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Urbach Fahrradwerkstatt hat Domizil gefunden

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Auch Jens Weber (links) freut sich: In Urbach gibt es nun eine Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge. Foto: Schneider / ZVW

Urbach. Die Zeiten, da Jens Weber mit Flüchtlingen und ihren Rädern nach Schorndorf fuhr, damit die Drahtesel in der daimlerstädtischen Fahrradwerkstatt repariert werden konnten, sind vorbei. Auch Urbach hat nun einen Platz, an dem die Zweiräder der Flüchtlinge wieder flottgemacht werden können. Gestern wurde die renovierte frühere Werkstatt nahe der Mediathek offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Eine glückliche Fügung war’s, dass die Gemeinde ein leerstehendes Gebäude kaufen konnte, berichtete Bürgermeister Jörg Hetzinger in seinem kleinen Grußwort von einem Haus nahe dem Pfarrhaus, zu dem im hinteren Bereich eine Werkstatt gehörte.

„Jetzt haben wir hier eine Fahrradwerkstatt“

Der separate kleine Bau wurde mit neuen Fenstern versehen, gedämmt und verputzt, der Boden wurde gerichtet, auch für Beleuchtung und die Elektrik wurde gesorgt. Räder können gegenüber dem Eingang geschützt abgestellt werden, und ein Vesperbänkle gibt es außerdem.

„Jetzt haben wir hier eine Fahrradwerkstatt“, freute sich der Urbacher Bürgermeister über die neue Nutzung. Hier beteiligen sich die Helfer künftig an der Instandsetzung der Räder der Flüchtlinge. „Auch die Flüchtlinge können selbst kleine Reparaturen durchführen“, sagte Jörg Hetzinger.

Hetzinger lobt Engagement: „Das ist alles andere als selbstverständlich“

Dass sich Jens Weber und Helfer bereits in den vergangenen zwei Jahren um Reparaturen der Drahtesel gekümmert haben, wusste der Bürgermeister zu würdigen. „Das ist alles andere als selbstverständlich.“ Für die Flüchtlinge sei ein Rad sehr wichtig, es sei ein wertvolles Hilfsmittel, um mobil zu sein und zum Beispiel nach Schorndorf zu gelangen. Symbolisch überreichte Jörg Hetzinger dann einen Schlüssel an Jens Weber mit besten Wünschen für die Werkstatt.

„Nach langer Zeit sind wir in der Lage, umzusetzen, was von Anfang an ein Ziel des Arbeitskreises war: Mobilität für Flüchtlinge“, sagte Jens Weber. Er freute sich, dass mit der neuen Werkstatt nun viel Logistik für die Fahrräder wegfällt.

„Die Kombination aus Haus und Werkstatt ist superoptimal“

Von Vorteil ist’s außerdem, dass ganz in der Nähe das sogenannte „Häusle“ für die Flüchtlinge zu finden ist. Das ist ein ehemals leerstehendes Wohnhaus, das gemeinsam mit dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe, der Gemeinde, der Kirchengemeinde, mit Flüchtlingen und weiteren Helfern renoviert und als Treffpunkt und Aufenthaltsort eingerichtet wurde.

Es ist fast täglich geöffnet. Hier gibt es eine Küche, Platz für Spiele und eine Sitzecke sowie Arbeitsplätze mit Internet-Zugang. „Die Kombination aus Haus und Werkstatt ist superoptimal“, lobte denn auch Jens Weber die Vorteile der Lage.

Regine Kunde wünscht sich weitere Mithelfer

Er berichtete weiter, dass er auf einen Aufruf hin viele Fahrräder und Teile bekommen habe, was ja wichtig für die unentgeltliche Arbeit der Fahrradwerkstatt ist, und betonte darüber hinaus die gute Zusammenarbeit mit der Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge in Schorndorf.

Regine Kunde, ehemalige Sprecherin des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe und Gattin von Jens Weber, berichtete, dass der Einsatz für die Räder der Flüchtlinge bisher durchaus zeitaufwendig war, und wünschte der Fahrradwerkstatt weitere interessierte Mithelfer.

Helfer und Räder willkommen

  • Die ehrenamtlich arbeitende Fahrradwerkstatt freut sich über gut erhaltene Fahrräder und Ersatzteile. Wer ein Rad oder Zubehör abzugeben hat, kann sich bei Jens Weber melden. Die E-Mail-Adresse lautet mistawebba@web.de. Wer will, kann auch selbst in der Fahrradwerkstatt vorbeischauen. Sie ist jeweils samstags von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Die Werkstatt ist ein bisschen verborgen hinter Kirchgasse, Mediathek und Pfarrhaus zu finden. Sie ist unter dem Dach des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe angesiedelt.
  • Helfer sind in der Fahrradwerkstatt ebenfalls willkommen. Zurzeit engagieren sich hier Jens Weber und ein weiterer Mitstreiter sowie bis zu drei Flüchtlinge.
  • Ganz ursprünglich hatte Jens Weber die Räder für die Flüchtlinge in seinem Garten repariert. Die Gemeinde hatte auch erwogen, in einer Garage eine Fahrradwerkstatt einzurichten, konnte aber dank des nun eingerichteten Quartiers diese Option ad acta legen.
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