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TVB 1898 Stuttgart Abstiegskampf: Vier Siege müssen sie holen!

Nicht im Einsatz gewesen ist der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart am Wochenende, dennoch steht er als großer Verlierer da: Der überraschende Sieg des HBW Balingen-Weilstetten in Hannover spülte den TVB wieder auf einen Abstiegsrang. „Die Lage hat sich zugespitzt“, sagt der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Das Restprogramm spricht nicht für den TVB.

Zu Hause gemütlich auf dem Sofa lümmeln am spielfreien Wochenende und zusehen, wie die Konkurrenten im Abstiegskampf schön Punkte liegen lassen: Das hat etwas. Der 22. Spieltag indes dürfte für unruhige Nächte bei den Verantwortlichen des TVB 1898 Stuttgart gesorgt haben. Dabei hatte der 25:23-Sieg des Vorletzten Bergischer HC am Sonntag beim TBV Lemgo noch zwei Seiten: Zum einen rückte der BHC zwar mit dem dritten Sieg in Folge dem TVB bis auf einen Zähler auf die Pelle. Zum anderen bleibt Lemgo nur einen Punkt vor den Bittenfeldern und muss weiter zittern.

Für die Überraschung des Spieltags sorgte ausgerechnet der bis dato vermeintlich härteste Konkurrent des TVB im Abstiegskampf: Der Drittletzte HBW Balingen-Weilstetten setzte sich, nach dem schwachen Auftritt zuvor gegen Gummersbach (22:26), beim TSV Hannover-Burgdorf mit 29:26 durch und tauschte mit dem Team von Trainer Markus Baur die Plätze.

Und damit nicht genug der schlechten Nachrichten: Selbst das Schlusslicht der Liga schöpft wieder Hoffnung: Der HSC Coburg besiegte den HC Erlangen im Franken-Derby mit 30:28.

Möglicherweise reichen selbst 20 Punkte nicht zum Ligaverbleib

Am Samstag könnte sich die Lage für den erneut spielfreien TVB weiter verschärfen: Sollten die Balinger den HSC Coburg in eigener Halle besiegen und ihr Konto auf 15 Punkte aufhübschen, mutierte das schwäbische Derby am 24. März in der Porsche-Arena zwischen Stuttgart und Balingen zu einem Endspiel für den TVB. Bei einer Niederlage benötigte der Vorjahresaufsteiger im Abstiegskampf ein kleines Wunder.

„Mit dem Sieg des BHC in Lemgo kann ich einigermaßen leben, auch mit dem Coburger Erfolg gegen Erlangen“, sagt Jürgen Schweikardt. „Dass Balingen in Hannover gewinnt, war aber nicht zu erwarten und hat unsere Situation natürlich verschärft.“

Der Geschäftsführer hofft, dass spätestens jetzt allen Beteiligten bewusst ist, dass es für den TVB bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg gehen werde. „Im Umfeld war bisher immer wieder zu hören, wir würden das schon irgendwie schaffen in dieser Saison.“ Die Spieler dagegen könnten die Situation realistisch einschätzen. „Die Jungs sind intelligent genug und können die Tabelle lesen.“

Punkte liegen gelassen

Schweikardt trauert immer noch den beiden Heimniederlagen gegen Erlangen und Melsungen nach. „Da haben wir es verpasst, nach unserer guten Leistung bei den Bergischen Löwen weitere Punkte zu sammeln.“ Insgesamt habe das Team vor eigenem Publikum zu viel liegenlassen, sagt Schweikardt – und erinnert an die Spiele gegen Magdeburg (31:32) und Minden (29:31). Punkte, denen der TVB nun hinterherläuft. „Klar ist, dass wir nicht mehr viele solcher Chancen liegenlassen dürfen.“

Möglicherweise sogar gar keine Gelegenheit mehr in jenen Partien, in denen der TVB eine realistische Siegchance hat: Fest eingerechnet sind die Punkte gegen die direkten Konkurrenten Balingen, Lemgo und Coburg. Aus den vier Spielen gegen Wetzlar und Gummersbach sowie in Hannover und Minden braucht der TVB – mindestens – zusätzlich zwei Punkte. Dann wäre er bei 20 Zählern. Ob die indes überhaupt reichen zum Ligaverbleib, ist längst nicht sicher.

"Zeit der Ausreden ist vorbei"

Zwölf Punkte sammelte der TVB in 21 Spielen, nun sollen also noch weitere acht bis zehn Zähler in 13 Partien hinzukommen: Das ist eine ehrenwerte Aufgabe. „Wir brauchen jetzt auch nicht so reden, als wären wir schon abgestiegen“, sagt Schweikardt. „Aber wir müssen natürlich in den entscheidenden Phasen zulegen, und die Zeit der Ausreden ist vorbei.“ Er ist nach wie vor überzeugt davon, dass die Mannschaft das Niveau für die 1. Liga habe. „Das haben wir schon mehrfach in dieser Saison bewiesen.“

 

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