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TVB 1898 Stuttgart TVB richtet alle Augen auf Balingen

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Tobias Schimmelbauer zwischen zwei der besten Melsungern: Der Nationalmannschafts-Rechtsaußen Johannes Sellin (links) bestach mit einer 80-prozentigen Trefferquote, der schwedische Nationalkeeper Johan Sjöstrand zeigte 15 Paraden. Foto: Ralph Steinemann

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. So weit ist es zwar noch nicht beim Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart. Aber natürlich hat sich die Lage durch die – wieder einmal vermeidbare – 21:23-Niederlage gegen die MT Melsungen am Mittwoch nicht eben verbessert. Nun gilt der Fokus dem nächsten Spiel gegen den Drittletzten HBW Balingen-Weilstetten in drei Wochen.

Im vierten Duell mit der MT Melsungen war der TVB so nah dran wie noch nie an den ersten Punkten. Deshalb atmete der Melsunger Trainer tief durch nach dem Spiel – und verteilte, wie so viele seiner Trainer-Kollegen zuvor, eifrig Komplimente an den Gegner. „Ich wünsche Stuttgart alles Gute und dass es die Klasse hält“, sagte Michael Roth bei der Pressekonferenz. Das Umfeld und das Projekt hätten es verdient. „Ich bin zwar Badenser, aber ich komme trotzdem gerne nach Stuttgart.“

Nur Punkte gegen direkte Konkurrenten werden kaum zum Ligaverbleib reichen

Sollte der TVB weiterhin seine Chancen auf sogenannte Bonuspunkte im Abstiegskampf leichtfertig liegen lassen, dürfte Stuttgart in der nächsten Saison von der Erstligakarte verschwunden sein. Ausschließlich Punkte gegen die direkten Konkurrenten dürften dem TVB in dieser Saison zum Ligaverbleib kaum reichen.

Nur zweimal einem Team aus der oberen Hälfte die Punkte abgeknöpft

Nur zweimal, beim 30:20 gegen den TSV Hannover-Burgdorf und 28:26 gegen Leipzig, hat der TVB einem Team aus der oberen Tabellenhälfte die Punkte abgeknöpft. „Gegen Magdeburg, Erlangen und jetzt gegen Melsungen hätten wir es verdient gehabt, etwas mitzunehmen“, sagt Baur. „Hätten wir nur drei Punkte mehr auf dem Konto, sähe es ganz anders aus.“

Dürftige Angriffsleistung reicht gegen den TVB

Sehr gut war die TVB-Defensive mit dem überragenden Torhüter Jogi Bitter auf die Melsunger eingestellt. Nur 23 Treffer gelangen den Gästen, mit dieser Ausbeute ist normalerweise kaum ein Spiel zu gewinnen. Am Mittwoch genügte Melsungen eine dürftige Angriffsleistung, weil sich der TVB mit einem Dutzend unglücklicher Aktionen um den Lohn des Aufwands brachte. „Wir haben in der Deckung meist gut gearbeitet, Melsungen ist aus dem Kollektiv heraus wenig gelungen“, sagt Baur. „Das Problem war, dass wir vorne in wichtigen Phasen den Ball vertändelt haben.“

Dener Jaanimaa avanciert zum Matchwinner

Oder seine Spieler suchten unvorbereitet und mit teilweise fahrigen Aktionen den Abschluss. So drehte Melsungen den 6:8-Rückstand, ohne sich besonders bemühen zu müssen, in die 10:8-Führung. Die Missgeschicke setzten sich im zweiten Spielabschnitt fort. In einer Phase, in der die Bittenfelder das Momentum auf ihrer Seite hatten und die Fans ihr Team fantastisch unterstützten, verlor der TVB erneut die Nerven. Beim 18:17 in der 43. Minute hatte er die Chance zum 19:17. Doch zunächst warf Vio Fotache planlos aufs Tor, dann verdaddelte Michael Schweikardt den Ball in Überzahl. Melsungen spielte seine Cleverness aus – und profitierte von seinem gleichmäßig besetzten Kader: Der eingewechselte Dener Jaanimaa avancierte zum Matchwinner der Gäste.

Pech in den letzten beiden Aktionen

Wie nah Glück und Pech zusammenliegen, zeigten die letzten beiden Aktionen im Spiel: Der Kempatrick des TVB ging schief, beim finalen Wurf Jaanimaas zum 21:23 fehlten Bitter nur Zentimeter. Zehn Sekunden hätte der TVB da noch Zeit gehabt zum letztlich verdienten Ausgleich.

So stand er erneut mit leeren Händen da und bleibt während seiner nun dreiwöchigen Spielpause auf zwölf Punkten sitzen. Am Freitag, 24. März, kommt der HBW Balingen-Weilstetten in die Porsche-Arena. „Das ist für uns natürlich ein absolutes Muss-Spiel“, sagt Baur. Eine Niederlage gegen den Abstiegskonkurrenten darf sich der TVB unter keinen Umständen erlauben.

Ausschnitte und Pressekonferenz zur Partie gegen Melsungen auf www.zvw.de/sportvideos.

Stimmen zum Spiel

Jürgen Schweikardt, Geschäftsführer des TVB 1898 Stuttgart: „Die Spiele werden weniger und der Allerletzte, auch im Umfeld, der gedacht hat, wir werden das irgendwie schaffen in dieser Saison, muss aufwachen und die Bedeutung des Spiels gegen Balingen erkennen. Ich denke, für Djibril M’Bengue und Can Celebi ist es gut, dass sie noch mal drei Wochen haben. Sie haben gute Ansätze gezeigt, sind aber noch weit von dem entfernt, was sie können. Nichts anderes als das Balingen-Spiel darf in unseren Gedanken sein, wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen.

Axel Geerken, Geschäftsführer der MT Melsungen: „Das Spiel hat mich an meine Nervengrenze geführt. Es war ein superwichtiger Sieg für uns. Zum einen, um uns nach unten abzusichern, und zum anderen, um Selbstvertrauen zu sammeln. Es ist uns in dieser Saison nicht immer gelungen, solche Kampfspiele für uns zu entscheiden. Ich denke, ohne Sjöstrand wär’s ganz schwer geworden.“

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