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TVB 1898 Stuttgart TVB in Lemgo: Polster oder Abstiegsrang?

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Nicht die feine englische Art, aber eben Abstiegskampf: Der TVB-Spieler Can Celebi (rechts) versucht hier, den Flensburger Jim Gottfridsson zu stoppen. Foto: Nolte

Die 27:36-Niederlage beim Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt hatten die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart einkalkuliert, die wichtigere Partie steigt an diesem Samstag. Die 27:36-Niederlage beim Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt hatten die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart einkalkuliert, die wichtigere Partie steigt an diesem Samstag (19 Uhr) beim direkten Konkurrenten TBV Lemgo. Der Verlierer dürfte schlechte Karten haben im Abstiegskampf.

Im Reisestress befinden sich die TVB-Handballer dieser Tage. Nach dem Mittwoch-Spiel im hohen Norden landete der Flieger am Donnerstagmittag wieder in Stuttgart. Am Nachmittag stand eine Regenerationseinheit in der Scharrena auf dem Programm. Und an diesem Freitag, einen Tag vor dem Spiel in Lemgo, macht sich die Delegation auf die Reise ins Lipperland.

"Wir haben einen guten Job gemacht"

Die Neun-Tore-Niederlage beim Spitzenreiter in Flensburg dürfte dabei nicht mehr das große Thema gewesen sein. Zum einen waren die Aussichten auf eine Überraschung gegen den fokussierten Titelaspiranten sehr gering. Zum anderen fehlte dem TVB nach den Ausfällen von Michael Kraus, Dragan Jerkovic und Dominik Weiß das nötige Personal, um den Titelkandidaten in größere Bedrängnis zu bringen.

Trotzdem war der TVB-Trainer nicht unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft – „bis auf die fünf Minuten vor der Pause“. In dieser Phase leistete sich sein Team zu viele Fehler, Flensburg zog entscheidend vom 15:12 auf 20:12 davon. „Ich denke aber, insgesamt haben wir einen guten Job gemacht“, sagt Markus Baur. „Schließlich hat Flensburg mit seiner ersten Garde gespielt.“

Duell zwischen zwei Teams auf vergleichbarem Niveau

Auf das ungleiche Kräftemessen beim Liga-Primus folgt nun wieder ein Duell zwischen zwei Teams auf vergleichbarem Niveau. TBV gegen TVB, Vorletzter gegen Fünftletzter: Die Partie in der Lipperland-Halle ist für beide Mannschaften eine bedeutende.

Mit einem Sieg verließen die Lemgoer die Abstiegsränge, überholten den TVB und machten einen großen Schritt in Richtung Ligaverbleib. Die dann vermutlich noch notwendigen vier Punkte sind dem Team von Trainer Florian Kehrmann in den restlichen vier Partien (Melsungen, Wetzlar, Hannover und Gummersbach) durchaus zuzutrauen.

Traditionsclub der Liga

Nicht minder wichtig wäre für den TVB ein Sieg gegen den Kontrahenten, den er damit auf drei Zähler distanziert hätte. 19 Punkte hätten die Bittenfelder im Erfolgsfall auf dem Konto. Chancen zur Aufbesserung bestehen in Minden, gegen Coburg und vielleicht auch in Göppingen. Nichts ausrechnen dürfen sie sich bei den Rhein-Neckar Löwen und gegen die Füchse Berlin.

Der kommende TVB-Gegner zählt zu den Traditionsclubs der Liga, die 34. Spielzeit indes ist eine äußerst schwierige: Lediglich sieben Siege und zwei Unentschieden stehen in der Bilanz des TBV. Mit 4:16 Punkten ging der Saisonstart kräftig in die Hose.

Bonus-Zähler könnten den Ausschlag für den Ligaverbleib geben

Mit dem anschließenden 27:26-Sieg gegen FA Göppingen schien der Schalter umgelegt, die Saison war aber weiterhin von Höhen und Tiefen gekennzeichnet. So unterlag Lemgo zu Hause gegen Balingen-Weilstetten und Hannover, dafür gab’s in den letzten beiden Partien vor der WM-Pause Siege beim Bergischen HC und in Minden. Punktgleich mit dem TVB 1898 Stuttgart überwinterte Lemgo auf dem ersten Nichtabstiegsplatz.

In den folgenden elf Partien kamen lediglich sechs Punkte hinzu, zwei davon waren überraschend: Mit 34:30 bezwang der TBV den THW Kiel. Diese Bonus-Zähler könnten den Ausschlag geben für den Ligaverbleib, schließlich hat der TBV mit Gummersbach und Stuttgart noch zwei Abstiegskonkurrenten vor der Brust – wobei das Team von Trainer Florian Kehrmann gegen die Teams aus dem hinteren Tabellenbereich nicht immer die beste Figur machte: Beim 27:27 in Balingen, 23:25 gegen den Bergischen HC, 20:23 gegen Balingen und 29:30 in Stuttgart ließen die „Kehrmänner“ wichtige Punkte liegen.

Hart umkämpftes Hinspiel

Hart umkämpft war das Hinspiel zwischen dem TVB und dem TBV in der ausverkauften Scharrena. Dank eines Treffers von Simon Baumgarten fünf Sekunden vor dem Ende behielten die Bittenfelder mit 30:29 die Oberhand – auch ohne Jogi Bitter, Tobias Schimmelbauer, Djibril M’Bengue und Can Celebi.

Bei Lemgo standen drei Spieler auf dem Platz, die am Samstag wahrscheinlich zuschauen müssen: Die Linkshänder Rolf Hermann, Donat Bartok und Dominik Ebner sind allesamt verletzt. Im rechten Rückraum müssen die Lemgoer also vermutlich improvisieren. Markus Baur dagegen glaubt, dass der eine oder andere angeschlagene Spieler auflaufen wird.

Die Trainer kennen sich sehr gut

Die beiden Trainer kennen sich übrigens sehr gut: Im Jahr 2003 wurden Kehrmann und Baur mit Lemgo Deutscher Meister, vier Jahre später feierten der Rechtsaußen und der Spielmacher mit der deutschen Nationalmannschaft den Weltmeistertitel. Vor einem besonderen Spiel steht Jonas Maier: Der Lemgoer Torhüter wechselt zur neuen Saison zum TVB 1898 Stuttgart.

In welcher Besetzung der TVB antreten wird, ist noch nicht sicher. Dominik Weiß plagt sich mit muskulären Problemen an den Adduktoren herum. Sein Einsatz ist ungewiss. Mehr Hoffnung besteht, dass Michael Kraus und Dragan Jerkovic nach ihrem Magen-Darm-Virus wieder bei Kräften sein werden.

  • Info: Der TVB setzt zum Spiel gegen Lemgo einen Fan-Bus ein, es gibt noch wenige freie Plätze. Anmeldungen: pr@tvb1898.de
  • Ausschnitte der Partie zwischen dem TBV Lemgo und dem TVB gibt es zu sehen auf www.zvw.de/sportvideos
  • Die Partie des TVB gegen den TBV Lemgo können Sie am Samstag ab 19 Uhr im ZVW-Liveticker unter www.zvw.de/liveticker verfolgen.

 

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