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Skijöring Eine unerjörte Sportart

ZVW, vom 08.02.2012 16:15 Uhr
Skijöring- Rennwochenende in Lenggries / Steingaden: Beifahrer ist Wolfgang Galle (MSC Wieslauftal), Skifahrer ist Thomas Rehm  (MSC Roßhaupten). Foto: privat
Skijöring- Rennwochenende in Lenggries / Steingaden: Beifahrer ist Wolfgang Galle (MSC Wieslauftal), Skifahrer ist Thomas Rehm (MSC Roßhaupten). Foto: privat

Skijöring ist eine Wintersportart skandinavischen Ursprungs. Normalerweise sollte man davon ausgehen, dass sie in Finnland ersonnen wurde, denn die Finnen sind sowieso anders. In Finnland gibt es zum Beispiel Matti Nykänen: Nach seiner sportlichen Laufbahn startete der Skisprung-Superstar im Show-Biz durch – er wurde Stripper und Karaokesänger. Ferner versuchte sich der vormalige Rekord-Springer als Rekord-Bespringer: Er schloss binnen kurzer Zeit drei Ehen, die ebenso schnell wieder geschieden wurden. Man muss bilanzieren, dass er bei den Frauen grundsätzlich zu kurz sprang. Seiner Autobiographie gab er den Titel: „Grüße aus der Hölle“.

Zwar haben die Finnen auch Sinnvolles hervorgebracht (zum Beispiel einmalig schöne handgeschnitzte Angelköder wie den berühmten Rapala-Wobbler) – aber das ist die Ausnahme. Die Regel ist dies: Von 1999 bis 2010 fand jährlich in Heinola die saunomisen maailmanmestaruuskilpailut statt; auf Deutsch: die Sauna-Weltmeisterschaft. Zum Regelwerk: Die Temperatur in der Sauna betrug zu Beginn 110 Grad. Alle 30 Sekunden gab es einen Aufguss.

Bjarne Hermansson (ein Finne, natürlich) hielt die Tortur im Jahr 2008 18 Minuten und 15 Sekunden lang durch – ein Rekord für die Ewigkeit. Bei der Weltmeisterschaft 2010 hingegen brachen die Finalisten Vladimir Ladyzhenskiy und Timo Kaukonen in der Sauna zusammen. Ladyzhenskiy verstarb, Kaukonen musste mit Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Im Grunde ist es ein Skandal, dass es den Band „Asterix bei den Finnen“ nicht gibt. Denn überlegen Sie mal, was Obelix da sagen könnte! Und jetzt der Hammer: Die Finnen haben das Skijöring nicht erfunden. Das waren die Schweden oder die Norweger.

Skijöring geht so: Ein Sportler lässt sich auf Skiern, an Schleppleinen hängend, von einem Pferd, Schlittenhunden, einem Motorrad, Rennwagen, Snowmobil, Snowscooter oder dergleichen im Kreis herumziehen. Der Skifahrer muss aufpassen, dass er von der Fliehkraft nicht aus der Kurve getragen wird, das Gespann vorne muss möglichst schnell sein. Und Gernot Galle (MSC Wieslauftal/MSC Roßhaupten), Wolfgang Galle (MSC Wieslauftal) und Thomas Rehm (MSC Roßhaupten) holten beim Skijöring-Rennwochenende in Lenggries/Steinhaupten den zweiten Platz!

Bevor wie die drei jetzt zu Ehren-Finnen ernennen, müssen wir aber einschränken: Sooo irre ist Skijöring dann auch wieder nicht. Immerhin ist es nicht so, dass der Skifahrer vorneweg fährt und versucht, ein von einem Pferd gesteuertes Snowmobil zu schleppen.
Im Grunde ist Skijöring nachgerade normal im Vergleich zu folgender Sportart: Ein Skifahrer versucht, sich fortzubewegen. Dabei verzichtet er allerdings auf die Skier. Und den Schnee lässt er auch noch weg. Ist das nicht komplett abgefahren?
Man nennt es Nordic Walking. Die einzige Steigerung, die da noch denkbar ist: Nordic Walking in Skistiefeln.

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