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TVB 1898 Stuttgart TVB zu Gast beim SC Magdeburg

Im Hinspiel lieferte der TVB dem SC Magdeburg bei der 31:32-Niederlage in der Scharrena einen großen Kampf (von links Dominik Weiß, Johannes Bitter und Tobias Schimmelbauer und am Boden von links Marko Bezjak, Teo Coric und Zeljko Musa). Foto: Ralph Steinemann

Stuttgart. Nicht viel zu feiern gab’s an Ostern für den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart. Die 18:28-Pleite gegen Wetzlar war ein Schock, und durch die Siege der Konkurrenten rutschte der TVB auf einen Abstiegsrang. An diesem Mittwoch ist die Chance gering, diesen wieder zu verlassen: Der SC Magdeburg ist seit 17 Spielen ungeschlagen.

Viel schlechter hätten die Osterfeiertage für den TVB kaum laufen können. Nach dem deprimierenden 18:28 am Gründonnerstag gegen Wetzlar zogen am Samstag gleich zwei Abstiegskonkurrenten am TVB vorbei. Während ein Sieg des Bergischen HC gegen den HC Erlangen noch zu befürchten war, sorgte der TBV Lemgo mit dem 34:30 gegen den THW Kiel für einen Coup. Da war’s aus TVB-Sicht ein schwacher Trost, dass wenigstens Coburg, Gummersbach und Balingen-Weilstetten ohne Punkte blieben.

Knapp 30 Fehlwürfe in 60 Minuten

„Dass Lemgo die Kieler schlägt, ist schon der Hammer“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur, der immer noch am Auftritt seiner Mannschaft gegen Wetzlar zu knabbern hat. Der sei auch nach der Video-Analyse nicht besser geworden. „Wir haben in etlichen Situationen gar nicht so viel falsch gemacht – bis auf den Abschluss eben.“

Knapp 30 Fehlwürfe leisteten sich die Bittenfelder in 60 Minuten. Dabei wechselten sich halbgare und schlecht platzierte Versuche regelmäßig ab. Hinzu kamen ein bisschen Pech und der starke Torhüter Benjamin Buric. Am Ende reichte es gerade zu 18 Treffern. So dürftig war die Ausbeute zuletzt am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison, beim 18:28 gegen die SG Flensburg-Handewitt.

HSG Wetzlar nutzte den „kollektiven Blackout“ des TVB

Trotz der miserablen Angriffsleistung war der TVB bis zur 40. Minute beim 14:16 im Spiel. Dann infizierte die wackelige Offensive die bis dahin stabile Defensive. „Die Spieler haben ihre Felle davonschwimmen sehen, wollten schnell wieder an den Ball und haben sich dabei verspekuliert“, so Baur. „Dann geht’s halt ganz schnell im Handball.“ Besonders dann, wenn der Gegner kaum Fehler mache wie die HSG Wetzlar, welche die Verunsicherung und den „kollektiven Blackout“ des TVB eiskalt ausnutzte.

Entsprechend groß sei die „Schockstarre“ nach dem Spiel gewesen, sagt Baur. „Schließlich hatten wir uns schon etwas ausgerechnet.“

Statt mit zwei Punkten Vorsprung auf den 16. und drei auf den 17. Platz geht der TVB nun mit einem Zähler Rückstand auf das Trio Bergischer HC, VfL Gummersbach und TBV Lemgo in die restlichen zehn Partien. Es gibt also noch ausreichend Gelegenheiten, die fehlenden Punkte zu hamstern. Aktuell indes macht die Konkurrenz einen gefestigteren Eindruck – und sie holt, im Gegensatz zum TVB, auch nicht eingeplante Punkte.

SC Magdeburg seit 17 Spielen ungeschlagen

Auch wenn Rechenspiele in dieser Saisonphase und angesichts der Ausgeglichenheit der Liga unsinnig erscheinen: Fraglich scheint mittlerweile, ob selbst die anvisierten 20 Punkte reichen zum Ligaverbleib. Also dürfte der TVB um einen Überraschungssieg nicht herumkommen.

An diesem Mittwoch indes sind die Aussichten hierfür recht bescheiden. Der SC Magdeburg ist nicht nur die beste Rückrundenmannschaft der ersten Liga. Er ist auch seit 17 Spielen wettbewerbsübergreifend ungeschlagen. Die letzte Niederlage in der Liga gab’s Mitte Dezember vergangenen Jahres beim 24:28 in Kiel. Das Team von Trainer Bennet Wiegert hat sogar noch Chancen auf die Champions-League-Qualifikation. Danach hatte es zu Beginn der Saison noch nicht ausgesehen. Mit 5:7 Punkten reisten die Magdeburger am siebten Spieltag nach Stuttgart, lagen in der Tabelle vier Plätze hinter dem TVB – und hatten viel Glück, beim 32:31 die Punkte mit in die Heimat zu nehmen.

Lobedank fällt aus - Einsatz von Schweikardt und Baumgarten unsicher

Mittlerweile trennen die „Gladiators“ und die „Wild Boys“ 23 Punkte. „Wir müssen ehrlich sein“, sagt Markus Baur. „Selbst wenn wir ein gutes Spiel machen sollten und Magdeburg auch, wird es für uns nicht reichen.“ Der SCM steht nach Baurs Meinung nicht zufällig auf Rang fünf der Tabelle. Mit Jannick Green und Dario Quenstedt habe er ein Weltklasse-Torhütergespann und mit Mathias Musche und Robert Weber überragende Außen. Marko Bezjak sei ein Top-Spielmacher. Überhaupt sei der Rückraum mit den Nationalspielern Mads Christiansen, Michael Damgaard (beide Dänemark), Christian O’Sullivan (Norwegen) und Nemanja Zelenovic (Serbien) glänzend besetzt. Die Ausgabe am Kreis teilen sich Jacob Bagersted und Zeljko Musa. In Finn Lemke und Fabian van Olphen hat Magdeburg zwei Abwehrexperten.

Der TVB wird – wieder einmal – von personellen Problemen geplagt. Felix Lobedank (Muskelfaserriss an der Wade) fällt aus. Der Einsatz von Michael Schweikardt (Handverletzung) und Simon Baumgarten (Rückenprobleme) ist unsicher.

Nächstes Heimspiel am 28. April

„Unabhängig vom Ergebnis, wollen wir uns auf jeden Fall Aufgaben stellen, die wir in die nächsten Spiele mitnehmen können“, sagt Baur. Beispielsweise ins nächste kleine Endspiel am 28. April in der Scharrena gegen Gummersbach.

SC Magdeburg – TVB 1898 Stuttgart

Verfolgen Sie das Spiel in unserem Liveticker.

Ausschnitte der Partie sind im Laufe des Donnerstags unter Sportvideos zu sehen.

 

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