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Waiblingen Aus Containern wird ein Kindergarten

Unser Foto entstand beim Einzug in die Container im Zuge der Sanierung des Salier-Gymnasiums. Foto: Rainer Bernhardt

Waiblingen. Nichts hält länger als ein Provisorium: Dieser Satz bewahrheitet sich auch bei der Interims-Kita beim Salier-Schulzentrum. Aus den Containern, die während der Sanierung des Gymnasiums als Klassenzimmer dienen, wird ein viergruppiger Kindergarten. Die Sanitäranlagen werden für die Kleinen umgebaut. Zudem ist eine 60 Plätze große Schülermensa eingeplant. Vor dem Gemeinderat hat jetzt der Planungsausschuss dem Bau zugestimmt.

Das Kindergartenprovisorium ist für drei Jahre vorgesehen und schlägt mit Kosten für Miete und Umbau mit 1,3 Millionen Euro zu Buche. Viel Geld nach Meinung von ALi-Chef Alfonso Fazio, der deshalb vorschlug, lieber einen Kindergarten in einfacher Bauweise selbst zu erstellen.

Keine günstigere Lösung

Nach Ansicht der Baubürgermeisterin geht diese Rechnung allerdings nicht auf. „Wir bauen keinen viergruppigen Kindergarten plus Mensa für 1,3 Millionen Euro“, sagte sie. Eine günstigere Lösung gebe es nicht, zumal die gesamten Anschlüsse bereits vorhanden seien: „Es ist die billigste Variante.“

Ab 2018: Vier Kindergartengruppen

Wie berichtet, zieht im Sommer nach Ende des ersten Bauabschnitts ein großer Teil der Schüler zurück ins sanierte Schulhaus. Bis Ende 2017 wird dann nur noch ein Drittel der Container gebraucht als Ersatz für den Fachklassentrakt, der im zweiten Bauabschnitt saniert wird. Platz für einen Kindergarten gibt es also: für drei Gruppen ab Herbst 2017, für die vierte ab 2018.

Planung mittlerweile konkreter

Im Dezember hatte der Planungsausschuss der Planung zugestimmt – etwas zähneknirschend, da die hohen Mietkosten sauer aufstießen. Inzwischen wurde die Planung konkretisiert, aufgenommen wurde auch eine Mensa mit 60 Plätzen, was die Kosten auf 1,3 Millionen erhöht hat. Neben den Mietkosten sind in den Jahren 2017 und 2018 auch Umbaukosten eingeplant. 2019 und 2020 schlagen dann noch Mietkosten von jeweils 250 000 Euro zu Buche.

Fazio: Container werden viel länger gebraucht

Die Kostenkalkulation stimme nur, wenn die Container tatsächlich nur vier Jahre gebraucht werden, bemerkte Urs Abelein (SPD). „Kann sein, dass wir sie erwerben, wenn das Kinderhaus Mitte saniert wird“, räumte Baubürgermeisterin Birgit Priebe ein. Er sei sich jetzt schon sicher, dass die Container viel länger gebraucht werden, haute Alfonso Fazio in dieselbe Kerbe: „Ich gehe von fünf bis zehn Jahren aus.“ Dann aber sehe die Wirtschaftlichkeit ganz anders aus.

Mal Wasserschaden, mal brennt’s

Die Stadt brauche ein ständiges Ausweichquartier, meinte auch sein Fraktionskollege Frieder Bayer: „Mal haben wir einen Wasserschaden, mal brennt’s ... Wenn wir aber die Container behalten wollen, sollten wir sie schnell kaufen.“ Das aber ist nach Aussagen der Baubürgermeisterin vor 2019 gar nicht möglich. Die Stadt werde über den Preis verhandeln und den Gemeinderat dann informieren. Noch gebe es für den Kauf keine Kostenkalkulation: „Das ist Verhandlungssache.“

Das sieht der neue Entwurf vor

Dem neuen Entwurf zufolge sollen aus den sechs Klassenzimmern vier Gruppenräume gemacht werden. Toiletten und Waschbecken werden an die Bedürfnisse der Kindergartenkinder angepasst. Auch Wickelmöglichkeiten und eine Toilette fürs Personal sind vorgesehen. Neben den Gruppenräumen entstehen zwei Schlafräume und ein Bewegungsraum, für die Erzieherinnen ein Aufenthaltsraum sowie zwei Zimmer für die Leitung sowie ein Elternsprechzimmer. Der Kindergarten wird mit neuen Möbeln ausgestattet. Die Mitarbeiterbereiche bekommen Stühle des Salier-Gymnasiums. Aus pädagogischen Gründen wird es auch eine Kinderküche geben.

Auch einen Garten wird es geben

Keine Kita ohne Garten: Angelegt werden eine Sandspielfläche mit Sonnensegel und eine Spiel- und Kletterfläche mit Rindenmulch. Auf den Rasen kommen Spielhäuser und eine Vogelnestschaukel. Bewegungszone wird ein schon jetzt mit Pflaster befestigter, teils überdachter Bereich bei den Containern.

 

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