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TVB 1898 Stuttgart Leicht genervt, aber nicht deprimiert

In Magdeburg fehlte dem TVB wieder einmal nicht viel zur Überraschung. Entsprechend enttäuscht verließen die Akteure das Spielfeld (von links): Michael Schweikardt, Simon Baumgarten, Tobias Schimmelbauer, Vio Fotache, Teo Coric, Bobby Schagen und Dominik Weiß. Foto: FOTO LÄCHLER (Heiko Voigt)

Mit einer klugen Taktik und großem Kampfgeist haben die abstiegsgefährdeten Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart den Champions-League-Anwärter SC Magdeburg mächtig ins Schwitzen gebracht. Am Ende indes jubelte beim 27:26 zum 18. Mal in dieser Saison der Gegner, der TVB muss weiter auf die sehnlichst erhofften Bonuspunkte warten.

Die Enttäuschung stand den Verantwortlichen des TVB 1898 Stuttgart bei der Pressekonferenz nach dem Spiel ins Gesicht geschrieben, während im Hintergrund die Magdeburger Spieler den Fortbestand ihrer imponierenden Serie lautstark feierten. Die letzten 18 Gegner schafften es nicht, das Team von Trainer Bennet Wiegert in die Knie zu zwingen – der TVB war zumindest nah dran. „Es ist leider nichts Zählbares herausgekommen“, sagte der Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. „Wir brauchen aber Zählbares.“

Während die Konkurrenten im Abstiegskampf den Top-Teams der Liga hier und da den einen oder anderen Punkt abknöpfen, will dies dem TVB einfach nicht gelingen. In Kiel (24:25) vor drei Wochen und am Mittwoch in Magdeburg (26:27) war die Chance auf einen sogenannten Big Point da. Am Ende blieb zum wiederholten Mal lediglich das Lob des Gegners.

Nicht viel auszusetzen an der Leistung seiner Mannschaft hatte der TVB-Trainer. „Natürlich ist es nervig, weil wir wissen, dass wir auch mal solche Spiele gewinnen müssen“, sagte Markus Baur am Morgen nach einer kurzen Nacht. Um fünf Uhr in der Früh erst parkte der Mannschaftsbus in Bittenfeld. Seine Spieler hätten „einen guten Job“ gemacht, so Baur. „Wir haben das durchgezogen, was wir uns vorgenommen hatten – bis auf fünf Minuten.“

Die reichten dem Favoriten, um zwischen der 50. und 55. Minute von 24:23 auf 27:23 davonzuziehen und das Pendel auf seine Seite schlagen zu lassen – allen voran dank des Ausnahmespielers und zwölffachen Torschützen Michael Damgaard. „Es ist eben die Kunst, solche Spiele für sich zu entscheiden, in denen die Mannschaften auf Augenhöhe sind“, so Baur. Das war der TVB, weil die Magdeburger nicht ihren besten Tag erwischten. „Wenn das so gewesen wäre, hätten wir uns auf den Kopf stellen und nackt durch die Halle rennen können. Wir hätten nicht gewonnen.“

Punkte gab’s nicht für den TVB, aber wichtige Erkenntnisse für den Trainer. „Wir haben viele Dinge gut gemacht, die wir in den kommenden Wochen brauchen können.“ Gefreut hat sich Markus Baur über die starke Leistung von Marian Orlowski, der den angeschlagenen Dominik Weiß (Ellbogen) im linken Rückraum gut vertrat. Für Entlastung im rechten Rückraum sorgte Finn Kretschmer, wo Can Celebi nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Djibril M’Bengue und Felix Lobedank derzeit auf sich allein gestellt ist. Durchpowern dagegen musste Michael Kraus. Michael Schweikardt (Handverletzung) kam nur zu Kurzeinsätzen.

Am Wochenende ist der TVB nicht im Einsatz. Weiter geht’s am Freitag, 28. April, wenn der VfL Gummersbach in die ausverkaufte Scharrena kommt – womöglich dann mit drei Punkten Vorsprung auf den TVB: Die Chancen des VfL auf einen Erfolg am Sonntag im Heimspiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf stehen nicht schlecht: Das Team des ehemaligen Bittenfelders Jens Bürkle ist in der Rückrunde noch ohne Punkt. Der TVB könnte sogar auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschen, sollte der HBW Balingen-Weilstetten am Samstag im Abstiegsduell gegen den TBV Lemgo erfolgreich sein.

Ausschnitte der Partie SC Magdeburg – TVB 1898 Stuttgart sind hier zu sehen.

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