teure Gewinne.“

Verkaufsveranstaltungen drohen

Wer dennoch mitfliegt, riskiert, vor Ort mit neuen Kosten konfrontiert zu werden. Und wer die Reise dann abbricht, muss selbst den Rückflug blechen. „Man muss auch damit rechnen, dass das Urlaubsvergnügen durch Verkaufsveranstaltungen unterbrochen wird.“ Und schon ist man stolzer Besitzer einer Magnetfelddecke. Muss ja nicht sein. Nun hat Meier Reisen dem Brief an den Urbacher Pfarrer Hans-Georg Karle eine kopierte Gewinnspiel-Postkarte beigelegt, die dieser wohl tatsächlich vor einigen Monaten ausgefüllt hat. Das muss aber laut Erich Nolte nicht heißen, dass es bei diesem Gewinnspiel um besagte Türkeireise gegangen ist. „Die Daten aus Preisausschreiben werden immer weiterverkauft.“

Gebühren liegen bei „circa 146 Euro“

Die Firma Meier Reisen hat Hans-Georg Karle über seine Kontaktaufnahme mit der Verbraucherzentrale bereits informiert – und tatsächlich eine Antwort erhalten: „Ihre Mail können wir nicht so ganz nachvollziehen“, schreibt der Reiseveranstalter. Allerdings gibt Meier Reisen nun eine vorläufige Gesamtsumme an: Mit allen Zuschlägen liegt die Gebühr pro Person bei „circa 146 Euro“. Ein schön teurer Gewinn.

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